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Eine Riesengaudi hatte die Hexengilde mit Bürgermeister Manfred Betzin (l.) und Geschäftsstellenleiter Stefan Schmid (3.v.l.).

Jetzendorfer Hexengilde treibt ihr Unwesen

Wie der Bürgermeister in Unterhose ums Rathaus flitzt

Am „Unsinnigen“ Donnerstag hat die Jetzendorfer Hexengilde nach altem Brauch wieder das Rathaus belagert. Und knöpften sich den Bürgermeister ordentlich vor.

Jetzendorf– Frisch vom TÜV in Pfaffenhofen geprüft, schnitten die sechs angsterregenden Besenreiterinnen nicht nur den Herren der Verwaltung die Krawatten ab, Bürgermeister Manfred Betzin musste für den Rest der närrischen Tage auch den Rathausschlüssel abliefern.

Nach dieser rasanten Machtübernahme erfreuten die Hexen am Rathausvorplatz mit ihrem Showtanz. Dazu präsentierte man einen Musikmix aus bekannten Melodien mit klassischen Elementen. Gerne gaben die Hexen-Weiber noch eine Zugabe aus dem Repertoire von AC/DC. Bürgermeister Manfred Betzin gelang es, eine kleine Dachlawine vom Rathaus-Vordach aus auf ein paar Hexen niedergehen zu lassen. Damit sammelte er sich die ersten Minuspunkte bei den Hexen, die dennoch an Betzin, Geschäftsleiter Stefan Schmid und die beiden Rathaus-Mitarbeiterinnen Milena Lechner und Sabine Herzinger Faschingsorden verliehen haben.

Am Sitzungssaal-Tisch knüpften sich die Hexen den Gemeindechef dann so richtig vor. Beim Flip-Cup-Spiel hatten die Rathaus-Mitarbeiter mehrmals das Nachsehen gegen die Hexen, die schließich Betzin dazu verurteilten, angesichts des Breitbandproblems in der Gemeinde Jetzendorf Luftschlangen in alle Rathauszimmer zu verlegen. Weil sich Betzin bei diesen lustigen Arbeiten angeblich fremder Mithilfe bediente und bei seinen Verlegearbeiten den Kopierraum vergessen hatte, waren die Hexen schnell mit „harten Strafen“ zur Stelle.

Sie haben auch nicht vergessen, dass der Bürgermeister im vergangenen Jahr die Hexen am „Unsinnigen“ Donnerstag alleine im Tennisheim sitzen ließ.

So einigten sich die Hexen um Oberhexe Babsi, den Bürgermeister zur Zahlung einer Gesamtstrafe von zehn Hexen-Maßn (Bacardi und Cola) zu verdonnern. Das allerdings war Betzin zu viel. So einigte man sich, die Strafe auf drei Hexen-Maßn zu reduzieren und den Bürgermeister mit einer weiteren Herausforderung zu konfrontieren. Die sah so aus, dass der Bürgermeister nur mit Unterhose, Socken und Schuhen bekleidet bei Minustemperaturen ums Rathaus flitzen müsse. Bis sich die Damen der Hexengilde umgesehen hatten, schaffte Betzin das von ihnen als unmöglich Erachtete: Großer Jubel herrschte, als das Gemeindeoberhaupt wie Usain Bolt nach kaum mehr als zehn Sekunden das Rathaus umrundet hatte. Allerdings zum Leidwesen der Hexen, denen so sieben Hexen-Maßn entgangen sind. Das tat der tollen Stimmung bei Sekt und Krapfen aber keinen Abbruch.

Seit die Postwirtschaft in Jetzendorf geschlossen ist, sind die Hexen ja herbergslos. So war man froh, das Finale vom „Unsinnigen“ Donnerstag im Vereinsheim des TSV Jetzendorf feiern zu dürfen.
ost

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