Bewohnerparkzone bringt ITG in Schwierigkeiten

Die Lehrer hoffen auf eine Ausnahme

Die geplante Bewohnerparkzone bringt das ITG in Schwierigkeiten. „Die Parkuhr läuft ab, dann müssen die Lehrer aus dem Unterricht raus und umparken – das ist nicht praktikabel“, sagt ITG-Rektor Erwin Lenz.

Dachau Um das Parkchaos am Dachauer Bahnhof zu lindern, will die Stadt in Unteraugustenfeld eine Bewohnerparkzone schaffen. Die Anwohner würden dann Parkausweise erhalten, alle anderen könnten am Parkscheinautomaten ein Ticket ziehen. Alle anderen, das sind auch die Lehrer des Ignaz-Taschner-Gymnasiums (ITG), für die die neue Regelung ein echtes Problem darstellt.

Der Vorschlag der Stadtverwaltung, für sie ebenfalls Parkausweise bis zur Fertigstellung der Tiefgarage in zwei Jahren anzuschaffen, wurde im Verkehrs- und Umweltausschuss lang und breit diskutiert – ohne Ergebnis, das Thema wurde vertagt.

Die geplante Bewohnerparkzone bringt das ITG in Schwierigkeiten, sagt ITG-Rektor Erwin Lenz. Er sorgt sich um die rund 50 Lehrer, die nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen können und deshalb einen Parkplatz brauchen; manche von ihnen hätten zudem Gehschwierigkeiten oder Rückenleiden. Außerdem: „Unterricht funktioniert nicht mehr so wie vor 30 Jahren – nur mit Tafel und Kreide. Die Kollegen haben oft viel Material zu tragen.“ Sein Statement ist klar: Ohne zeitlich unabhängige Parkplätze in Schulnähe „haben wir unlösbare Nöte“.  

Seit der Erweiterung des ITG gibt es die Vereinbarung, dass die Lehrer zu Teilen auf dem TSV-Parkplatz und im Wohngebiet parken können. Rund 300 Stellplätze gibt es im Viertel, die Hälfte soll an die Bewohner gehen. In zwei Jahren wäre die Sachlage ohnehin entspannter, dann soll der Erweiterungsbau des Gymnasiums samt Tiefgarage fertig sein. Er habe Verständnis für die von der Stadt geplante Anwohnerzone, „deshalb wollen wir den Status Quo gar nicht verändern, sondern ihn nur um zwei Jahre verlängern“.

Lenz legt Wert auf die Bezeichnung Übergangslösung. „Wir wollen gar keine Ausnahme, wir wollen nur, was uns zusteht für diese Übergangszeit“. Ohne die Zusicherung der Parkplätze hätte die Erweiterung 1987 gar nicht gebaut werden dürfen.   

„Wenn wir einmal damit anfangen, können wir nur noch Ausnahmen beschließen“, sagte Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) im Ausschuss. Schmidt-Podolsky äußerte außerdem Bedenken, wie man anderen Arbeitgebern, etwa der Caritas erklären solle, dass es für sie keine Ausnahme gibt. „Ein nicht vergleichbarer Fall“, findet Lenz. Die Caritas habe wenigstens eigene Stellplätze, die Schule nicht.

Ob Übergangslösung, Ausnahme oder Kompromissvorschlag – eine Entscheidung fällte der Ausschuss jedenfalls nicht. Volker C. Koch (SPD) nannte das Konzept der Verwaltung einen „guten Kompromissvorschlag“. Bernhard Sturm (Bündnis für Dachau) und Franz Xaver Vieregg (ÜB) stimmten ihm zu, mit Verweis auf die zeitliche Beschränkung. Norbert Winter (Bürger für Dachau) hingegen forderte eine Vertagung und die Ausarbeitung von „Richtlinien für Ausnahmen“.

Richtlinien für die Abweichung von Richtlinien also. Warum eine Ausnahme im Falle der Schule zu akzeptieren wäre, brachte Freie-Wähler-Stadtrat Robert Gasteiger auf den Punkt: „Die Schule ist ja ein Sonderfall, sie bildet schließlich junge Leute aus.“ Er nannte den Kompromissvorschlag der Stadt „in diesem Falle vertretbar“. Dennoch stimmte er mit CSU, Norbert Winter und Wolfgang Moll (parteilos) für die Vertagung – mit einer knappen Mehrheit von einer Stimme, gegen SPD, Grüne, Bündnis und ÜB. „Ich bin ja schon froh, dass es vertagt und nicht abgelehnt wurde“, sate Erwin Lenz. Und mahnt: „Wenn sich keine Übergangslösung findet, leiden am Ende die Kinder.“

ahu

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