In Jetzendorf verwurzelt und jetzt begraben: Viele Trauergäste begleiteten am Samstag Monsignore Georg Schuster auf seinem letzten Weg. Foto: Ostermair

In Jetzendorf war er der Bergmüller Schorsch

Jetzendorf - Eine große Trauergemeinde hat am Samstag Abschied von Monsignore Georg Schuster genommen, der im Alter von 90 Jahren verstorben ist.

Der Geistliche wurde auf dem Bergmüller-Anwesen in Jetzendorf geboren und ist hier auch aufgewachsen. Obwohl sein seelsorgerisches Wirken nicht in Jetzendorf stattfand, hat ihm seine Heimat im oberen Ilmtal enorm viel bedeutet. So nutzte er jede Gelegenheit zu einem Kontakt mit Jetzendorf. Immer, wenn es etwas zu feiern gab, tat er das in Jetzendorf, und so war es sein letzter Wille, in Jetzendorf neben seinen beiden Schwestern begraben zu werden.

In Jetzendorf war er der Bergmüller Schorsch, dieser Name ist ihm bis zum Tod erhalten geblieben. Die älteren Jetzendorfer erinnern sich noch gut an die Primiz von Monsignore Schuster, die 1950 mit 1700 Gläubigen im Schlosshof stattgefunden hat. Die Priesterweihe war zuvor im Dom zu Freising.

Wie Jetzendorfs Dekan Konrad Eder beim Requiem betonte, war Schuster in Eders Heimat Teisendorf bis 1955 als Kooperator tätig. 1960 wurde er Pfarrer in Percha am Starnberger See, und von 1968 bis 2001 wirkte Schuster als Stadtpfarrer in der Pasinger Pfarrei Maria Schutz. Die letzten Jahre hat Schuster im Altenheim Don Bosco in Germering verbracht, wo er aber auch noch seelsorgerisch tätig war.

Pfarrer Eder erinnerte daran, dass zur Primiz von Schuster der damalige Bischof von Schweden, Johannes Erik Müller, gekommen war und allein die Predigt damals eineinviertel Stunden gedauert hatte.

Ganz so lang hat der Seelengottesdienst für Georg Schuster nicht gedauert, wenngleich hier neun Pfarrer und ein Diakon zelebrierten. Ihre Verbundenheit zum Verstorbenen bewiesen rund 20 Vereine, die mit ihren Fahnenabordnungen an den Trauerfeierlichkeiten teilnahmen.

Besonders groß war die Schar der Trauergäste aus München-Pasing, die von einem langjährigen seelsorgerischen Wegbegleiter Abschied genommen haben. Zum 90. Geburtstag, den Monsignore Schuster im Mai feiern durfte, war es für ihn das schönste Geschenk gewesen, dass ihm Papst Benedikt XVI. ein persönliches Glückwunschschreiben geschickt hatte.

Als offizieller Vertreter der Erzdiözese München-Freising wies Domvikar Rupert Graf zu Stolberg in der Predigt auf die Botschaft hin, „dass wir in Christus Leben finden“. Unzählige Male habe Stadtpfarrer Schuster den Gläubigen die Gemeinschaft mit Gott ermöglicht. Pfarrer Christoph Rudolf, der in der von Schuster betreuten Pfarrei in Pasing aufgewachsen ist, forderte am offenen Grab zum Gebet auf.

In den Worten von Jetzendorfs Bürgermeister Richard Schnell kam bei der Kranzniederlegung deutlich zum Ausdruck, wie sehr Schuster mit seiner Jetzendorfer Heimat verwurzelt war. Der Pfarrverbandschor Jetzendorf-Steinkirchen und die Bläsergruppe Czerny gaben der Trauerfeier einen würdigen musikalischen Rahmen. (ost)

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