Stolze Siegerin: Irene Pfab (Mitte) gewann vor der italienischen Titelverteidigerin Ausilia Vistarini (l.) und Nicola Nesselberger. Foto: kn

Irene Pfab nun auch Weltmeisterin im Freien

Petershausen - Im dritten Anlauf hat sich die für den SV Petershausen startende Mountainbikerin Irene Pfab den Weltmeistertitel über die 24-Stunden-Marathondistanz im Freien gesichert.

Im Jahr 2007 war sie schon Vize-Weltmeisterin, und vor zwölf Monaten musste sie wegen Magenbeschwerden aufgeben. Es war allerdings nicht ihr erster WM-Titel, denn schon im Frühjahr dieses Jahres hat Ausdauer-Ausnahmetalent Irene Pfab die 24-Stunden-Indoor-WM gewonnen.

Nachdem sie in den vergangenen Jahren so viel Pech hatte, wollte es die Wolfsbergerin heuer wissen. Sie hatte sich fest vorgenommen, in Sulzbach-Rosenberg der italienischen Titelverteidigerin Ausilia Vistarini aus Italien den im Vorjahr in Ruhpolding errungenen Titel abzuluchsen. Ein schweres Unterfangen, denn die Italienerin legte gleich ein irres Tempo vor; sie wollte offenbar sofort für klare Verhältnisse sorgen und die Konkurrenz früh in die Schranken weisen. Irene Pfab ließ sich aber nicht beeindrucken, sie fuhr von Anfang an konstante Rundenzeiten. Nach vier Stunden wurde sie für ihre Geduld belohnt, da übernahm sie die Führung, die sie bis in die frühen Morgenstunden auf eine Runde ausbaute. Auf dem selektiven Kurs mitten durch das alte Industriegelände der Sulzbach-Rosenheimer Maxhütte ging es vorbei am Hochofen und durch eine alte Werkshalle, ehe man in ein angrenzendes Waldgebiet einbog. Die zähe Italienerin gab sich aber nicht geschlagen, sie kämpfte verbissen bis zum Schluss, um ihren Titel zu verteidigen.

Irene Pfab musste immer wieder von ihrem Trainer und Betreuer Heinz Zorko auf dem laufenden gehalten werden, er teilte ihr mit, wie groß der Vorsprung gerade war. Nachdem Pfab um 7 Uhr eine Frühstückspause eingelegt hatte, fuhr sie sofort wieder an der Italienerin vorbei. In Pfabs Team war man nun irrtümlicherweise der Meinung, Irene führe nun mit zwei Runden Vorsprung.

Um 9 Uhr wollte Pfab, auf Grund völliger Erschöpfung, eine weitere Pause einlegen, im Irrglauben, sich eine Runde lang dieses Erholungsunterbrechung leisten zu können. Ihr Betreuer wollte jedoch auf Nummer sicher gehen, er erkundigte sich beim Kampfgericht nach dem aktuellen Stand. Er erfuhr – zum Entsetzen aller Mitglieder des Pfab-Teams – dass die SVP-Fahrerin doch nur mit einer Runde in Führung lag. Nun musste Irene Pfab noch in zwei Runden zehn Minuten Zeit gut machen, um sich diese Pause zu verdienen. Am Ende konnte die Wolfsbergerin mit einer Runde Vorsprung auf die Vorjahressiegerin das Rennen zu ihren Gunsten entscheiden und ihren zweiten Weltmeistertitel in dieser Saison nach Hause zu fahren.

Nach 55 Runden hatte Irene Pfab 412 Kilometer und rund 4000 Höhenmeter zurückgelegt. Nun geht es in eine wohlverdiente Ruhepause, bevor Anfang November wieder die Vorbereitungen für das nächste Jahr beginnen.

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