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Trafen sich noch vor der Corona-Krise: TSV-Vorsitzender Klaus Rackerseder, Birgit Winklmair, Marko Rumpf, Antje Rumpf, Hannes Sedlmeier, Thomas Suchanek und Abteilungschef Egbert Will (v.l.)

Der Vorstand zeigt sich auf der Jahresversammlung mit dem vergangenen Turnjahr zufrieden

Turnerinnen des TSV Jetzendorf mischen ganz vorne mit

Die Turnerinnen des TSV Jetzendorf mischen sogar auf Bundesebene ganz vorne mit. Das erklärte der Abteilungsleiter Egbert Will stolz auf der Jahresversammlung.

Jetzendorf –Noch vor der großen Corona-Krise hat sich der TSV Jetzendorf zu seiner Jahresversammlung zusammengefunden. Für den Turnabteilungsleiter Egbert Will liegen die Freude über grandiose sportliche Erfolge und die Enttäuschung über nach und nach abgesprungene Fachwarte und Kampfrichter eng beisammen. So appellierte Will an die Erwachsenen in der 1060 mitgliederstarken Turnabteilung, zum Wohle der vielen Kinder mitzuarbeiten.

Trotz der Enttäuschung ließ er sich erneut zumAbteilungsleiter wählen, erklärte aber auch unmissverständlich, dass nach zwei Jahren Schluss sei. Auch die zweite Abteilungsleiterin Antje Rumpf und die Kassierin Andrea Endres wurden wieder gewählt. Neu ist Schriftführerin Birgit Winklmair. Zu neuen Beisitzern wählten die nur knapp 30 anwesenden Mitglieder Hans Winklmair und Mirko Rumpf, während die Beisitzer Hannes Sedlmeier und Thomas Suchanek erneut gewählt wurden.

Will unterstrich die gute Zusammenarbeit mit dem Vorstand des TSV Jetzendorf und, auch der Vereinsvorsitzende Klaus Rackerseder, aus dem Lager der Fußballer, erklärte, dass sie die Turner nicht im Regen stehen lassen. „Wir werden alle Abteilungen im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten unterstützen“, versicherte Rackerseder, der es als besonders tolle Sache darstellte, dass der Turn-Förderverein für die Anschaffung des neuen Moskau-Bodens im Turnzentrum 40 000 Euro beigesteuert hat.

Rackerseder bemerkte, dass der Vorschlag für ein Volleyball-Freiluft-Rasenfeld, das heuer gebaut werden soll, von den Fußballern kam. „Da merkt man, dass wir immer mehr zusammenwachsen“, so Rackerseder. „Wir sind froh, so gut funktionierende Vereine in Jetzendorf haben“, sagte der ehemalige Turnfördervereins-Vorsitzende Leo Sedlmeier. „Denn die Ehrenamtlichen werden leider nicht mehr.“

Turner-Chef Will berichtete über die Turnschau 2019, die weit über den Landkreis hinaus Lob erfahren hat. Im Wettkampfjahr 2019 fuhren die Jetzendorfer Turnerinnen sogar bis nach Buchholz in der Nordheide bei Hamburg. 2019 stellte Jetzendorf acht Landeskader-Turnerinnen und sechs Bundeskaderturnerinnen. Man müsse sich vor Augen führen, dass Jetzendorf im Bundeskader der einzige Verein ohne hauptamtliche Trainer ist. Trotzdem brächten es die TSV-Turnerinnen so weit.

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften konnte Lenya Walter am Boden die Bronzemedaille erturnen, und die AK10-Mannschaft gewann zum zweiten Mal in Folge den Turn-Talentschulpokal, den Vergleichswettkampf der besten Turn-Talentschulen in Deutschland. „Bayernweit sind wir der einzige Verein, der bei den Landesmeisterschaften in allen Altersklassen 6 bis 11 im Pflichtprogramm Turnerinnen stellt. Das spricht für unsere kontinuierliche Nachwuchsarbeit, denn in jeder Altersklasse sind unsere Turnerinnen auf dem Treppchen vertreten“, so Will. „Das ist nur mit einem engagierten Trainerteam möglich. Unsere Trainer leisten unzählige Übungsstunden, um den Nachwuchs voranzubringen.“ Er machte keinen Hehl daraus, dass der Verein trotz der guten Wettkampfergebnisse und Gespräche keine Unterstützung vom Bayerischen Turnverband bekommen hat. So stehen sie vor großen Herausforderungen, denn das veränderte Freizeitverhalten der Kinder und die zunehmend schlechter werdenden motorischen Grundfertigkeiten würden die Talentsicherung erschweren. „Wachsende Ansprüche in Arbeitswelt und Schule machen es immer schwieriger, Übungsleiter und Helfer zu finden“, sagte Egbert Will.

Die Geselligkeit des TSV war besonders beim Kinderfasching und Flohmarkt am Frautag, der für die Vereinskasse ein Segen ist, bemerkbar. Wichtig sind Will auch Gymnastik, Fitness und die Breitensportgruppen in seiner Abteilung.

Dass auch die den Turnern angegliederten Volleyballer viel Spaß an ihrem Sport haben, war von Thomas Suchanek zu hören, der sich schon auf das Freiluft-Rasenfeld freut. Derzeit gibt es zwei Volleyballmannschaften, die aus Platzgründen erst sehr spät am Abend trainieren können, „denn das Hallenangebot in Jetzendorf fällt sehr bescheiden aus“.

Josef Ostermair

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