Italienische Kapelle: Weihe vor 50 Jahren

Dachau - Die italienische Gedächtniskapelle „Regina Pacis“ auf dem Leitenberg wurde am 31. Juli vor 50 Jahren eingeweiht. Zur Finanzierung des Baus verkaufte Papst Pius XII. einst einen wertvollen Kelch.

Der Ehrenfriedhof auf dem Leitenberg ist die letzte Ruhestätte 7609 toter KZ-Häftlinge. Am Westrand des Massengrabs steht die Gedächtniskapelle Regina Pacis. Sie wurde errichtet, um an die 38 000 italienischen Opfern in den Konzentrationslagern zu erinnern.

„Gerade für italienische Gruppen ist die Kapelle zentraler Bestandteil der KZ-Gedenkstättenbesuche“, sagt Dr. Gabriele Hammermann. „Die Idee für den Bau entstand im Jahre 1949. Sechs Jahre später wurde ein Komitee zur Errichtung der Kapelle gebildet“, weiß die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Die Regierungen aus Italien und Deutschland finanzierten das Bauwerk im Renaissancestil von Architekt Ronca Euena. Der Marmor für den Rundbau stammt aus dem italienischen Candoglia. Die Kuppel der Kapelle hat einen Durchmesser von neun Metern und überrascht mit ihrer Höhe. Auf einer Steintafel im Inneren steht in Italienisch, Deutsch, Englisch und Französisch: „Votivkirche. Vom italienischen Volk zum Andenken an seine Toten für die Freiheit aller Völker errichtet.“

Die Weihe war ein Großereignis. Sie fand in Anwesenheit des italienischen Staatspräsidenten Prof. Dr. Antonio Segni und des deutschen Bundespräsidenten Dr. Heinrich Lübke statt. Papst Paul VI. hatte ein Grußtelegramm geschickt. (stm)

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