Zwei, die sich verstehen: Hunde-Fachmann Benedikt Scheppan und sein zweijähriger Ridgeback „Tyson“. Foto: kra

Hundetrainer Benedikt Scheppan: Rudelchef und TV-Experte

Dachau - Eigentlich mag er das Gerede vom „Hundeflüsterer“ nicht. Benedikt Scheppan nennt sich ganz einfach „Hundetrainer“. Passen würde allerdings auch die Bezeichnung „Rudelchef“.

Vor einigen Jahren hat Scheppan eine Ausbildung zum „ganzheitlichen Hundetrainer und Tierheilpraktiker“ sehr erfolgreich absolviert. „Mit Note eins“, bemerkt der 30-Jährige stolz. Inzwischen ist Scheppan ein gefragter Experte, der regelmäßig in Funk und Fernsehen interviewt wird, zum Beispiel, wenn es um die Gefährlichkeit von Kampfhunden geht.

So kam er auch in Kontakt mit Fernseh-Redaktionen, die gelegentlich mit Hunden zu tun haben. Wie zum Beispiel die SAT1-Nachmittags-Serie „Richter Alexander Holt“, wo er sowohl mit seinem Husky-Mix „Chico“ auftritt, als auch im Studio aufpasst, wenn fremde Vierbeiner eine Rolle spielen. „Da ist schon aus versicherungsrechtlichen Gründen eine Experte nötig“, erklärt der Dachauer. Zur Zeit liegt ihm eine Anfrage aus einer Berliner TV-Redaktion vor, Genaueres darf er indes noch nicht verraten.

Schon seit seiner Kindheit spielen Hunde in Scheppans Leben eine besondere Rolle: „Mit acht Jahren erhielt ich einen Schäfer-Collie, der mich meine ganze Teenagerzeit über begleitet hat.“ Ein prägender Lebensabschnitt. Nach einer Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann entschied sich der gebürtige Dachauer, seine Hundeleidenschaft zum Beruf zu machen. Als jemand, der sich um „Problem-Hunde“ kümmert. Wobei Scheppan differenziert: „Die Schwierigkeiten spiegeln sich meist an beiden Enden der Leine wider.“ Deswegen besucht er seine Klienten zu Hause, in der für sie gewohnten Umgebung: „Hier sehe ich am schnellsten, wie das Verhältnis zwischen den Beteiligten funktioniert.“

Seine „mobile Hundeschule“ ist sozusagen Programm. Denn häufig müssen beide Seiten lernen, sich richtig zu verhalten. Ein einfaches Beispiel. „Wenn mir mein Hund seinen Spielball vor die Füße legt und ich werfe, dann hat er die Kontrolle - und nicht ich“, erklärt der Coach. Das wichtigste Ziel jeder Erziehung sei es, den Besitzer als Rudelchef zu etablieren. Aber das reicht nicht: „Wenn ich abends nach Hause komme und zuerst meinen Hund und danach meine Frau und die Kinder begrüße, erhöhe ich den Status des Hundes in der Gruppe.“

Mit Folgen für die anderen Familienmitglieder, auf deren Befehle der vierbeinige Hausbewohner irgendwann nicht mehr hören wird. Eigentlich völlig logisch, doch häufig nicht bedacht.

In einem Gespräch mit Scheppan erlebt der durchschnittliche Hundebesitzer ständig solche Aha-Momente. Des Trainers Grundregel lautet: „Ich muss mich verändern, damit sich mein Tier verändert.“ Vor wenigen Wochen hat der Hunde-Experte mit seiner Partnerin Stefanie Freitag einen Dogshop in der Sudetenlandstraße eröffnet. Auch hier steht die Beratung im Vordergrund: vom passenden Geschirr für jede Altersstufe über die artgerechte Ernährung bis zum richtigen Zeitpunkt für den Fressnapf: „Laufen, fressen, schlafen - das ist der Zyklus, nach der Hunde leben.“

Den Vierbeinern ist das klar, manchem Herrchen oder Frauchen hingegen nicht. Deswegen ist Scheppan auch eher ein „Hundebesitzer-Flüsterer“ und kein „Hundeflüsterer“. (kra)

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