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Heruntergekommen ist das Vollmair-Haus in Tandern. 

Vollmair-Haus in Tandern

Aus Schandfleck wird Ort der Begegnung

Am Grundriss und an der Kubatur soll nichts geändert werden. Und doch dürfte das so genannte Vollmair-Haus in Tandern nach dem Umbau und der Sanierung nicht wiederzuerkennen sein. Der Gemeinderat gab jetzt grünes Licht für die Pläne eines privaten Investors.

Tandern– Schon seit vielen Jahren ist es ein Schandfleck mitten in Tandern, doch das wird sich ändern: Das geschichtsträchtige, denkmalgeschützte Vollmair-Haus soll endlich wieder mit Leben erfüllt werden. Den Startschuss hierzu gab der Gemeinderat von Hilgertshausen-Tandern am Montagabend, denn da stimmte man dem Umbau und der Sanierung des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses ohne Gegenstimme zu.

Entsprechend dem Bauantrag der Tanderner Firma Michalke Wohnbau GmbH sollen in dem Haus fünf Wohnungen und eine Veranstaltungseinheit im Erdgeschoss entstehen. Bürgermeister Markus Hertlein (Wählergemeinschaft Hilgertshausen-Tandern) beschrieb das Vollmair-Haus im Zentrum von Tandern als Baudenkmal mit Halbwalmdach und Zwerchgiebel, wohl um 1820 bis 1830 errichtet und nach 1900 umgebaut. Das Grundstück liege innerhalb des zusammenhängend bebauten Ortsteils Tandern, ein Bebauungsplan sei nicht erforderlich. Im Flächennutzungsplan ist das Baugrundstück als Dorfgebiet dargestellt.

Dass der Gemeinde nichts Besseres passieren könnte als dieser Bauantrag, mit dem ein Privater dieses Haus, das zusehends verfällt, aus dem Dornröschenschlaf wachrüttelt, unterstrich der Bürgermeister. Art und Maß der vorgesehenen baulichen Nutzung füge sich in die Eigenart der näheren Umgebung ein.

Wesentliche Änderungen am Grundriss und der Kubatur des Gebäudes seien im Zuge des Umbaus und der Sanierung nicht beabsichtigt. In der dem Bauantrag beigefügten Beschreibung heißt es, dass sich das ortsbildprägende Bauwerk durch eine reizvolle Gestaltung mit neubarocken Anklängen auszeichne. Zahlreiche historische Ausstattungselemente wie Fenster, Fenstergitter, Türen und Treppen seien erhalten geblieben. Unterlassener Bauunterhalt sowie Vandalismus hätten zu zahlreichen Schäden an der Bausubstanz und der Ausstattung geführt. Der Zustand ziehe baldigen Handlungsbedarf nach sich.   

Im Zuge der geplanten Instandsetzung soll das Erdgeschoss für Veranstaltungszwecke und als Ort der Begegnung genutzt werden. Der großzügige Charakter des Erdgeschosses soll dabei weitgehend erhalten bleiben. Das Obergeschoss war als eine Wohnung genutzt worden. Im Zuge der Sanierung soll es neu gegliedert und in drei Wohneinheiten aufgeteilt werden. An der Nord- und Südseite wird jeweils ein Stahlbalkon errichtet. Die detailierte Farbgebung und Gestaltung werde mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

Das Dachgeschoss ist derzeit ein nicht gedämmter Dachspeicher, wie man das früher eben kannte. Im Rahmen des Umbaus und der Instandsetzung wird das Dachgeschoss nun aber ausgebaut und in zwei Wohneinheiten aufgeteilt. Die an der Nord-und Südseite bestehenden zwei kleinen Gauben will man beim Umbau vergrößern. Um eine ausreichende Belüftung und Belichtung der Wohnungen zu gewährleisten, seien weitere flächenbündige Dachflächenfenster vorgesehen.

Hertlein weiß, dass es für die einzelnen Wohneinheiten bereits Kaufinteressenten gibt. Die Zufahrt zum Grundstück soll wie bisher über die Josef-Kreitmeir-Straße erfolgen. Für die fünf Wohneinheiten sieht die gemeindliche Satzung zehn Stellplätze vor. Die Veranstaltungseinheit im Erdgeschoss erfordere sieben Stellplätze. Die insgesamt 17 Stellplätze würden aber nachgewiesen. Zudem ist ein Kinderspielplatz mit 60 Quadratmetern vorgesehen.

Bei den Wortmeldungen aus dem Gemeinderat gab es nur positive Stimmen. „Gott sei Dank, dass dieser Schandfleck in Tandern endlich beseitigt wird“, erklärte der zweite Bürgermeister, Adi Doldi (CSU), und Hans Glas von der Bürgerliste Tandern ergänzte: „Ich freue mich, dass das der ganze Gemeinderat so sieht.“

Zuvor hatte schon Peter Schadl (CSU) erklärt, dass man die wirtschaftliche Nutzung in diesem heruntergekommenen Haus nur begrüßen könne, und der Bürgermeister meinte: „Mir ist wichtig, diese einmalige Chance für eine sinnvolle Nutzung und ein schmuckes Gebäude inmitten von Tandern beim Schopf zu packen.“

ost

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