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Kinder nahmen die gesegneten Kreuze in Empfang.

125 Jahre Kinderbetreuung in Jetzendorf

„Wir geben Euren Kindern Flügel fürs Leben“

In 125 Jahren hat sich die Kinderbetreuung in Jetzendorf erheblich verändert, bis hin zu einer Ganztagsbetreuung. Einen hohen Standard gab es aber immer schon. Denn die Gemeinde ist hier Vorreiter.

Jetzendorf– In der Fahrzeughalle der Feuerwehr und in einem angebauten Zelt feierte Jetzendorf im Rahmen eines Festakts 125 Jahre Kinderbetreuung. An den Feierlichkeiten nahmen nicht nur die 170 Kinder, die derzeit im Kinderhaus Regenbogen, im Kindergarten Spatzennest und in der Mittagsbetreuung untergebracht sind, teil. Auch deren Angehörige und Jetzendorfer Honoratioren kamen.

Es begann mit einer kindgerechten Andacht, die die evangelische Religionspädagogin Petra Pilgram und der katholischen Pfarrvikar Florian Regner gestalteten. Pilgram meinte, dass das Luther-Zital „Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt“, allen Familien Mut geben sollte.

Auch Regner unterstrich, dass die Kinder Jesus sehr wichtig waren. So segnete man zum 125-jährigen Kinderbetreuungs-Jubiläum drei Kreuze, die in den drei Einrichtungen einen schönen Platz bekommen sollen.

Schon vor 125 Jahren solche segensreichen Einrichtungen gehabt zu haben, das kann sich laut Bürgermeister Manfred Betzin kaum eine andere Gemeinde auf ihre Fahne schreiben. Die Betreuung der Kinder in Jetzendorf habe sich im Laufe der Jahrzehnte enorm gewandelt, „bis hin zur fast exklusiven Ganztagesbetreuung“, unterstrich Betzin, der auch die Arbeitgeber in die Pflicht nahm. Vor allem größere Betriebe sollten in der Lage sein, die Arbeitszeiten familienfreundlich zu gestalten, „denn Kinder sind unsere Zukunft“, betonte das Gemeindeoberhaupt.

Altbürgermeister Richard Schnell gehörte auch zu den Festrednern. Er erinnerte daran, dass es noch gar nicht allzulange her sei, dass Eltern aus Nachbargemeinden gezwungen waren, ihre Kinder in den Kindergarten nach Jetzendorf zu bringen. 1992 habe es in der Gemeinde nur zwei Gruppenräume und vier Betreuerinnen gegeben. Mittlerweile sei die Gemeinde Jetzendorf aber bei sieben Gruppenräumen und rund 20 Betreuerinnen angelangt.

Schlagworte wie Buchungszeiten seien schon vor Inkrafttreten des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes in Jetzendorf eine Selbstverständlichkeit gewesen. Seit es das Kinderhaus in Priel gibt (1992), habe man nie ein Kind mangels Kapazität ablehnen müssen. Der Beruf der Erzieherin oder Pflegerin sei aber nicht einfacher geworden. So dankte Schnell unter tosendem Beifall allen Kräften für die liebevolle Betreuung in den drei Einrichtungen.

In der Andacht sangen die vielen Kinder aus voller Brust und stellten in Liedform fest: „Ich bin von innen, von außen, oben und unten glücklich alle Zeit“. Christiane Geisel (Kinderhaus Regenbogen), Sabine Burks (Kindergarten Spatzennest) und Petra Thiel (Leiterin der Mittagsbetreuung) durchleuchteten die Geschichte der Kinderbetreuung, die bereits im Jahre 1891 mit der Errichtung einer Kinderbewahr- und Krankenpflegeanstalt ihren Anfang nahm. Karl Freiherr von Freyberg und Marie Freifrau von Freyberg standen damals mit Nachdruck hinter der Idee der Kinderbetreuung (wir haben berichtet).

Mit einer Betreuung von 7 bis 17 Uhr habe Jetzendorf einen hohen Standard und Sabine Burks versicherte den Eltern: „Wir geben euren Kindern Flügel fürs Leben“. Mit Schweinsbraten sorgte die Gemeinde für das leibliche Wohl der vielen Gäste. Der als Hopfadeifi bekannte Alleinunterhalter Rainer Burg machte zünftige Unterhaltungsmusik. Groß war der Ansturm der Kinder beim Luftballon-Wettfliegen. Auch der Tag der offenen Tür in den Betreuungseinrichtungen lockte viele Besucher an. Die Mittagsbetreuung lud zum Zirkus-Workshop ein, und das Klapptheater „Tom & Dudel“ war im Kindergarten Spatzennest zu Gast. Eine Zaubershow mit Oliver Fitzek begeisterte im Kinderhaus Regenbogen die Krippenkinder.

Eine eigene Vorstellung bekamen die Kindergarten- und Schulkinder ebenfalls im Kinderhaus.

ost

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