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„Ich will manches gelassener sehen“: Jetzendorfs Bürgermeister Manfred Betzin über Pläne, Projekte und Corona

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Seit 2014 ist der ehemalige Jetpilot Manfred Betzin Bürgermeister in Jetzendorf.
Seit 2014 ist der ehemalige Jetpilot Manfred Betzin Bürgermeister in Jetzendorf. © Ostermair

Im Interview zum Jahreswechsel spricht der Jetzendorfer Bürgermeister Manfred Betzin über Pläne, Projekte und die Coronaauswirkungen.

Was hat Sie im vergangenen Jahr in Ihrer Gemeinde am meisten beeindruckt?

Manfred Betzin: Die Lauf-Challenge des TSV Jetzendorf und die Hilfsaktion für die Flutopfer im Ahrtal haben mich wirklich begeistert. Ehrenamtliches Engagement, wodurch der Zusammenhalt in unserer Gemeinde gestärkt wurde oder trotz Corona-Pandemie wieder spürbar wurde. Ein herzliches Dankeschön an alle, die hierzu einen Beitrag geleistet haben.

Was ist gut gelaufen in 2021?

Gut gelaufen sind auf alle Fälle der Neubau unseres Verwaltungsgebäudes sowie die begonnenen Sanierungsmaßnahmen unserer Wasserleitungen, Kanäle und Straßen. Für den Bau des neuen Verwaltungsgebäudes hatten wir den notwendigen Rückhalt unserer Bürger, um ein solches Projekt umsetzen zu können. In den von den Sanierungsmaßnahmen betroffenen Bereichen, vor allem in der Schulstraße und den anliegenden Straßen, hatten wir sehr verständnisvolle Bürger, die trotz der enormen Einschränkungen und Belastungen die großen Baumaßnahmen ermöglicht und unterstützt haben. Beide Maßnahmen konnten im angestrebten Kosten- und Zeitrahmen umgesetzt werden.

Worauf freuen Sie sich im kommenden Jahr besonders, was wird das schönste Projekt, was das Wichtigste für die Gemeinde?

Ich glaube, dass wir uns alle einfach auf ein Stück mehr an Normalität freuen. Es ist zu hoffen, dass uns die Pandemie endlich loslässt und die damit verbundenen Einschränkungen nicht weiter notwendig sind. Ein spannendes und herausforderndes Projekt wird die umfangreiche Sanierung unserer Grundschule und Turnhalle. Mit den umfangreichen Maßnahmen wollen wir den Grundschulstandort Jetzendorf erhalten und sichern. Die Weiterführung der bereits angesprochenen Sanierungsmaßnahmen im Bereich Straßen, Wasser, Kanal, sowie die Verbesserung des ÖPNV und der Ausbau der Breitbandanschlüsse sind ebenfalls hervorzuhebende Projekte für 2022.

Welche Projekte müssen aufgrund der finanziellen Einbußen gestrichen werden, welche können noch verwirklicht werden?

Derzeit müssen Gott sei Dank keine Projekte aus finanziellen Gründen gestrichen werden. Dennoch werden wir, um unsere Gemeinde nicht zu überfordern, eine Priorisierung der Projekte vornehmen müssen. Hierzu zählen der Bau des Rettungswagenstellplatzes, die Schulhaussanierung, der Breitbandausbau, Baumaßnahmen an der Infrastruktur sowie die Schaffung von Krippen- und Kindergartenplätzen. Die aufgezählten Projekte stehen alle für 2022 zur Umsetzung an.

Wie ist der Zusammenhalt in Ihrer Gemeinde in dieser schwierigen Zeit?

Ich bin davon überzeugt, dass der Zusammenhalt bei uns insgesamt noch immer sehr gut ist. Das zeigen auch die erwähnten Aktionen in unserer Gemeinde. Leider sind aber auch bei uns eine gewisse gesellschaftliche Spaltung und eine stark veränderte Diskussionskultur deutlich erkennbar. Ich hoffe, dass dieser Trend gebrochen werden kann. Wir müssen wieder mehr zu einem Miteinandermachen kommen, anstatt nur Dinge von anderen einzufordern.

Was wünschen Sie sich für 2022?

Persönlich wünsche ich mir für meine Familie Gesundheit, Fröhlichkeit und Zuversicht sowie ich es auch allen unseren Bürgern wünsche. Wenn sich dieser Wunsch erfüllt, können wir die Herausforderungen, die auf uns zukommen, auch miteinander bewältigen, und manch anderer Wunsch erfüllt sich dann nahezu von allein. Einen Wunsch hätte ich doch noch, dass unsere Regierungen endlich zu einer bürgerfreundlichen Realpolitik zurückkehren und erkennen, dass der derzeit eingeschlagene Weg nicht der richtige ist.

Haben Sie Vorsätze für das neue Jahr?

Spezielle Vorsätze habe ich nicht. Man sollte sich, so finde ich, das ganze Jahr Gedanken darüber machen, was man erreichen will, was man verbessern will und wo man seine Schwerpunkte setzt. Für mich persönlich möchte ich versuchen, manche Themen, im Speziellen die teilweise unrealistischen Ideen unserer Regierungen, ein wenig gelassener zu sehen und einen Weg finden, wie wir uns gegenüber solchen Vorgaben noch besser und erfolgreicher positionieren können. Die nächsten Jahre werden für uns alle große Herausforderungen bringen. Uns als Gemeinde kommt nach meiner Auffassung eine Schlüsselrolle zu, nämlich die Menschen ehrlich zu vertreten, um gemeinsam in die Zukunft zu gehen und keine weitere gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben.

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