Kniefall für die Damen: Zum 95. Geburtstag haben die Glonner den „Reit im Winkler“ geplattelt.

 95 Jahre lustige Glonntaler Glonn

Eine Hommage an den Verein

Verglichen mit dem menschlichen Leben möchte man meinen, der Glonner Trachtenverein würde sich mit seinen 95 Jahren im Lebensabend befinden, doch weit gefehlt. Blütezeit ist das richtige Wort. Das zeigte sich bei der unterhaltsamen Jubiläumsfeier des Vereins.

Die „Lustigen Glonntaler“ befinden sich in ihrer Blütezeit – und das trotz ihres 95-jährigen-Vereinsbestehens. Pfarrer Dr. Stephan Hauptmann, der zusammen mit einem Geistlichen aus Polen den Festgottesdienst zelebrierte, ist davon überzeugt, dass, wie die Turbulenzen in Europa zeigen, sich die Menschen wieder auf ihre Wurzeln besinnen sollten. Und dafür sei der Tachtenverein genau das Richtige: Er biete jung und alt die Möglichkeit die Wurzeln zu Brauchtum und Heimatverbundenheit zu wahren.

Der 1921 gegründete Verein ist im Laufe der Jahrzehnte auf über 200 Mitglieder angewachsen und findet, wie Vereinschef Simon Reichlmair beim Festabend erklärte, nach wie vor Zuspruch bei der Jugend. Lobenswert sei es, dass erst vor kurzem acht Buam beigetreten sind. So sei die Situation nun umgekehrt als vor ein paar Jahren. Damals seien immer mehr Madl als Buam zu den Plattler-Proben gekommen, nun aber wird das „schwache Geschlecht“ besonders umworben. Reichlmair ist aber davon überzeugt, dass sich das Geschlechterverhältnis beim Tanzen und Platteln schnell wieder ausgleicht.

Beim Gottesdienst in der Dorfkirche St. Emmeran zeigten sich die Trachtlerinnen und Trachtler in Festtagstracht und sogar mit zwei Fahnen. Die alte Fahne aus der Gründerzeit, die man in nächster Zeit höchstwahrscheinlich restaurieren muss, trug Michael Hohenester ins Gotteshaus und Martin Siegl hielt die zum 60-jährigen Gründungsjubiläum angeschaffte, neuere Fahne, fest in der Hand.

Den Ehrenabend beim Hohenester umrahmten zwei altbekannte Musiker: Toni Westermaier und Sigi Leuchtner. Die beiden spielen schon seit Jahrzehnten auf der Quetschn bei Veranstaltungen der Trachtler auf. Dafür dankte ihnen der Verein nun mit Hirschhorn-Ansteckern in Form der von ihnen gespielten Instrumente.

Was wäre ein Trachtler-Jubiläum ohne Schuhplattler? Eine Gruppe aus Erwachsenen und Jugendlichen plattelte den „Reit im Winkler“ und nach dem Essen wurden noch weitere Plattler wie das „Birkenstoana Glöckerl“ oder der „Heithauer“ aufgeführt, ohne dass sich jemand um das EM-Spiel Deutschland gegen Italien scherte. Reichlmair bemerkte nur, dass er froh sei, dass die Glonntaler keinen Patenverein in Italien haben.

Der Vereinschef versicherte dem tanzenden und plattelndem Volk, dass man das 100-jährige Gründungsfest in fünf Jahren deutlich größer in einer Halle feiern werde. Bis dahin soll der Leitspruch der Glonner Trachtler „Hoit ma zam“ weiterhin Priorität haben.

Ehrung: Anderl Hillreiner (l.) und Simon Reichlmair (r.) ehrten Ludwig Schweiger (2. v.l.) und Albert Knebl.

Auszeichnung

Eine besondere Auszeichnung gab es bei dem Jubiläumsfest im Vereinslokal Hohenester für die beiden Ehrenmitglieder Albert Knebl und Ludwig Schweiger. Albert Knebl wurde für seine 20jährige Tätigkeit als Fähnrich geehrt. Ludwig Schweiger hat sich zehn Jahre als Vorstand und Theaterleiter eingebracht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

GemeinderatbeschließtAufschub
Aufatmen bei den Anliegern der Krenmoosstraße: Die Gemeinde Karlsfeld verschiebt den dringend erforderlichen Ausbau der Straße abermals. Die Anlieger müssen nicht für …
GemeinderatbeschließtAufschub
Indersdorfs Gräber kosten künftig mehr
Wer in Indersdorf künftig ein Grab braucht, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Gemeinderäte haben jetzt eine Erhöhung der Friedhofsgebühren beschlossen. Grund: Die …
Indersdorfs Gräber kosten künftig mehr
Kleines Kulturfestival für Karlsfeld
Karlsfeld bekommt ein Kulturfestival – zunächst einmal ein kleines. Schon 2018 ist Premiere.
Kleines Kulturfestival für Karlsfeld
Hier begeben Sie sich aufs Glatteis
Wenn es auf den Straßen glatt wird, ist höchste Vorsicht geboten. Straßenexperten erklären, wo man im Landkreis besonders aufpassen sollte.
Hier begeben Sie sich aufs Glatteis

Kommentare