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Ein Modell, wie sich das alte Rathaus (links) neben dem neuen Rathaus (rechts) ausnehmen wird, zeigte die Verwaltung dem Gemeinderat.

Planungen der Gemeinde Jetzendorf

Neues Rathaus: Standort steht fest

Es kristallisiert sich heraus, dass in Jetzendorf ein neues Rathaus gebaut wird. Es soll 2,5 Millionen Euro kosten und gleich neben dem alten Rathaus entstehen.

Jetzendorf – Die Gemeinde Jetzendorf wird ein neues Rathaus bauen und dafür knapp 2,5 Millionen Euro ausgeben müssen. Das hat Bürgermeister Manfred Betzin im Gemeinderat bekanntgegeben. Betzin orientierte sich an den Machbarkeitsstudio der KFB Baumanagement GmbH, die Grundlage für die zwölf Sitzungen des Arbeitskreises Rathausbau war.

Ausführlich habe man dort die Standortfrage diskutiert, so dass man schließlich zu dem Schluss kam, dass es Sinn mache, auf dem Parkplatz neben dem bestehenden Rathaus neu zu bauen. Der Arbeitskreis habe sich aber auch mehrheitlich für den Erhalt des bestehenden, letztmals 1983 sanierten Rathauses ausgesprochen, wobei die künftige Nutzung noch festzulegen sei. Vom Planungsbüro werde eine fachkundige Antwort zum Altbestand erwartet.

Endgültig vom Tisch sei der Vorschlag, das neue Rathaus am Maibaumgrundstück nahe der Apotheke zu bauen. Auch von der Idee, das Grundstück Poststraße 3 für einen Rathausbau zu verwenden, habe sich der Arbeitskreis nicht zuletzt wegen der unsicheren Kostenprognose verabschiedet. Der Rathausneubau neben dem bestehenden Rathaus soll der Anfang einer Ortszentrumbildung aus städtebaulicher Sicht für die Gemeinde Jetzendorf sein. Betzin machte kein Hehl daraus, dass es keine Zuschüsse gibt.

„Das Erscheinungsbild des Baukörpers, welcher sich optimal in unser Ortsbild einfügt, und eben auch die Außengestaltung sind uns sehr wichtig. Wir wollen hier keinen Klotz oder Prunkbau, sondern einen zweckdienlichen Funktionsbau, der gut zu uns passt und allen Bedürfnissen der Verwaltung und der Bürger gerecht wird“, unterstrich der Gemeindechef. Für vier verschiedene Plangutachten habe die Gemeinde 18 000 Euro an Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt und sich letztlich für das Plangutachten des Diplom-Ingenieurs Michael Grünwald aus Aichach entschieden. Die anderen drei Planungsbüros, die alle aus Pfaffenhofen sind, hatten das Nachsehen.

Das Raumprogramm für den Neubau umfasst 792 Quadratmeter, und man wolle natürlich barrierefrei bauen. Die beschlossene Variante bringe den Vorteil, dass die Verwaltung während der Bauphase nicht ausweichen müsse. Das Gebäude an der Poststraße 3 werde man laut Bürgermeister langfristig abreißen.

Was die Jetzendorfer Gemeinderäte am meisten interessierte, war die Festlegung der Organisationsform zum Rathausneubau und die Finanzierung. Betzin sprach sich für die Gründung eines Kommunalunternehmens aus, „denn das ist kein Hexenwerk“. Größere Projekte in anderen Gemeinden würden den Beweis liefern, dass sich so deutlich Kosten und Risiken sparen lassen.

Der Arbeitskreis halte es für angebracht, auch die notwendige Schulhaussanierung, größere Beschaffungen für den gemeindlichen Bauhof oder den Neubau des Feuerwehrhauses in Hirschenhausen über so ein Kommunalunternehmen abzuwickeln.

Diese Organisationsform favorisiert auch Vize-Bürgermeister Leonhard Sedlmeier (Parteiunabhängige), und dessen Fraktionskollege Stefan Skoruppa meinte gar: „Das ist der einzig sinnvolle Weg, so investieren wir in Sachverstand und zahlen eine halbe Million Euro weniger“. Die Kosten zur Gründung eines Kommunalunternehmens, die jährlichen Buchhaltuns- und Verwaltungskosten sowie die Kosten der Wirtschaftsprüfung seien laut Bürgermeister im Verhältnis zu den 2,5 Millionen Euro für den Rathausneubau in einem vertretbaren Bereich.

Was den Zeitplan für den Rathausneubau angeht, befinde man sich 2018 noch in der Planungsphase. Im ersten Quartal 2019 sollen Angebote eingeholt, Preisvergleiche erfolgen und Bietergespräche stattfinden. Erst im dritten Quartal 2019 rechnet die Verwaltung mit dem Baubeginn, und frühestens im dritten Quartal 2020 soll das Rathaus bezugsfertig sein.

Josef Ostermair

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