Unternehmer fragen Politiker: IHK-Vorsitzender Peter Fink, Michael Schr odi, Katrin Staffler und Andreas Schwarzer (vol links). ans

Podiumsdiskussion der IHK mit den Bundestagskandidaten

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Noch 71 Tage bis zur Wahl: Jetzt sind die Bundestagskandidaten für die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck bei einer Podiumsdiskussion der IHK aufeinandergetroffen. Die Zeit läuft für Katrin Staffler, Michael Schrodi und Andreas Schwarzer.

Odelzhausen – Piep, Piep, die Uhr ist abgelaufen. Katrin Staffler (CSU), Michael Schrodi (SPD) und Andreas Schwarzer (FDP), die Direktkandidaten für den Bundestag, hatten im Odelzhauser Bräustüberl jeweils fünf Minuten, um sich den rund 15 IHK-Regionalausschussmitgliedern aus Dachau und Fürstenfeldbruck vorzustellen. Die Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer (Grüne) konnte nicht kommen. Termindruck – es sind noch 71 Tage bis zur Bundestagswahl.

Lady’s First: Katrin Staffler stellt ihre Person vor (siehe Kasten). Ihre politische Überzeugung in einem Satz: „Ich will Bayern in Berlin eine klare Stimme geben.“ Schrodi wird konkreter, er will Fachkräfte gewinnen, Infrastruktur verbessern – „Wir ersticken im Stau“, Wohnungsbau fördern, um etwa Wohnungen für Pfleger am Dachauer Klinikum zu schaffen, gute Löhne und Renten. Andreas Schwarzer versteift sich auf Liberalismus: „Der Staat macht immer mehr Vorschriften, das kostet immer mehr Geld“, sagt er.

Dann hatten die Unternehmer das Wort, die Politiker antworteten: Werner Mooseder, Bauunternehmer aus Dachau, fragte Schrodi, wie er bei einem Dieselfahrverbot in München abstimmen würde? Der wich aus. Dieter Reiter sei mit der Idee vorgeprescht: „Wir sollten auf innovative Fahrzeugtechnologien setzen.“ Wie er abstimmen würde, beantwortete er nicht.

Gastronom Gerhard Kohlfürst kritisierte, dass Arbeitnehmer maximal zehn Stunden pro Tag und 48 Stunden in der Woche arbeiten dürfen. Staffler will sich für eine maximale Wochen- statt Tagesarbeitszeit einsetzen, denn durch das Internet und internationale Geschäftskontakte würden sich die Arbeitszeiten eben verschieben. Schrodi: „Nach zehn Stunden hat man genug gemacht.“ Schwarzer sprach sich für eine Änderung der Arbeitszeitregelung aus. „Wenn jemand 12 bis 15 Stunden gebraucht wird, sollte er arbeiten dürfen.“ Das könnte etwa für Pförtner gelten, nicht aber für Krankenschwestern oder auf dem Bau.

Mooseder wollte auch wissen, welche staatlichen Regelungen die Kandidaten zum Beispiel beim Wohnungsbau abschaffen würden? Schwarzer kritisierte die Stellplatzregelung, denn Bauunternehmer sind verpflichtet, neben ihren Wohnungen auch Parkplätze zu schaffen. Schrodi will eine weniger „flächenfressende Bebauung“, also höhere Gebäude möglich machen. Staffler sagte, dass wegen des Flüchtlingsstroms viele Regeln bei der Wohnraumschaffung „über Bord geworfen wurden“ – diese wolle sie grundsätzlich beim Wohnungsbau abschaffen.

Das umstrittenste Thema war das geplante Gesetz für Teilzeitkräfte, die nach bestimmter Zeit wieder in Vollzeit zurückkehren dürfen. „Das wäre eine Katastrophe für kleine Unternehmen“, sagte Andrea von Haniel von den Haimhauser E-Werken. Schrodi erklärte, dass oftmals Frauen in der „Teilzeit-Falle“ stecken: „Sie brauchen ein Rückkehrrecht.“ Staffler wich aus. Bei der Frage ob Betriebe mit 15 oder 200 Arbeitern das Rückkehrrecht einführen sollen, würde sich bei den Gesprächen zwischen Union und SPD etwas ergeben. Schwarzer schlug ein Rückkehrrecht für Schwangere vor, innerhalb von zwei bis drei Jahren.

Wie stehen die Kandidaten zur Energiewende? Schrodi will, dass möglichst viele Windräder in kommunaler oder Bürgerhand geschaffen werden. Für Staffler sei die praktische Umsetzung der Energiewende nicht immer einfach: „Es muss was rauskommen, was auch wirtschaftlich ist.“ Auch Schwarzer äußerte sich kritisch über Bayerns Windräder: Denn manchmal sei es sinnvoller, sie an einer norddeutschen Küste aufzustellen.

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