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Naturkindergarten Jetzendorf: Zwist mit Landratsamt

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Im Waldkindergarten Ebersberg lernen Kinder viel über die Flora und Fauna.
Im Naturkindergarten lernen Kinder viel über die Flora und Fauna. © Waldkindergarten Ebersberg

Der Naturkindergarten in der Gemeinde Jetzendorf soll am Schafflerhof seine Pforten öffnen. Doch gibt es noch Probleme mit dem Landratsamt.

Jetzendorf – Um diesen alten Bauernhof für einen Kindergarten nutzen zu können, wird derzeit fleißig gearbeitet. Der Zweckverband Jugendarbeit hat dem Gemeinderat jetzt eine Liste präsentiert, was er noch an Ausstattung und Spielmaterial benötigt. Das reicht von einer Kuschelecke mit Matte, Kissen und Decke über Picknicktische für Kinder und Erwachsene im Außenbereich bis hin zu einer kleinen Küchenzeile mit Kühlschrank. Zusammen mit ein paar anderen notwendigen Anschaffungen ergeben sich Kosten in Höhe von 10 500 Euro.

In Jetzendorf rechnet man mit 53 000 Euro Kosten für den Naturkindergarten

Mit niedrigeren Kosten rechnete der Gemeinderat für das Herrichten eines Raumes und der Toilette für das Personal im alten Bauernhaus sowie den Umbau des Gerätehauses. Auch Trockentoiletten mit Holzhaus sind zu schaffen, so dass 28 500 Euro Gesamtkosten für die Ausstattung anfallen. Das Spielmaterial erfordert weitere 5000 Euro.

Hinzu kommen noch 12 500 Euro für den Ausbau des Bienenhauses. Dabei geht es um die Verlegung eines Bodens, Isolierung und Verkleidung der Wände, Elektro-Fußbodenheizung, Überprüfung der Stromversorgung und weitere Verkehrssicherungsanforderungen des Landratsamtes Pfaffenhofen. Unter „Sonstiges“ fallen etwa Spinde für Spielzeug, ein Bollerwagen und Küchenausstattung für geschätzte 7000 Euro.

Alles in Allem muss die Gemeinde Jetzendorf – neben den Personalkosten – rund 53 000 Euro bezahlen.

Die Fachaufsicht im Landratsamt macht keine großen Auflagen. Was ins Geld gehe, seien Auflagen aus dem Bauamt des Landratsamtes, so Bürgermeister Manfred Betzin, der nicht gut auf diese Behörde zu sprechen ist. „So kompliziert war es noch nie“, sagte er mit dem Hinweis, dass Forderungen des Kreisbauamtes „nicht zielführend“ seien.

Einige Forderungen des Landratsaamts stoßen auf Unverständnis

Die Forderung nach einem zweiten Schutzraum konnte auch die SPD-Gemeinderätin Sandra Gamperl nicht verstehen. Für die bestehende Halle und das Bienenhaus habe die Gemeinde bereits eine Nutzungsänderung beantragt, „aber an was es genau scheitert, weiß ich auch nicht“, so der sichtlich verärgerte Bürgermeister. Er geht aber davon aus, die Genehmigung für den eingruppigen Kindergarten baldmöglichst zu bekommen, schließlich liegen bereits zwölf Anmeldungen vor. Nur beim Kreisbauamt sei halt „der Wurm drin“. Dennoch gehen Bürgermeister und Gemeinderat davon aus, dass die Einrichtung wie geplant in Betrieb gehen kann.

In der Diskussion wurde immer wieder Bezug auf den Waldkindergarten in Petershausen genommen, wo alles viel einfacher gelaufen sei. Vor allem die fehlende Kommunikation des Landratsamtes mit der Gemeinde wurde kritisiert. An den Kosten von 53 000 Euro will sich Betzin nicht stören, „denn jeder von uns weiß, dass man für dieses Geld keinen neuen Kindergarten bauen könnte“, so Betzin.

ost

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