Kurzfilme und Parodien waren das Steckenpferd der Indersdorfer Regisseure Magnus und Christian Hofstetter und Philip Blumenschein. 

Die James-Geoff-Filme

Indersdorf als Filmkulisse

Indersdorf - Rund 25 Jahre ist es her, dass Magnus und Christian Hofstetter und Philip Blumenschein die ersten Kurzfilme in Indersdorf gedreht haben. 

Zwei Autos jagen durch das beschauliche Indersdorf: eine dramatische Verfolgungsjagd. Doch nicht die Polizei hetzt einem gesuchten Mörder nach, sondern es handelt sich um Dreharbeiten für einen Film. „So eine Verfolgungsjagd wäre heutzutage nie mehr möglich, früher hat das aber einwandfrei funktioniert“, erzählt einer der drei Regisseure, Magnus Hofstetter aus Indersdorf. 

Gemeinsam mit seinem Bruder Christian und Philip Blumenschein aus Indersdorf hat er in den 90er Jahren Kurzfilme in Indersdorf gedreht.

Allerdings liegen die Anfänge des Trios anderswo: bei der Musik. Als Band haben sie Lieder im Stil der Neuen Deutschen Welle selbst geschrieben und gespielt. Aber warum ist das Trio von der Musik zum Film umgeschwenkt? „Früher hatten wir irgendwann die Idee, zu unserer Musik auch Videos zu machen“, erzählt Magnus Hofstetter. 

„Die sind dann immer mehr geworden, und irgendwann haben wir uns dann mal an Kurzfilmen versucht.“ Für einen ihrer Filme, „Die Kanaleinweihung“, haben die damaligen Nachwuchsregisseure sogar den bayerischen Jugendfilmpreis bekommen.

Nach den Kurzfilmen, wollte sich die Gruppe an etwas Größerem versuchen, sagt Hofstetter: Es entstanden die „James-Geoff-Filme“. Darin wird die Lebensgeschichte des Charakters James Geoff erzählt: Er war Markus Hofstetters Nachbar in Indersdorf und wurde sogar von ihm gespielt. 

Ein weiterer, längerer Film war eine Persiflage auf James Bond mit dem Namen „James Geoff 4711“. Insgesamt drehten die drei Indersdorfer drei längere Filme. Dazu kommen noch unzählige Kurzfilme wie „Die Mondlandung, wie sie wirklich war.“ 

Darin stellen sie nicht ganz ernst gemeint dar, dass nicht die Amerikaner als Erste auf dem Mond waren, sondern vier Bayern. „Um ehrlich zu sein, auch einer meiner Lieblinsfilme von uns“, so Hofstetter.

Umso erstaunlicher nun, dass das Trio heute ganz anderen Berufen nachgeht: Christian Hofstetter ist im Medizinbereich tätig, sein Bruder Magnus ist Lehrer an der Indersdorfer Realschule, und Philip Blumenschein ist in der Kommunalpolitik aktiv. Außerdem wohnen die Hofstetters immer noch in Indersdorf und Philip in Langenpettenbach.

Kurzfilme drehen die Indersdorfer weiterhin hobbymäßig. Jedoch hat sich seit ihren ersten Filmversuchen doch etwas verändert: Während sie in den 90ern noch mit einer „Super 8-Kamera“ gefilmt hatten, drehen sie heute mit einer Digitalkamera. 

Damals wie heute dienen Markt Indersdorf und die direkte Umgebung als ihre Filmkulisse. „Der letzte Film ist schon ein paar Jahre her, aber es könnte in Zukunft schon noch mal passieren, dass wir einen Neuen machen“, erklärt Magnus Hofstetter.

In der Facebook-Gruppe „Indersdorfer samma“ entstand vor Kurzem die Idee, die über 20 Jahre alten James-Geoff-Filme, die auf Zellulosematerial gedreht wurden, erneut einem Publikum zu zeigen. 

Bei zwei ausgebuchten Veranstaltungen im Saal des Gasthauses Hohenester wurden sie und weitere Eigenproduktionen vorgeführt. Unter den Zuschauern befanden sich sogar viele der damaligen Darsteller.

Die Bitte, die Filme nochmals öffentlich zu zeigen, kam sehr überraschend, sagt Hofstetter: „Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, aber das Material gerne zur Verfügung gestellt.“ 

Heute sind die Filme auch auf dem YouTube-Kanal „tonibusiness“ zu sehen.

Von Max Wagner

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