Rekord in Hirschenhausen

3500 Besucher beim Oldtimerfest

Sind es die fein herausgeputzten Oldtimer, oder ist es das attraktive Rahmenprogramm? Von Jahr zu Jahr kommen jedenfalls mehr Besucher zum Oldie-Treffen in Hirschenhausen. Heuer tummelten sich 3500 Besucher in dem kleinen Jetzendorfer Ortsteil – ein absoluter Rekord. Sie wurden nicht enttäuscht.

Hirschenhausen – Es ist schon ein Phänomen: 800 alte Fahrzeuge sorgten beim 15. Oldtimertreffen in Hirschenhausen für einen neuen Besucherrekord. 3500 Gäste interessierten sich für 400 alte, aber fein herausgeputzte Bulldogs und 200 Motorräder aus der Vor- und Nachkriegszeit sowie ebenso viele Automobile aus Großvaters und Urgroßvaters Zeiten.

Selbst viele Hirschenhauser wundern sich, dass auch nach 15 Jahren die Freude und Begeisterung an den Oldtimern ungebrochen groß ist. Bei diesem riesigen Fest darf aber nicht übersehen werden, dass viele Besucher nicht nur wegen der Oldtimer sondern auch wegen der guten Bewirtung und dem tollen Rahmenprogramm sowohl für Kinder als auch für Erwachsene in den kleinen Jetzendorfer Gemeindeteil kommen.

Vielen Erwachsenen hatten es die Hubschrauber-Rundflüge angetan, und bei den Kindern war die ganztägige Minitruck-Vorführung originalgetreuer Nachbauten von Zugmaschinen und Anbaugeräten der Renner.

Freilich nutzten auch die Tüftler unter den Oldtimerfreunden gerne den Teile- und Trödelmarkt.  

Schon morgens ab 9 Uhr tuckerten die größtenteils mit wenigen Pferdestärken versehenen Fahrzeuge bei optimalem Wetter auf Hirschenhausen zu. Für so manchen Kleinhäusler-Bulldog aus den Fünfziger-Jahren war es gar nicht so einfach, den steilen Ausstellungsberg zu „erklimmen“. Ein 12,5 PS starker Hela-Bulldog hatte da zum Beispiel größte Mühe.

Unter den vielen Traktor-Fabrikaten dominierten auch heuer die Lanz-Modelle mit dem besten „Sound“. Bis aus dem Münchner Stadtteil Lochhausen kam Albert Kugler mit seinem 22-PS-Lanz angefahren. Dieser Halbdiesel, der zum Start Benzingemisch braucht, war angesichts der Fußball-WM mit bundesdeutschen Fahnen geschmückt, was die Kinder Steffi Stein und Raffael Harrer von den Indersdorfer Bulldogfreunden zur Mitfahrt besonders reizte.

Sebastian Wagner aus Riedermühle ist es gelungen, aus einem Haufen Schrott einen Lanz aus dem Jahre 1941 wieder in Schwung zu bringen. Der 29-jährige Landwirt ist vor allem auf die Original-Bereifung an seinem Lanz stolz. Mit einem 22er-Schlüter, der 1954 das Werksgelände verlassen hat, fuhr Martin Lechner aus Langwaid vor. Er hat sein geliebtes Fahrzeug aus Mittersill in Österreich geholt und wieder in Original-Zustand gebracht.

Zu den vielen Motorrad-Veteranen, die sich in Hirschenhausen einfanden, gehörten die beiden Paindorfer Karl Beck und Benno Kreitmair. Beck fährt eine DKW-Maschine mit 11 PS aus dem Jahre 1935 und Kreitmair liebt seine BMW R 26, Baujahr 1958, über alles. Beide machten zusammen mit dem Werkzeugmacher Hans Hofmann, dessen DKW mit 7 PS gut auskommt, gemeinsam den Ausflug nach Hirschenhausen.

Eine besondere Rarität unter den ausgestellten Schnauferln war die Indian Scout aus dem Jahre 1924, die Rainer Litwin aus Unterföhrung den vielen Interessierten näher erklärte. „Zuerst habe ich mal vier Jahre intensiv an einem Schrotthaufen gearbeitet, den ich aus Frankfurt holte“, gestand Litwin, dem diese Arbeit große Freude bereitete.   

Noch stärker als in den vergangenen Jahren waren die alten, aber unglaublich schönen Automobile aus den Fünfziger- und Sechziger-Jahren in Hirschenhausen vertreten. Hier reichte die Bandbreite vom Messerschmitt-Kabinenroller der Hilgertshauser Rathaus-Mitarbeiterin Beate Burget bis hin zu Ami-Schlitten wie einem Chevrolet-Cabrio und einem Chrysler Plymouth mit 350 PS.

Hingucker waren auch der schwarze Citroen 11 CV von Johann Mair aus Hohenwart und der VW Käfer von Ingo Pfeiffer aus Hilgertshausen. Er hat dieses von seinem Opa übernomme Fahrzeug komplett auseinader genommen und zu einem Schmuckstück gemacht.

Natürlich zog auch der 40 PS-Ford-Roadster, Baujahr 1929, die Blicke auf sich. Dieses himmelblaue Fahrzeug steuerte August Heitmeier aus Günding, der mit dem Münchner Hotelier Gerhard Hahn unterwegs war und erklärte: „Dieses Auto ist fast 90 Jahr alt und wir beide zusammen sind 160“.

Josef Ostermair

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