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Heinrich Raudies betreut mit seiner Firma Communicate Consult auch die AltoNetz GmbH.

Indersdorfer Internetverbindung ist katastrophal

Indersdorf - Kommunikationssystem-Experte Heinrich Raudies weiß, dass es ohne Glasfaser in Indersdorf zukünftig nicht mehr geht. Im Interview zeigt er, was für den Netzausbau alles nötig ist.

Seit Monaten kämpft die Bürgerinitiative Glasfaser Indersdorf gegen die Langsamkeit. Gegen die Langsamkeit der Internetverbindung in der Gemeinde. Sie wissen: Ohne Internet ist niemand mehr zukunftsfähig. Ihr Ziel: Indersdorf soll die beste Technik bekommen, die der Markt derzeit bietet. Doch dafür braucht sie Hilfe von der Gemeinde. Und die ließ von einem Experten ein Konzept erstellen. Im Interview zeigt Heinrich Raudies von Communicate Consult, was für den Netzausbau nötig ist, und warum Indersdorf eigentlich nicht mehr lange damit warten sollte.

-Was für ein Konzept haben Sie dem Indersdorfer Gemeinderat vorgestellt?

Wir haben gezeigt, wie in der Marktgemeinde ein Highspeednetz für ein zukunftsträchtigeres Internet realisiert werden kann.

-Wieso braucht Indersdorf ein schnelleres Netz?

Weil die Versorgung in manchen Randgebieten und im Gewerbegebiet einfach katastrophal ist.

-Was heißt das konkret für Firmen, die nach Indersorf kommen möchten?

Im Gewerbegebiet ist die Internetverbindung sehr schlecht. Im Moment können sie dort kaum arbeiten. Für eine moderne Firma ist das Internet genau so wichtig, wie eine Straße. Ohne geht gar nichts. Oft sind die Zweigstellen einzelner Unternehmen nur mittels Internetkommunikation miteinander vernetzt.

-Das Netz-Problem besteht aber nicht nur im Gewerbegebiet. Wo leiden die Haushalte besonders?

Es gibt Häuser in Niederroth, Langenpettenbach oder Ainhofen, da gibt es gar kein DSL. Braucht ein Kind für die Hausaufgaben Internet, muss es für die Recherche zum Nachbarn, oder in den nächsten Ort. Das ist kein Zustand.

-Woran liegt dieses Ungleichgewicht im Gemeindegebiet?

Im Ortskern bei der alten Post steht ein Verteiler. Alles im Bereich von eineinhalb Kilometern ist im Moment gut versorgt. Doch weiter weg kann man kaum vernünftig arbeiten.

-Wo liegen die größten Probleme beim Ausbau?

Das sind vor allem die kleinen Weiler und Höfe. Dorthin Leitungen zu verlegen, kostet irrsinnig viel Geld. Gerade Senkenschlag ist wirklich ein Dilemma.

-Ist es überhaupt möglich alle Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen?

In Altomünster gab es fast die gleiche Situation. Hier haben Gemeinde, Bürgerinitiative und Einwohner zusammengearbeitet. Jetzt kommen sie diesem Ziel schon sehr nahe.

-Lohnt sich der Netzausbau für Indersdorf?

Das Internet-Projekt in Altomünster hat gezeigt: Wenn die Bürger zusammen helfen, ist alles möglich. Je mehr sich beteiligen, umso geringer fallen die Kosten aus. Zudem wäre auch eine Kooperation mit AltoNetz denkbar.

-Welche Schritte müssen jetzt passieren, damit es schnell zum Netzausbau in Indersdorf kommen kann?

Da es schon eine Bürgerinitiative gibt, muss als nächstes ein Netzbetreiber gefunden werden. Erst dann geht es an die Realisierung. Erst dann geht es an konkrete Planungen mit konketen Zahlen.

-Wenn es einen Netzbetreiber gibt, wie lange dauert es , bis jeder Indersdorfer Zugang zu schnellem Internet haben kann?

Die Baumaßnahmen für alle Ortsteile könnten rund drei Jahre dauern.

-Der Gemeinderat hat trotz Interesse noch nicht beschlossen, Ausschreibungen für einen Netzbetreiber zu starten. Enttäuscht sie das - auch als Indersdorfer?

Der Gemeinderat hat sich Bedenkzeit genommen. Es ist jetzt nur wichtig, dass die nötigen Entscheidungen zügig getroffen werden, damit es in Indersdorf möglichst bald zu einer zukunftsträchtigen Lösung kommt.

Interview: Christiane Breitenberger

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