Rektorin Notburga Sieber verlässt nach 16-jähriger Amtszeit die Grundschule Jetzendorf. 
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Rektorin Notburga Sieber verlässt nach 16-jähriger Amtszeit die Grundschule Jetzendorf. 

Rektorin geht in Ruhestand

Die Rektorin wird bald Pensionistin

16 Jahre lang hat Notburga Sieber die Grundschule Jetzendorf geleitet. Jetzt geht sie in den Ruhestand. In den 16 Jahren ist viel passiert.

Jetzendorf Die Tage von Notburga Sieber an der Grundschule Jetzendorf sind gezählt. Die geschätzte Rektorin verlässt nach 16 Jahren die derzeit 125 Kinder und geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Die 66-jährige Pädagogin, die nach neun Jahren Gymnasium in St. Anna in München und sechs Semestern auf der Pädagogischen Hochschule München mit Schwerpunkt Hauptschule ihr Handwerk erlernte, unterrichtete zunächst in Scheyern und dann 17 Jahre an der Volksschule Hohenwart in den Klassenstufen eins bis neun. Dann war sie fünf Jahre lang Konrektorin in Schweitenkirchen, bevor sie im Schuljahr 2004/2005 aus mehreren Bewerbern für die Teilhauptschule (Klassen eins bis sechs) in Jetzendorf als neue Rektorin ausgewählt wurde.

Damals startete die engagierte Frau mit 225 Schülern als Chefin der Schule im oberen Ilmtal. Darüber hinaus hat sie vier Jahre lang die Klassleitung in der Jahrgangsstufe sechs übernommen. Mit Ausnahme des laufenden Schuljahres hat Sieber ständig die Klassleitung in den Jahrgangsstufen drei oder vier innegehabt.

Noch gut erinnert sie sich an den alles andere als einfachen Start in Jetzendorf. Da habe der damalige Konrektor „nachgeholfen“, der gerne Rektor geworden wäre. „Dass erst eine Woche vor Schuljahresbeginn meine Berufung nach Jetzendorf kam und ich nur zwei Stunden in mein neues Amt eingewiesen wurde, war nicht gerade motivierend. Es gab keine Vorbereitung für den ersten Schultag. Trotz des mir für die nächsten vier Schuljahre von der Schülerzahl her zustehenden Konrektors wurde mir keiner zugewiesen“, so Sieber.

Ganz zu Anfang gab es zudem wegen der nicht rechtzeitig fertig gewordenen Schulhauserweiterung eine Baustelle, und auch die zu leistenden Neuerungen seien nicht leicht umzusetzen gewesen. Mit der Einrichtung eines PC-Raumes begann an der Schule das Zeitalter der Digitalisierung. Und auch das Ende der Teilhauptschule sei nicht ohne Spuren vonstattengegangen.

Nicht vergessen hat die scheidende Rektorin zudem die erzwungene Einführung der Kombiklasse, was mit vielen Elternabenden und großem Aufwand für die Klassenausstattung verbunden gewesen sei. Hinzu kam in der Ära Sieber die Beherbergung der Kindergartenkinder beim Umbau im „Spatzennest“, der Aufbau der Mittagsbetreuung, der Turnhallenanbau und die Pausenhofgestaltung.

Durch unzählige Überstunden hat die Rektorin den Stundenausfall minimiert. Das war natürlich nur möglich, weil Sieber als alleinstehende Person keine Familie zu versorgen hatte.

Ihre pädagogischen Vorstellungen für die Öffnung der Schule durch Schulveranstaltungen hat sie in all den Jahren deutlich eingebracht. So tragen viele Feste und Projekte die Handschrift Siebers. Ohne Corona hätte es heuer das Projekt Europa gegeben.

Lebenserfahrung hat die Rektorin den Kindern auch in vielen Schullandaufenthalten, Klassenfahrten und Ausflügen mitgegeben. Ihr Hauptanliegen: Steigerung der Leistungsbereitschaft und des Leistungswillens und die Erkenntnis, dass ohne Disziplin nichts gelingt.

Was sie nach 16 Jahren in der Schule von Jetzendorf besonders freut, sei die Tatsache, „dass, egal wo ich den Kindern oder deren Eltern begegne, ich immer freundlich gegrüßt werde und auch von vielen ehemaligen Schülerinnen und Schülern Wertschätzung erfahre“. Unangenehm sei ihr in 16 Jahren gewesen: „Wenn Eltern unseren Beobachtungen nicht glauben, wenn Noten angezweifelt werden, wenn Kollegen permanent Rechenschaft über den Probenstoff und die Fragestellung ablegen müssen, wenn um Punkte gefeilscht wird und wenn Lügen und Falschmeldungen verbreitet werden.“

Langweilig wird es Sieber sicher auch als Pensionistin nicht, denn nun kann sie ihr Hobby als Reiseleiterin in ganz Europa noch ausbauen. Da hat sie dann auch die Möglichkeit ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen.

Zu ihrer Abschiedsfeier empfängt Notburga Sieber am Freitag, 24. Juli, um 19.30 Uhr in der Turnhalle der Grundschule geladene Gäste. Neue Rektorin in Jetzendorf wird Ulrike Schmucker, die derzeit Konrektorin an der Grundschule in Mühlried ist. JOSEF OSTERMAIR

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