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Kraftakt Kinderbetreuung: Allein 2018 hat Jetzendorf hier ein Minus von über 500.000 Euro gemacht.

Gemeinde Jetzendorf

Seit einem halben Monat schuldenfrei

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Die Gemeinde Jetzendorf steht finanziell gut da. Aber es gibt große  Herausforderungen, und immense Investitionen stehen bevor.

Jetzendorf – Der Gemeinde Jetzendorf geht es finanziell gut. Seit einem halben Monat ist Jetzendorf sogar „absolut schuldenfrei“. Diese gute Nachricht hatte Bürgermeister Manfred Betzin zur Bürgerversammlung mitgebracht. Er gab einen Überblick über die finanzielle Situation in der Gemeinde.

Warum Jetzendorf trotz Investitionen so gut dasteht, liegt in erster Linie am hohen Gewerbesteueranteil, der 2018 fast 2,5 Millionen Euro betrug. Auch heuer sind im Haushalt 2,4 Millionen Euro eingeplant. Etwa gleich hoch soll der Einkommensteueranteil ausfallen. Lag der Gesamthaushalt 2018 noch bei 9,9 Millionen Euro, ist für heuer eine Steigerung auf 12,6 Millionen Euro zu erwarten. Das hängt mit bereits beschlossenen Investitionen zusammen, erklärte Betzin.

Viel Geld habe die Gemeinde in den Breitbandausbau investiert. Der Netztiefausbau sei abgeschlossen. Die „großen Brocken“, wie die umfangreiche Schulhaussanierung und die Schaffung eines Nahfernwärmenetzes sowie der Neubau eines neuen Rathauses schlagen erst 2020 kräftig zu Buche. Die Kosten für den Rathausneubau, der im Februar 2020 beginnen soll, bezifferte der Bürgermeister mit 1,9 Millionen Euro, ohne Innenausstattung. Da „kann man die 5,65 Millionen Euro Rücklagen gut gebrauchen“.

Viel Geld braucht Jetzendorf nämlich auch für die Sanierung der Kläranlage in Reichertshausen und auch die Kostenentwicklung im Bereich Wasser bereitet Betzin langfristig Sorgen. Daher sagte er auch dem neuen bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber, dass durch ständig steigende Vorschriften – nicht nur im Wasser- und Abwasserbereich – die Gebühren in die Höhe getrieben werden und vom Verbraucher kaum mehr zu bezahlen sind. Mittlerweile denke das Wasserwirtschaftsamt über teure Meßanlagen an den Regenrückhaltebecken nach. „Umweltschutz muss sein, aber man sollte schon noch die Kirche im Dorf lassen“, so Betzin. Noch steht die Antwort des Umweltministers auf Betzins Bedenken aus.

Eine große Herausforderung sieht der Bürgermeister auch mit dem „von oben beschlossenen kostenfreien Kindergarten“. Betzin glaubt nicht, dass sich nach Wegfall der früheren Drittel-Regelung, die Kindergärten langfristig für die Eltern kostenfrei betreiben lassen. In Jetzendorf betrug die Unterdeckung für die 197 betreuten Kinder im Jahr 2018 trotz Förderprogramme über 507 000 Euro – Tendenz steigend.

Die Gemeinde investiert auch in die Feuerwehren: So soll die Freiwillige Feuerwehr Hirschenhausen für rund 150 000 Euro ein neues, aber nicht den staatlichen Vorschriften entsprechendes Feuerwehrhaus bekommen. Die Gemeinde verzichtet hier lieber auf eine staatliche Förderung, denn „so müsste man ein Haus für 800 000 Euro bauen“. Bis 2022 soll die Jetzendorfer Feuerwehr ein neues Fahrzeug (HLF 20) bekommen.

Betzin kam auch auf das Ferienprogramm der Gemeinde zu sprechen, das heuer 119 Kinder nutzten. Für die Gemeinde „ist Dank der Unterstützung der Vereine nur der kleine Fehlbetrag von 44 Cent pro Kind bei der Finanzierung entstanden“.

Stolz ist der Bürgermeister, dass der Radwegbau über Eck nach Gerolsbach im nächsten Jahr beginnen kann, und sich „allem Anschein nach auch mit dem Radweg nach Petershausen, für den zum Großteil der Landkreis Dachau zuständig ist, endlich etwas tut“. Manfred Betzins Ziel ist es, auch günstigen Wohnraum in Jetzendorf zu schaffen. Dazu muss sich der Gemeinderat aber noch mit verschiedenen Förderprogrammen befassen. 

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