Ein Planet wurde nach ihm benannt: Professor Andreas Burkert war schon immer fasziniert von den Sternen. foto: Sponder

„Ich beginne, das Universum zu verstehen“

Petershausen - Woher kommen wir und wohin gehen wir? Das sind Fragen, die Andreas Burkert brennend interessieren. Beantworten kann er sie auch nicht, doch seit er in das Weltall blickt, kann er das Universum besser verstehen.

In Petershausen lebt seit 2003 mit Professor Dr. Andreas Burkert der Ordinarius an der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU) und Leiter des Lehrstuhls für theoretische Astrophysik. Er leitet auch die LMU-Sternwarte. Nach ihm benannte die International Astronomic Union einen Kleinplaneten: „267003 Burkert“. „Die Nacht mit dem Sternenhimmel hat mich immer schon fasziniert, genauso wie Hoimar von Ditfurth, der mein Interesse an der Forschung geweckt hat“, sagt der 55-jährige. Geboren ist er im niederbayerischen Gangkofen, Landkreis Rottal-Inn. „Ich wollte nie nur für andere etwas bauen und die Arbeitszeit absitzen“, sagt er.

Ihn interessierte immer schon die Chaostheorie, Biologie oder Meteorologie und er tüftelt gerne. So entschied er sich für die Fächer Physik und Astronomie, die er an der LMU studierte, als Professor Dr. Rolf-Peter Kudritzki an die LMU kam und Leiter der Sternwarte wurde. Dem jungen, unkonventionellen Professor gelang es, bei Andreas Burkert die große Liebe zur Astrophysik zu wecken. „Da wollte ich weitermachen“, sagte Burkert. Bei ihm schrieb er sowohl seine Diplom- als auch seine Doktorarbeit. Professor Kudritzki stellte ihm das Diplom-Thema frei. Burkert entschied sich für die „Entstehung der Zwerggalaxien“ als Urbausteine heutiger Milchstraßen und wurde 2003 Kudritzkis Nachfolger an der LMU. „Ich beginne, das Universum zu verstehen“, stellt Professor Burkert fest. Nun müsse er das auch weitergeben. „Das muss aus mir raus. Darum sind Forschung und Lehre so eng verknüpft.“ Hinauszuschauen ins Weltall sei ein Blick in die Vergangenheit, denn was wir heute am Himmel sehen, sei Licht, das vor langer Zeit, teilweise vor Millionen Jahren abgestrahlt wurde und jetzt bei uns ankommt. „Je weiter ich hinausschaue, desto mehr sehe ich in die Vergangenheit, im Prinzip bis zum Urknall. Das alles wollte ich verstehen.“ Doch Professor Burkert postuliert: „Das Weltbild lässt sich nicht allein mit Physik erklären. Wir müssen auch den Glauben mit einbinden.“

Deshalb interessiere er sich in letzter Zeit verstärkt für die Verbindung von Wissenschaft, Theologie, Philosophie und fundamentalen Fragen. „Es hat mich immer schon fasziniert, wie sich quasi aus dem Nichts des Urknalls alles entfalten konnte. Da erhebt sich die Frage, wo kommen wir her und wo gehen wir hin? Sind wir allein im Universum? Eng damit verknüpft ist auch die nächste Frage, welche Stellung hat die Menschheit im Universum? Sind wir die Einzigen im Universum und nur eine Randerscheinung?“

Was er sicher wisse, sei, dass die Erde vor etwa vier Milliarden Jahren entstand und in rund fünf Milliarden Jahren bei einer zu erwartenden Explosion unserer Sonne vergehen werde. Professor Burkert fährt fort: „Ich bin mir sicher, dass es Leben im All gibt, vielleicht sogar unendlich viele Zivilisationen. Wir sind bestimmt nicht die Einzigen, die Krone und das Zentrum der Schöpfung, sondern gehören einfach nur dazu.

Aber wir sind sicherlich einzigartig mit unserer blauen Erde und damit auch etwas Besonderes.“ Die schnellste irdische Pioneer-Sonde brauche zur Nachbarsonne 40 000 Jahre. „Das sind 2000 Generationen.“ Da mache die Erforschung des Weltraums durch die Menschen keinen Sinn. Erst wenn man sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen könnte, wäre man in drei Jahren bei Alpha Centrauri. „Je schneller man sich bewegt, desto kleiner werden die Distanzen. Für den sich Bewegenden werden alle Distanzen zum Katzensprung.“

(rds)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Liebe im Einmachglas gibt’s nur in Karlsfeld
Hier gab es so ziemlich alles, was man nirgendwo sonst kaufen kann: Beim Adventsmarkt in der Mittelschule Karlsfeld wurde sogar Liebe im Einmachglas angeboten.
Liebe im Einmachglas gibt’s nur in Karlsfeld
Leichtsinniger Radler schwer verletzt
Ein 63-jähriger Radfahrer ist bei einem Unfall am Donnerstag Früh schwer verletzt worden.
Leichtsinniger Radler schwer verletzt
Randale an Bushaltestellen
Unbekannte Vandalen haben an mehreren Bushaltestellen im Stadtgebiet Dachau randaliert und einen Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro verursacht. Die Polizei …
Randale an Bushaltestellen
Imbiss zieht in Metzgerei Gasteiger ein
Vor eineinhalb Jahren hat die Metzgerei Gasteiger in der Altstadt geschlossen. Der Aufschrei war groß – doch mittlerweile gibt es ein neues Konzept für die …
Imbiss zieht in Metzgerei Gasteiger ein

Kommentare