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Die „Bürgermeisterbremse“ ist im Ruhestand

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Ab in den Ruhestand: Bürgermeister Manfred Betzin (links) und Altbürgermeister Schnell (rechts) mit Alois Kopold.
Ab in den Ruhestand: Bürgermeister Manfred Betzin (links) und Altbürgermeister Schnell (rechts) mit Alois Kopold. © ost

Jetzendorf – Der Kämmerer der Gemeinde Jetzendorf, Alois Kopold, geht zum Ende dieses Monats in den Ruhestand. Daher hat ihn der Gemeinderat am Dienstagabend, einen Tag vor seinem 64. Geburtstag, gebührend verabschiedet.

Kopold, der seit seiner Kindheit in Schrobenhausen wohnt, arbeitete zunächst acht Jahre im Versorgungsamt in München. Er trat am 1. Mai 1981 seinen Dienst im Jetzendorfer Rathaus an. Kein anderer in der Gemeindeverwaltung hat so viele berufliche Bereiche der Verwaltungsarbeit in mehr als 40 Jahren durchlaufen. Ob Verbrauchergebührenabrechnung, Beitragswesen, Gewerbesteuer, Erschließungsfragen, Liegenschaftsverwaltung, Rentenberatung, Ordnungsamt, Bauamt oder Kasse – überall hat Kopold Erfahrung gesammelt, überall konnte man von ihm gute und fundierte Ratschläge erhalten. Kopold ist sowohl im Kollegen- und Mitarbeiterkreis als auch bei den Bürgern wegen seiner ruhigen, zuverlässigen und hilfsbereiten Art sehr beliebt.

Der heutige Kämmerer hat im Laufe der Jahrzehnte zur vollen Zufriedenheit der Bürgermeister Josef Wallner (bis 1990) und Richard Schnell (bis 2014) sowie zuletzt Manfred Betzin seine Arbeiten sehr gewissenhaft verrichtet. 1988, also vor 32 Jahren, übernahm er in rund 500 Gemeinderatssitzungen als Protokollführer den Sitzungsdienst. Zeitweise war er sogar Standesbeamter.

Als der geschäftsleitende Beamte Richard Linke 2016 in den Ruhestand ging, wurde Kopold schließlich das Amt des Kämmerers übertragen. Da war es für ihn als Beamter des gehobenen Dienstes Jahr für Jahr die Hauptaufgabe, für einen ausgeglichenen Gemeindehaushalt zu sorgen. „Er ist ein absolutes Phänomen im Aufschreiben und hat den Haushalt unserer Gemeinde stets im Griff gehabt, er war die Bürgermeisterbremse, ein Sparfuchs, den jede Gemeinde braucht“, so Gemeindechef Manfred Betzin in seiner Laudatio. Dann versetzte der Bürgermeister den Verwaltungsamtmann mit einer Urkunde unter donnerndem Beifall in den Ruhestand.

Worte des Lobes und des Dankes sprach auch Altbürgermeister und Ehrenbürger Richard Schnell, der sich erstmals nach seinem Ausscheiden aus der Gemeindepolitik vor fast acht Jahren zu Ehren Kopolds im Sitzungssaal einfand und feststellte: „Es ist keiner da gewesen, der besser war als Sie“. Kopold sei mit einem gewissen Schalk hinter den Ohren einer der Ersten gewesen, der mit dem Computer umgehen konnte. Das bestätigte auch Betzin mit dem Hinweis auf über 3000 Exceltabellen, die Kopold erstellt habe.

Der „eiserne Junggeselle“ ist in seiner Freizeit viel mit dem Fahrrad unterwegs, liebt aber auch schnelle Autos. Sein Nachfolger im Amt des Kämmerers im Rathaus ist Klaus Burgstaller.

Kopold baut seit Mitte November seinen Resturlaub und die zahlreichen Überstunden ab. Ihm war es dennoch vergönnt, wenigstens noch für kurze Zeit ins neue Rathaus einzuziehen. Die Gemeinde als Arbeitgeber, der Gemeinderat sowie die Kolleginnen und Kollegen verabschiedeten Alois Kopold mit Geschenken.

Auch der frühere Vize-Bürgermeister Franz Off zeigte auf, wie gut man über Jahrzehnte mit dem Ausscheider zusammenarbeiten konnte. „Ich freue mich, dass meine Arbeit Anerkennung findet“, fasste Kopold kurz und bündig zusammen.

Den Dachauer Nachrichten verriet er, was er an seinem Job bei der Gemeinde Jetzendorf besonders liebte und was ihm weniger Spaß machte. So sein Fazit: „Rückblickend kann ich sagen, dass es eigentlich keine Tätigkeit gab, die ich nicht gerne gemacht habe. Am meisten haben mich allerdings die Arbeiten in der Kasse und der Kämmerei, die Vorbereitung und Begleitung der Sitzungen und alle Aufgaben mit Publikumsverkehr angesprochen. Nicht mein Ding waren die in jüngster Zeit immer häufiger notwendigen Telefonate mit den Hotlines der Telefon- und Stromversorger“.

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