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Jetzt doch keine Masten im Garten

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Anwohnerin Karin Hampe muss keine Angst mehr um ihre Thujenhecke haben - die Masten kommen auf die andere Seite des Gleises. © hab

Dachau - Die Elektrifizierung der Linie A hat am Weblinger Weg für Panik gesorgt: Denn dort sollten die Oberleitungsmasten mitten in die Grundstücke der Anwohner gebaut werden. Das ließen sich die Dachauer nicht bieten, schalteten den OB ein - und können aufatmen: Die Bahn will die Masten nun auf die andere Gleisseite stellen.

Sie haben es von Anfang an gesagt, die Anwohner, die Politiker, die Stadt: Auf der gegenüberliegenden Seite ist doch genügend Platz. Und genau das hat die DB Netze nun auch eingesehen. In einem Antwortbrief an Oberbürgermeister Peter Bürgel bestätigte die DB Netze, dass „eine Verlegung aus technischer Sicht grundsätzlich möglich ist“. Es sei sogar schon ein Planentwurf erstellt worden, der umgesetzt werden könne. Und es wird noch viel besser: Auch nach Rücksprache mit dem zuständigen Eisenbahnbundesamt steht dieser planrechtlichen Genehmigung - bei Berücksichtigung aller Belange - nichts entgegen.

Der OB hatte der Bahn geschrieben, weil die Anwohner auf die Barrikaden gegangen waren: Mehrere Grundstücksbesitzer hatten Schreiben bekommen, dass sie einige Quadratmeter ihres Gartens bereitstellen müssten und auf einer noch größeren Fläche eine „Dienstbarkeit“ ermöglicht werden müsse.

Nun herrscht Erleichterung. „Das ist prinzipiell sehr positiv“, sagt Thomas Kothny, Anwohner am Weblinger Weg: „Die Gefahr, dass so ein Pfosten bei mir im Garten drin steht, ist wohl gebannt.“ Doch einige Zweifel sind geblieben: „Uns ist noch nicht so ganz klar, was das eigentlich bedeutet“, betont der 45-jährige Dachauer. Denn: Es ging nicht nur um die Masten, sondern auch um einen „Ausschwenkbereich“ - und der würde dafür sorgen, dass all die Hecken, Bäume, Pavillons und Schaukeln weichen müssten. „Noch haben wir einfach keine konkreten Informationen.“ Denn die Anwohner bekamen keine schriftliche Benachrichtigung.

Doch Bernd Honerkamp kann diese Bedenken wegwischen: „Der Ausschwenkbereich hängt mit dem Masten zusammen“, erklärt der DB-Sprecher. Rund um eine „Speiseleitung“, die in etwa fünf Metern Höhe vom Masten zur Oberleitung führt, muss der Bereich frei bleiben, damit sie auch bei Wind frei schwingen kann. Steht also der Masten auf der Südseite des Gleises, liegt auch dieser Ausschwenkbereich auf der Südseite des Gleises - und die Anwohner auf der Nordseite müssen an ihren Grundstücken nichts verändern. Dennoch sollten die Champagnerflaschen noch verschlossen bleiben: Wegen der „Berücksichtigung aller Belange“. Denn wenn irgendjemand Bedenken wegen der Masten auf der Südseite haben sollte, ist die neue Lösung wieder gestrichen - denn der Ausbau-Plan der Linie A steht nunmal unumstößlich fest.

Nina Praun

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