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Im März 2020 wird gewählt. Die Wählergruppe Lampertshausen hofft auf einen zweiten Sitz im  Jetzendofer Gemeinderat.

Kommunalwahl

Lampertshauser liebäugeln mit zwei Sitzen

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Mit einem Mitglied ist der Ortsteil Lampertshausen im Jetzendorfer Gemeinderat vertreten. Bei der Kommunalwahl 2020 darf es nach Aussage der Wählergruppe gern ein Sitz mehr sein. 

Jetzendorf/Lampertshausen – Weiterhin in der Jetzendorfer Gemeindepolitik mitreden, das ist das Ziel der Wählergruppe Lampertshausen auch über 2020 hinaus. Das sagte Gemeinderat Stefan Gottschalk, der seit fünfeinhalb Jahren das Sprachrohr der Lampertshauser im Jetzendorfer Gemeinderat ist.

Bevor die Wählergruppe Lampertshausen im Gasthaus Ottilinger in Jetzendorf ihre 16 Gemeinderatskandidaten für die Wahl am 15. März 2020 in einer Rekordzeit von 22 Minuten nominierte, ging Gottschalk kurz auf die Entstehung der Liste für den Jetzendorfer Ortsteil Lampertshausen ein. 1975 kam der heute rund 240 Einwohner zählende Ort im Rahmen der Gebietsreform nach Jetzendorf. Vorher gehörte Lampertshausen zu Steinkirchen. Gottschalks Vater Peter war Gemeinderat in Steinkirchen und anschließend noch drei Jahre Gemeinderat bei den Parteiunabhängigen von Jetzendorf, hat dann aber den Sprung in das Gemeindeparlament nicht mehr geschafft.

Zur Gründung einer eigenen Kandidatenliste entschied man sich in Lampertshausen 1984, weil man sich ohne einen Vertreter als das fünfte Rad am Wagen fühlte. Nach Peter Gottschalk (drei Jahre) waren Ruth Ramisch und Josef Wolf jeweils für die folgenden sechs Jahre die Vertreter Lampertshausens im Gemeinderat.

Vor nunmehr fünfeinhalb Jahren wurde dieses Amt von den Wählern an Stefan Gottschalk übertragen, der dafür bekannt ist, dass er konstruktiv mitarbeitet, aber kein Blatt vor den Mund nimmt. So zählt Gottschalk zu den Ratsherren mit den meisten Wortmeldungen bei den Sitzungen in Jetzendorf. Dass er seinen „Job“ weiter gerne machen würde, gab er bei der Nominierungsversammlung zu verstehen, wo es eine fast schon spektakuläre Kandidatenreihung auf der Lampertshauser Liste gab.

Im Gegensatz zu den Nominierungsversammlungen anderer Gruppierungen und Parteien durfte sich jeder der 16 Bewerber den Listenplatz aussuchen, den er gerne hätte und das mit an die Wand geklebten Kärtchen auch kundtun. So wurde das Feld seltsamerweise nicht von vorne, sondern in erster Linie von hinten aufgerollt.

Diese Nominierungsweise zeugt davon, dass es keine „Amtssüchtigen“ in Lampertshausen gibt, denn kein einziger Listenplatz wurde von zwei oder mehr Bewerbern umworben, sodass keinerlei Abstimmungen notwendig waren.

Auf diese Weise ließ sich tatsächlich im Rekordtempo von 22 Minuten die 16-köpfige Liste mit zwei Ersatzkandidaten aufstellen, die so aussieht: 1. Stefan Gottschalk, 44 Jahre, Fertigungssteuerer; 2. Suzette Ickler, 37, Hotelfachfrau; 3. Stefan Seidl, 51, Diplom-Betriebswirt; 4. Eva-Maria Bachmeier, 25, Bankkauffrau; 5. Alexander Endres, 43, Fertigungsplaner; 6. Andreas Reisner, 29, Maschinen-Steuerungsspezialist; 7. Sigrid Gottschalk, 55, Justizangestellte; 8. Stefan Grünwald, 54, Transportunternehmer; 9. Georg Schormair junior, 40, Landwirtschaftsmeister; 10. Anton Wolf, 53, Diplom-Ingenieur; 11. Christian Eichner, 43, Elektrotechniker; 12. Anton Maier, 59, Berufsfeuerwehrmann; 13. Claudia Maier, 56, Hausfrau; 14. Roland Seidl, 56, Schreiner; 15. Beate Rodewald, 39, Arzthelferin; 16. Michael Neumeier, 52, Elektromeister; Ersatzkandidat 1 ist Hubert Lechner, 52, Abteilungsleiter; Ersatzkandidat 2 ist Alois Stumpf, 64, Ingenieur.

Listenführer Gottschalk freute sich, dass es keinerlei Gerangel um Listenplätze gab und wertete die Liste als sehr ansprechend. Es sei gelungen, viele Berufsgruppen und auch Neubürger zu berücksichtigen. Stolz ist Gottschalk natürlich auch auf die fünf Frauen auf der Liste. „Es hat sich zwar keiner der Kandidaten vorgedrängt, es gab aber auch keinen, der sich lange bitten ließ“, so Gottschalk.

Ziel es sei, dass Lampertshausen auch künftig mindestens einen Vertreter im Gemeindeparlament von Jetzendorf stellt. Wenn sich die Lampertshauser bei der Wahl auf die Bewerber auf der Ortsliste konzentrieren würden, sei es sogar möglich, mit zwei Lampertshausern in den neuen Gemeinderat von Jetzendorf einzuziehen. Über die Bürgermeisterwahl wurde überhaupt nicht gesprochen.

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