+
Das Prinzenpaar vom vergangenen Jahr, Anika I. und Simon I., wollte sich wohl in der Dachauer Faschingsgeschichte verewigen.

Inthronisation der Dachauer Prinzenpaare

Ein Patzer, der gar keiner war

  • Anna Schwarz
    vonAnna Schwarz
    schließen

Dachau - Es war ihr letzter Tanz als Faschingsprinzenpaar. Doch dann passierte Anika I. und Simon I. ein Patzer, der gar keiner war: Das Prinzenpaar des vergangenen Jahres wollte sich nur in der Dachauer Faschingsgeschichte verewigen.

Gardekostüme mit funkelnden Pailletten, Narrenkappen und Glitzergirlanden: Im Ludwig-Thoma-Haus eröffnete die Faschingsgesellschaft Dachau die Narrenzeit. Bei der Inthronisation ihrer Prinzenpaare lief aber nicht alles glatt – zumindest auf den ersten Blick.

Rund 400 Gäste waren zum Auftakt des Dachauer Faschings am Samstagabend gekommen. Wer dabei nicht im großen Saal Platz nehmen wollte, konnte sich die Video-Übertragung im Foyer ansehen – und die Tanzpaare und Garden von der Weite beobachten. Michaela Zachmann, die Präsidentin der Faschingsgesellschaft, und Vizepräsidentin Mirjam Meier begrüßten das Publikum, und die befreundeten Faschingsgesellschaften, am weitesten angereist waren die Salzburger Narren.

Dann übergaben die Präsidentinnen das Zepter an Hofmarschall Erik Kuhnert, der das Kinderfaschingsprinzenpaar aus dem vergangenen Jahr, Julia und Justin, verabschiedete. Begleitet von der Kinderfaschingsgarde in blauglitzernden Kostümen, kamen die beiden in den Saal. Nach deren letzten Walzer stand die Inthronisation von Jule I. und Max I. bevor. „Danke, dass du mich gefragt hast“, sagte der elfjährige Max Jasche aus Hebertshausen zu seiner Faschingsprinzessin. Sie ist offenbar der Grund dafür, dass die beiden als Prinzenpaar durch die kommende Faschingssaison tanzen. Dann stand ihr erster Walzer vor großem Publikum bevor – bei dem Max seine Jule mehrmals durch die Luft wirbelte.

Anschließend holten zwei Gardemädchen OB Florian Hartmann aus dem Publikum. Er ging auf die Höhe der Mädchen herunter in die Hocke und watschelte an ihren Armen im Entenlauf zur Bühne. Dort begrüßte der OB das Kinderprinzenpaar in ihrem Amt und überreichte Blumen und Kindersekt. Im Gegenzug verliehen ihm Max und Jule einen Orden des Prinzenpaares.

Danach trat die Jugend-Showtanzgruppe Black Pearls auf. Sie tanzten zu rockigen Songs wie „Hell’s bells“ von ACDC oder Bryan Adams „Summer of 69“ und verkörperten das Motto der Inthronisation „Gegensätze ziehen sich an“ – mit schwarz-roten, eher rockigen und weißen Hip-Hop-Kostümen. Nach ihrem Auftritt erzählte die zehnjährige Faschingsprinzessin Jule Meier aus Bergkirchen: „Wir waren davor schon sehr aufgeregt, weil wir ja vor den ganzen Leuten tanzen mussten und keine Fehler machen sollten.“

Doch Fehler passieren – wie sich bei der Verabschiedung des erwachsenen Prinzenpaares Anika und Simon zeigen sollte. Doch zwischen den Auftritten der Faschingsgesellschaft hatten die Gäste Zeit, sich selbst auf dem Tanzparkett zu beweisen.

Dann war es so weit: Das Prinzenpaar aus dem vergangenen Jahr, Anika und Simon, und die neue Faschingsprinzessin Michaela IV. und Christopher II. marschierten mit ihrer Garde Dancing Diamonds in den Saal. Doch Anika und Simon wollten sich nochmals in der Geschichte der Faschingsgesellschaft verewigen – bei ihrem letzten Walzer. Nach wenigen Sekunden stolperten die beiden und landeten auf dem Parkettboden. Zunächst herrschte Fassungslosigkeit, bis das Paar loslachte und das Publikum mit ihm. Hofmarschall Erik Kuhnert erklärte danach: „Es ist genau an der richtigen Stelle passiert.“ Das Paar hatte seinen vermeintlichen Patzer bereits bei der Generalprobe vorgeführt.

Bilder: Inthronisation der Dachauer Faschingsgesellschaft

Beim Walzer des neuen Prinzenpaares lief allerdings alles glatt. Michaela Knam (18) aus Eschenried und Christopher Bucke (19) aus Allach tanzten schon einmal als Kinderprinzenpaar miteinander – vor rund acht Jahren. Sie sind über die Jahre hinweg Freunde geblieben: „Wir sind aber kein Paar“, sagt Michaela. Sie macht gerade eine Ausbildung zur Licht- und Reklameherstellerin in Feldgeding. Ihr Faschingsprinz hat nach dem Abitur einen Bundesfreiwilligendienst im Rettungsdienst absolviert und will nun eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen.

Doch zunächst stehen ihnen rund 40 Auftritte in der Narrenzeit bevor. Was sich die beiden davon erhoffen? Christopher: „Dass wir mit unserer coolen Truppe viel Spaß haben und das Brauchtum des Faschings weitergeben.“ Michaela erzählt: „Wir treten ja auch in Altenheimen auf, und ich freue mich darauf, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“

Schließlich übergab OB Hartmann einen symbolischen Rathausschlüssel an die Narren: „Dachau wird wieder zur Narrenhochburg, beziehungsweise: Es bleibt eigentlich alles, wie es ist“, witzelte er. Michaela und Christopher zählen schon die Tage, bis es los geht. Ab dem unsinnigen Donnerstag haben sie sich Urlaub genommen.

Auch interessant

Kommentare