Junge Musikanten: Die „Kühnhauser Klappstia“ bei ihrem Auftritt in Jetzendorf.
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Junge Musikanten: Die „Kühnhauser Klappstia“ bei ihrem Auftritt in Jetzendorf.

Echte Volksmusik

200 Musiker, 300 Besucher

Echte Volksmusik war geboten beim  Sänger- und Musikantentreffen in der Schulturnhalle Jetzendorf. Besonders erfreulich: Auch junge Musiker waren dabei.

Jetzendorf – Musik vom feinsten erlebten 300 Zuhörer in der brechend vollen Schulturnhalle von Jetzendorf beim 15. Sänger- und Musikantentreffen des südlichen Landkreises Pfaffenhofen. Für die tollen Darbietungen der rund 200 Mitwirkenden aus acht Gemeinden gab es immer wieder viel Beifall.

Die Zuhörer waren bereits beim Einzug der „Stoakirchana“ begeistert. Stärke der Gruppe ist bayerisch-böhmische Blasmusik. Sie ließ unter der Leitung von Stefan Bachl den Egerländer Musikantenmarsch und anschließend die Hanna-Polka erklingen. Mehr den klassischen Bereich deckte der Basilika-Chor aus Scheyern ab, und mit Musik aus dem Kloster Weyarn erfreute die Schanzerl-Musik aus Jetzendorf. Angesichts der 15 teilnehmenden Gruppen war es den Sängern und Musikern natürlich nur möglich, ein oder zwei Stücke darzubieten. Die unterschiedlichen Richtungen, ob laut, leise oder auch mal schrill, begeisterten das Publikum.

Sehr gut kam das Couplet von Adam und Eva an, das die Zwoaraloa-Musi aus Gerolsbach im Repertoire hat. Viel Beifall gab es auch für den Inklusions-Chor aus Hohenwart und sein Lied „So soll es bleiben“. Voll auf Stimmung ging der „Powerziach“ Martin Kraft aus Schweitenkirchen, der als einer der besten Witzeerzähler Bayerns die vielen Gäste zum Lachen brachte. Gute Witze hatte auch der Weichenrieder Dreigesang parat, deren „A Tröpferl geht oiwei danem“ von schwarzen Humor zeugte.

Die Gruppe „Kühnhauser Klappstia“, bestehend aus der Niederdorfer Wirtstochter Martha Pfündl und ihren Cousinen Elisabeth und Franzi Schadl, übernahm nicht nur die Moderation, sondern mische auch fleißig im Programm mit. Insbesondere das Hubert von Goisern-Stück „Heast as net“ gefiel den Zuhörern.

Der südlichen Landkreis Pfaffenhofen braucht nicht um den Musiker-Nachwuchs bangen, das bewies die Jugend-Marktkapelle aus Hohenwart. Heiß her ging’s mit den „Rocking Wagners“. Sehr amüsant hörten sich auch die „Chory-Feen“ aus Gerolsbach an, die sängerisch feststellten, statt Schokolade lieber einen Mann zu wollen, und auch wussten, dass in jeder Frau ein Stück Hefe steckt. Ruhiger ließ es der Kirchenchor aus Hettenshausen angehen, der sich musikalisch für Frieden aussprach. Feine Zitherklänge bestimmten bei den drei Damen der Gruppe „Chrinaliese“ aus Reichertshausen das Geschehen auf der Bühne. Ein englisches Lied, bei dem es um Sehnsucht geht, gab das Duo „Heart2Heart“ aus Ilmmünster zum Besten.

Leider war das zweieinhalbstündige Programm viel zu schnell zu Ende. Den Schluss machte die Prielbergmusi aus der Gemeinde Jetzendorf mit drei schwungvollen Volksmusikstücken. Diese fünfköpfige Gruppe, unter der Leitung von Evi Hofner, gibt es bereits seit 1978 und ist immer noch sehr gefragt.

Auch Jetzendorfs Bürgermeister Manfred Betzin zeigte sich von dem abwechslungsreichen Abendprogramm restlos begeistert. Bevor die Bayernhymne erklang, überreichte er den Wimpel für diese beliebte Großveranstaltung an seinen Bürgermeister-Kollegen Manfred Russer. Denn das nächste Sänger- und Musikantentreffen der südlichen Landkreisgemeinden wird in Hohenwart stattfinden.

JOSEF OSTERMAIR

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