Jahresabschluss beim FC Pipinsried

Konrad Höß will den Verein in andere Hände geben

Pipinsried - Schon öfter hat FCP-Präsident Konrad Höß seinen Rücktritt ins Gespräch gebracht, jetzt scheint er es ernst zu meinen. Bei der Jahresabschlussfeier des FC Pipinsried im Gasthaus Lampl kündigte er seinen Abschied an.

Schon öfter hat FCP-Präsident Konrad Höß seinen Rücktritt ins Gespräch gebracht, jetzt scheint er es ernst zu meinen. Bei der Jahresabschlussfeier des FC Pipinsried im Gasthaus Lampl kündigte er an: „Meine Zeit läuft ab. Ich hoffe, dass bei den Neuwahlen im Frühjahr Roland Küspert an meine Stelle tritt. Es gibt nicht viele Neubürger, die sich so engagieren.“ Höß will sich in Zukunft mehr um die Familie kümmern, speziell um seine Ehefrau Kathi, die sich erst vor kurzem einer Krebsoperation unterziehen musste.

Konrad Höß ist aber nicht unbedingt ein Mann der leisen Töne. So wurde seine Ansage eher eine Abrechnung. Er sei maßlos enttäuscht. Denn außer Trainer Bernd Weiß war nur ein kleiner Teil der Mannschaft bei der Feier anwesend. Einige Spieler wüssten nicht mehr, was sie tun, so Höß. Seine Wut konzentrierte sich auf den ehemaligen Spielertrainer Tobias Strobl sowie auf einige „Wortbrüchige“, wie der Präsi sie nannte. 90 Prozent der Spieler hätten für die neue Saison unterschrieben, aber nur der Verein habe die Regeln eingehalten. Ein paar Spieler hätten den Verein „bei Nacht und Nebel einfach verlassen“. Es habe ihm „sehr, sehr weh getan“, aus einem Scherbenhaufen eine neue Mannschaft aufzubauen.

Höß erinnerte einmal mehr daran, wie stark ihm der FCP am Herzen liegt. Vor 49 Jahren habe er den Verein als 26-Jähriger gegründet und sich seither ins Zeug gelegt: 10 000 Quadratmeter gepflegt und das Gelände in Ordnung gehalten. Für das Sportheim sei seine Frau zuständig. Der FCP sei so etwas wie „ein Familienbetrieb“. Als seine Frau krank war, habe sich besonders Anni Reif und die Familie Kneidl um das Sportheim gekümmert.

Die zahlreichen Ehrengäste nahmen in ihren Grußworten unter anderem das Ehrenamt zum Thema, würdigten aber auch den Höß’schen Eifer. Fußball sei seine lebensbestimmende Hauptsache, so Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle. „Und genau deswegen hat der FCP so einen Erfolg.“ Über die Gemeindegrenzen hinaus. Kerle wünschte Höß, dass dieser den Fußball einmal als schönste Nebensache sehen könne.

Landrat Stefan Löwl wertete den Abgang mit den Worten: „Eine Ära geht zu Ende.“ Die ehrenamtliche Arbeit von Konrad Höß sei eigentlich ein Vollzeitjob gewesen. „Das Herz und die Begeisterung soll weitergegeben werden“, wünschte sich der Landkreischef.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath bezeichnete den FCP als „die Marke schlechthin“ und reimte: „Niersbach, Blatter und Platini gehen. Aber der Conny Höß bleibt bestehen.“ MdL Anton Kreitmair und die ehemalige Kreisbäuerin Rosmarie Böswirth lösten ein Versprechen ein und spendierten je Saisontor (34) zwei Kiachal: 70 aufgerundet.

Der langjährige Chefarzt der Amperkliniken, Michael Weber, nannte Konrad Höß eine „Erfolgsgeschichte“. Als Tipp gab er ihm auf den Weg, einen Nachfolger „nicht jeden Tag mit guten Ratschlägen zu versorgen.“

Höß selbst meinte, man habe ihm schon angetragen, vielleicht doch die 50 Jahre vollzumachen.

Sabine Schäfer

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