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Mieses Wetter? Davon ließ sich Johann Manal aus Prittlbach die Freude am Oldtimerfahren nicht verderben.

Verein der Freunde alter Fahrzeuge

Ausfahrt bei Regen? Wir sind doch nicht aus Zucker!

Dachau - Die 67. Ausfahrt der Freunde alter Fahrzeuge (FaF) ist wegen des schlechten Wetters lange auf der Kippe gestanden. So trafen sich am Start auf dem Kauflandparkplatz in Dachau deutlich weniger Oldiefans zur Ausfahrt nach Mauern (nördlich von Moosburg) als bei den Veranstaltungen zuvor. Wie durch ein Wunder änderte sich nach dem Start für 52 Oldie-Automobile und fünf Motorräder aus Opas Zeiten das Wetter.

Plötzlich zeigte sich die Sonne, und kein Tropfen fiel mehr vom Himmel, so dass für die Oldie-Lenker schnell feststand: Verdecke der Cabrios können sofort geöffnet werden. „Wir sind doch nicht aus Zucker“, machte der langjährige frühere Vereinsvorsitzende Karl Goeb Mut, und auch für den jetzigen Vorsitzenden Claus Thiemicke, der von seinem Wohnort in Bayreuth anreiste, stand fest: „Gefahren wird auf alle Fälle.“ Thiemicke stellte sich wie gewohnt als „Lumpensammler“ bei diesem Corso zur Verfügung und hatte das Glück, kein einziges Mal als Reparateur oder Abschlepper tätig werden zu müssen, denn die betagten Fahrzeuge hielten die exakt hundert Kilometer durch.

Als einer der ersten Oldie-Fans war der Prittlbacher Johann Manal mit seinem 65 Jahre alten Mercedes 170 S an den Start gekommen. Für den 67-Jährigen war es Ehrensache, seinem maronroten, 52 PS-starken Gefährt zu vertrauen.

Oldtimer herrichten ist natürlich auch für Karl Goeb eine Lieblingsbeschäftigung. Das sieht man an seinem orangen BMW Cabrio 1602, das er in unzählig vielen Arbeitsstunden restauriert hat.

Als Hartgesottene, die das ganze Jahr über kein Wetter scheuen, darf man die fünf Motorradfahrer und einen Beiwagen-Gespannfahrer bezeichnen, zu denen auch zwei Männer aus der Gemeinde Erdweg gehören. André Ruck aus Kleinberghofen hat seiner 12 PS starken DKW 350 Zunder gegeben, und auch Andreas Reimann aus Großberghofen ist Motorradler mit Leib und Seele. Er nahm mit seiner BMW R 26, die 1956 mit 17 Pferdestärken gebaut wurde, an der Ausfahrt teil.

Auch diesmal zeigte sich, dass bei den Oldie-Verehrern die Jugend größtenteils fehlt. „Wir würden uns auch mehr Youngtimer wünschen“, sagte Karl Goeb. Ein echter Motorrad-Veteran ist der 85-jährige Paul Einertshofer aus Großinzemoos, der schon seit vielen Jahren bei den Ausfahrten Streckenwart ist. Heuer hat Einertshofer seine 600er-BMW aber in der Garage stehen lassen und es vorgezogen, mit seinem weißen Volvo Amazon, Baujahr 1966, die Karawane anzuführen.

Einertshofer hatte als Beifahrer den 80-jährigen Adolf Luttner dabei, der sonst immer als Motorradler Gas gibt, ein paar Wochen zuvor aber mit seinem „Russengespann“ gestürzt war und sich dabei den Arm gebrochen hatte.

Beim Wirt in Mauern traf man sich zum gemeinsamen Mittagessen, wo es ohne Fachsimpeln natürlich nicht abging. Ebenso nach der Rückkehr im Vereinslokal Kiermeir in Arzbach, wo auch bei Kaffee und Kuchen die Freude an den betagten Fahrzeugen das Hauptthema war. Hier hatten die FaFs Besuch von drei US-Cars bekommen.

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