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Stars des Festivals: Die Band Frittenbude war aus Berlin angereist.

Festival feiert 30-Jähriges

Puch-Open-Air: Frisch wie am ersten Tag

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Das in der Szene bayernweit bekannte alternative Puch-Open-Air stand heuer im Zeichen eines Jubiläums, denn zum 30. Mal fand diese beliebte Freiluftveranstaltung im hügeligen Obstgarten des Luegbauern Hubert Lehmair statt. Es wurde ein denkwürdiger Nachmittag und Abend.

Lueg Heuer meinte es das Wetter mit den weit über tausend Feiernden besonders gut, sodass in den Anfangsstunden viele Besucher einen Platz unter den schattenspendenden Obstbäumen vorzogen. Die Stimmung war wie gewohnt familiär, viele Fans kennen sich seit der ersten Stunde. Und nach wie vor haben auch Kinder ihren Spaß, vor allem, wenn sie sich an und in der Schlammsuhle aufhalten dürfen.

30 Jahre Open-Air Puch gibt Anlass, an den Start vor drei Jahrzehnten zu erinnern: Gründungsvater ist der heute 58-jährige Münchner Architekt Lorenz Lehmair, der älteste der Gebrüder Lehmair. Er musizierte damals in der Gruppe „Animal Crackers“ als Gitarrist und hat damals schon Underground-Musik gemacht. „Die Musikproben fanden in der Backstube unseres elterlichen Hofes statt“, erinnert sich Lehmair.

Weil das Musikfestival unter freiem Himmel damals schon Anklang bei rund 600 Fans alternativer Rockmusik fand, wurde es von Jahr zu Jahr größer. Von 1995 an spielte der „Lenz“, wie ihn viele nennen, bei den „Monostars“, die viele Jahre beim Puch-Open-Air den Ton angaben. Am Anfang bestand die Veranstaltung aus befreundeten Bands aus dem Raum Pfaffenhofen, Schrobenhausen und Indersdorf.

Zum Jubiläum haben sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen. Neben den sechs Bands, die aus ganz Deutschland, Frankreich, Portugal und Südafrika gekommen waren, gab die Künstlergruppe „Tam Tam“ aus München ihr Debüt, die mit einer rauchenden Waschmaschine auf sich aufmerksam machte. Erstmals hat sich auch ein Team des Bayerischen Fernsehens für Puch interessiert.

Die Portugiesin Rita Braga sorgte für den Konzertauftakt, bevor sich das Team Salewski aus München in Szene setzte. Die Soundlandschaft dieser Gruppe bildete die perfekte Kulisse für Anna McCarthy’s hypnotisch schlingernden Sprechgesang. Aber auch die Bossanova-Gitarre von Albert Pöschl und der albanische Gesang von Inida Kreuz macht diese Gruppe aus, die mit viel Beifall bedacht wurde.

Krautrock ist nicht aus der Zeit gefallen

Erstmals bei Puch dabei war „International Music“. Diese drei Musiker, die aus Essen kommen, lieferten den Beweis, dass der gute alte Krautrock keinesfalls aus der Zeit gefallen ist.

Drei Franzosen, die unter „Zombie Zombie“ auftraten, kamen aus Paris. Auch Großmeister John Carpenter lobte diese Gruppe, und der muss es ja wissen.

Höhepunkt dieses Open-Air-Abends war zweifelsohne der Auftritt der Band Frittenbude. Die Mitglieder der bekannte Formation aus dem niederbayerischen Geisenhausen leben seit zehn Jahren in Berlin. In den frühen Morgenstunden riefen sie in Puch zur grenzenlosen Freiheit auf, sodass die vielen Fans vor der Bühne restlos ausflippten.

Das Performance-Duo „Faka“ aus Südafrika, das sich als Plattform für eine neue Queer-Szene in Johannesburg sieht, wurde ebenso frenetisch gefeiert.

Zum Jubel-Fest schaute man natürlich auch besonders auf das leibliche Wohlergehen der vielen Gäste. Das Angebot reichte von veganer Kost bis hin zu Bio-Steaks, Pizza und Steckerlfisch.

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