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Neue Unterkünfte für Asylbewerber wurden gestern in Karlsfeld der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Viel besser als Container

Neue Unterkünfte in Karlsfeld

Karlsfeld - „Perfekt“, beurteilt Landrat Stefan Löwl die vier neuen Asylunterkünfte in Holzständerbauweise in Karlsfeld. Zur Einweihung und Segnung der Gebäude nahe der Allacher Straße kamen fast 200 Interessierte.

„Ich bin begeistert“, meint eine Karlsfelderin vom Helferkreis, nachdem sie sich die Wohnungen angeschaut hat. Insgesamt 31 sind auf vier Gebäude verteilt. Beim Eintritt stehen die Besucher in einem Aufenthaltsraum mit Küche, an den vier Zimmer angrenzen: drei Schlafzimmer mit jeweils zwei Betten und ein Bad mit Dusche.

„In einer Wohnung ist Platz für sechs Menschen“, erklärt Landrat Löwl. Das könnten entweder eine Familie sein, oder aber sechs einander fremde Menschen, die in einer Wohngemeinschaft in der „verschärften Hardcore-Variante“ zusammenleben müssen, sagt Löwl. Insgesamt werden maximal 186 Bewohner einziehen.

Die Lage der Unterkünfte hat laut Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe „gute Voraussetzungen“: Supermärkte und andere Geschäfte in kurzer Entfernung und die Anbindung an die Münchner Straße.

Alle Wohnungen sind zudem über separate Eingänge erreichbar – das bietet mehr Privatsphäre und weniger Konfliktpotenzial. „Die zukünftigen Bewohner können sich auf die Integration konzentrieren, Sprachkurse und eine Arbeit suchen“, führt Löwl aus.

Anfang November 2015 begannen die ersten Bauarbeiten. Nach vier Monaten ist jetzt das erste Gebäude fast bezugsfertig. „Ein bisschen Mobiliar fehlt noch“, meint Wolfgang Reichelt, Pressesprecher des Landratsamtes. „Frühestens übernächste Woche ziehen dann die ersten Menschen ein“, kündigt Reischelt an.

Das letzte der vier Gebäude soll laut Landratsamt-Pressesprecher Wolfgang Reichelt „bis spätestens Anfang März“ fertig sein. In diesem finden sich neben den sieben Wohnungen zwei Beratungszimmer und einen Schulungsraum. Diese soziale Komponente war nach eigenen Aussagen auch ein wichtiges Anliegen für die Unternehmer von „Ref+“, die Verantortlichen für das Konzept der neuen Unterkünfte.

Die Unterkünfte in Holzständerbauweise kosten laut Landrat genau so viel wie Containerunterkünfte. „Mit Erschließung und Fertigstellung liegen die Kosten zwischen 800 und 900 000 Euro“, erklärt Lars Peter Schäfer, Geschäftsführer von „Ref+“. Nur seien sie energieeffizienter als die Container und könnten der Gemeinde später auch als Sozialwohnungen dienen. „Dafür erfüllen sie alle Standards“, erklärt Löwl.

Die Unterkünfte in Karlsfeld sollen ein Pilotprojekt für den Landkreis sein, so Löwl. Er verrät: „Zur Zeit sind wir noch auf der Suche nach geeigneten Grundstücken."

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