Knallende Feierlichkeiten

200 Gäste bei Böllerschützenfest

Mit 200 Gästen haben die Böllerschützen der Sportschützengesellschaft Hochland Westerholzhausen an Fronleichnam ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt stand: eine riesen Böllerei.

So manchen Indersdorfer mag es an Fronleichnam ordentlich gerissen haben. Laute Schüsse waren kilometerweit zu hören. Denn beim Jubiläumsfest der Böllerschützen an der Pfarrer-Müller-Straße in Westerholzhausen hat es eine laute Böllerei gegeben, an der sich unter der Leitung von Günther Hahn 46 Böllerschützen aus dem Jubelverein und den Nachbarvereinen Schützenbluat Hirtlbach und Schützenlust Wagenried-Arnzell beteiligten. So hörte man in weiten Teilen der Marktgemeinde Indersdorf, dass es bei den Holzhausern etwas Besonderes zu feiern gibt.

Bevor das große Krachen begann, erklärte Hahn allen beteiligten Böllerern die Schussfolge. Die Ballerei nach bayerischem Brauch begann mit einem Salut. Mit seinem Säbel wies Kommandogeber Hahn dann auf das schnelle Reihenfeuer hin, dem ein langsames Reihenfeuer folgte. Einen Doppelschlag gab’s in der vierten Runde, bevor die vielen Zuschauer und Zuhörer das gegenläufige Reihenfeuer beklatschten. Zum Schluss der Darbietungen gab’s erneut einen Salut, bei dem alle Böllerer gemeinsam auf den Auslöser drückten.

Mit nur einer einzigen Fehlzündung ging das Schießen souverän über die Bühne. Nicht zu übersehen war, dass hier auch vier Damen sowie Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser mitwirkten.

Helmut Czech, der bei den Westerholzhausern sowohl Schützenmeister als auch Schussmeister ist, ließ es zudem mit der alten Salutkanone der Marktgemeinde dreimal kräftig krachen. Bei seiner Festrede im Zelt erzählte Czech, dass der Gedanke, eine Böllergruppe zu gründen, 1986 bei einer Fahnenweihe in Pipinsried entstanden war. Hier hatten die Ilmtaler aus Gumpersdorf Czech und dessen Mitstreitern das Böllern schmackhaft gemacht.

In den nunmehr drei Jahrzehnten sind die Westerholzhauser Böllerer schon zu vielen, meist freudigen Anlässen ausgerückt. Bürgermeister Franz Obesser begrüßte es, dass diese Gruppe viel Wert auf Kultur und Brauchtum legt und gratulierte schließlich mit einem Geldgeschenk. Namens des Schützengaues Dachau lobte der stellvertretende Gauschützenmeister Willi Lamm die Traditionspflege.

Anlässlich des Böllerschützenjubiläums schoss Hochland mit dem Luftgewehr eine Schützenscheibe aus, gestiftet von Hermann Manzenberger. Sieger wurde Johannes Fornfischer mit einem 87,5-Teiler. Bernhard Eichinger kam bei diesem Jubiläumsschießen mit einem 115,7-Teiler auf den 2. Platz, vor Nicole Schilling (129,7).

Bei der Jubelfeier kam das leibliche Wohlergehen der vielen Gäste nicht zu kurz: Mehrere Damen aus dem Verein hatten zum Kaffee feinen Kuchen gebacken, und am Abend lieferte der Baderwirt aus Langenpettenbach Schweinsbraten mit Knödel, ein Gericht, wie es sich für ein bayerisches Festessen eben gehört. 

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