+
Hier soll das neue Hallenbad entstehen: direkt neben dem alten. Der Werkausschuss war sich darüber einig.

Neubau des Dachauer Hallenbads

Hitzige Sauna-Debatte

Nach fast vier Jahren ist nun zumindest klar, wo das neue Hallenbad stehen soll. Darüber waren sich die Stadträte schnell einig. Eine weitaus hitzigere Debatte entbrannte aber viel mehr um den geplanten Saunabereich. Wie groß darf er sein?

Zwischen drei Standortmöglichkeiten für das neue Hallenbad musste sich der Werkausschuss in seiner jüngsten Sitzung entscheiden. Die Wahl fiel schließlich auf den Standort direkt neben dem jetzigen Hallenbad: unter anderem wegen der kostengünstigsten Betriebskosten. 

An Standort A direkt an der Amper hätte eine relativ kostspielige Entspannungsoase Platz, allerdings müsste dafür der Eingang des Freibads weichen. Standort B wiederum platzierte das neue Schwimmbad direkt an der Ludwig-Dill-Straße, positiv daran: Die Parkplätze auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind bereits vorhanden. Aber genau neben der Straße fühlten sich die Gäste des geplanten Saunagartens sicher nicht ganz wohl. Schließlich fand die dritte Variante des Architekten Wolfgang Gollwitzer die größte Zustimmung bei allen Stadtratsfraktionen. Denn Standort C neben dem bestehenden Hallenbad ermögliche die kostengünstigsten Betriebskosten mit 193 000 Euro pro Jahr, für die Entspannungsoase an der Amper mit großzügigem Saunagarten wären rund 600 000 Euro im Jahr mehr fällig gewesen.

 Außerdem erklärte der Architekt Wolfgang Gollwitzer auf Anfrage des CSU-Stadtrates Peter Strauch, dass rund 5700 Besucher mehr pro Jahr in den großzügigen Saunagarten am Standort A kommen müssten, damit sich die Hallenbadinvestition mit Amperblick auch wirklich lohne. „Standort A ist zwar emotional ganz schön, aber wir können es uns einfach nicht leisten“, stellte auch Volker C. Koch (SPD) fest. Oberbürgermeister Florian Hartmann stimmte zu: „Wir müssen auch schauen, dass unsere Stadtwerke wirtschaftlich weiter bestehen können.“ 

Der Nachteil an der bevorzugten Fläche C: Die jetzige Stockschützenbahn muss weg, und die zukünftigen Besucher des Hallenbads werden beim Bahnenschwimmen direkt auf die Rutsche und die Technikgebäude des Freibades blicken, so Gollwitzer. Aber ob sich ein großzügiger Saunabereich wie an Standort A wirklich rentiere, sei sowieso nicht klar, so Peter Gampenrieder (ÜB): „Wichtig ist, dass wir ein Hallenbad für die Sportvereine und den Schulunterricht schaffen. Ich weiß nicht ,ob wir der Sauna ein so hohes Gewicht geben sollen.“ 

Dass aber eine Sauna geplant ist, bestätigte Wolfgang Gollwitzer: „Eine Sauna ist definitiv im Innenbereich, und ein Saunagarten im Außenbereich beschlossen.“ Obwohl auch Fraktionssprecher Claus Weber (FW) für den Standort C plädierte, schlug er einen kleineren Saunabereich vor. Denn am Wettersteinring entstehe bald ein großes Wellnesscenter – ob die Bürger dann noch ins Hallenbad zum Saunieren gingen, sei nicht vorhersehbar. Auch Norbert Winter (BfD/FDP) stimmte den Bedenken seines Stadtratskollegen zu: „Ich weiß nicht, ob es dann noch eine Kundschaft gibt, die die Sauna im Hallenbad nutzt.“ Auch die Stadträte der CSU sahen den geplanten Wellnesstempel am Wettersteinring als mögliche Konkurrenz für den Saunabereich des neuen Schwimmbades. 

Aber der kaufmännische Stadtwerksleiter Robert Haimerl betonte: „Ich kenne es doch aus Fürstenfeldbruck. Da platzt die Sauna aus allen Nähten.“ Deswegen sehe er im Saunabereich eine wichtige Möglichkeit, um das Hallenbad auch rentabel zu bauen. Weitere Debatten um die Sauna sind also zu erwarten. In der Abstimmung ging es diesmal nur um den Standort. 

Bereits im Mai 2012 fällte der Werkausschuss den Beschluss für ein neues Hallenbad. Jetzt können die Stadtwerke zumindest die Vorplanungen neben dem jetzigen Hallenbad in Angriff nehmen. Denn alle Stadratsfraktionen stimmten einstimmig für die Fläche C neben dem jetzigen Hallenbad und auf der Stockschützenbahn. Dafür müsse aber in Zukunft noch der Flächennutzungsplan geändert werden. Außerdem seien weitere Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes nötig, denn die Wunschfläche für das neue Schwimmbad stellte sich als Landschaftsschutzgebiet heraus. Aber Ingenieur Gollwitzer konnte beruhigen: „Der Unteren Naturschutzbehörde ist es nur wichtig, dass möglichst wenige Eingriffe in die Natur stattfinden.

Anna Schwarz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Münchner (24) ertrunken
Ein 24 Jahre alter Münchner ist am Freitagabend im Karlsfelder See ertrunken. Es ist der erste Badetote im Landkreis Dachau in diesem Jahr.
Münchner (24) ertrunken
Acht Senioren in Klinik gebracht
Acht Senioren im Alter von 65 bis 93 Jahren sind am Samstagvormittag bei einem Rettungsgroßeinsatz ins Krankenhaus gebracht worden. Der Verdacht: Dehydrierung.
Acht Senioren in Klinik gebracht
In Summe eine Million eingespart
Die neue Grundschule wird eine teure Angelegenheit für Karlsfeld. Nur gut, dass die Architekten noch einige Posten aufgetan haben, an denen gespart werden kann. In einem …
In Summe eine Million eingespart
Wird dieser Kinderfestzug am Volksfest der letzte sein?
Der Kinderfestzug am Dachauer Volksfest hat eine lange Tradition. Zu bestaunen gibt es aufwändig dekorierte Wagen und Kinder in liebevoll gestalteten Märchenkostümen. …
Wird dieser Kinderfestzug am Volksfest der letzte sein?

Kommentare