Gärtner oder doch Fri sör? Bei der Jobmesse im ASV-Theatersaal konnten sich Jugendliche über Berufe informieren – und das Frisör-Handwerk in der Praxis testen. mik

Jobmesse Dachau

Orientierung im Ausbildungs-Dschungel

Viele Schüler sind zur Messe „Job Dachau“ in den ASV-Theatersaal gekommen. Sie konnten sich über 120 Berufe informieren, mit Azubis ins Gespräch kommen und sich dadurch im Ausbildungs-Dschungel eine erste Orientierung verschaffen.

Dachau Fast 350 Blätter hingen im Foyer des ASV. Drumherum standen viele Jugendliche, als gäbe es etwas umsonst. Auf den Zetteln standen jedoch Stellenangebote für Praktikums- oder Ausbildungsplätze, die auf die jungen Gäste der „Job Dachau“ gewartet haben.

„So viele wie noch nie“, sagte Gabriele Riffert, Pressesprecherin der JOB Dachau. In diesem Jahr dazugekommen, sind nämlich die Praktikumsplätze. Wie wichtig diese geworden sind, weiß Sparkassenvorstand Hermann Krenn: „80 bis 90 Prozent machen eine Ausbildung in einem Beruf, in dem sie vorher ein Praktikum gemacht haben“, das beobachtet er nicht nur bei der Sparkasse. Auch Agnes Brunner, Vorsitzende des Arbeitskreis SchuleWirtschaft Dachau und Schulamtsdirektorin, bestätigt das: „Wir bekommen von den Schulen die Rückmeldung, das viele Schüler durch Praktika ihre Ausbildungsstelle finden.“

60 Aussteller stellten in diesem Jahr rund 120 Berufe vor. Das waren zehn Stände mehr als im Vorjahr. Darunter waren Ausbildungsbetriebe aus dem Landkreis, Innungen, weiterführende Schulen und andere Bildungseinrichtungen wie Akademien. „Es war uns wichtig, dass die Aussteller Azubis an den Stand stellen, bei denen die Schüler direkt Informationen zur Ausbildung erfahren können“, erklärte Krenn.

Um die Jugendlichen zu Gesprächen animieren, konnten sie an den Ständen Aufkleber sammeln. Bei drei Aufklebern bestand die Chance eines der zwei Ipads zu gewinnen. Krenn war zwar klar: „Kaum einer wird aus der Messe gegangen sein und gesagt haben: Ja, das ist mein Ausbildungsberuf.“ Die Messe sei aber ein Ort für eine erste Orientierung.

Nach den Gesprächen mit den Ausstellern nahmen Schüler idealerweise Zettel mit Stellenausschreiben mit nach Hause und luden sich die „Bildungsnaviapp“ herunter. In dieser gibt es Tipps für Bewerbungen und Videos zu Ausbildungsberufen zum Download. Außerdem kann gezielt nach Ausbildungsplätzen in der Region gesucht werden. „Die Regionalität ist unser Hauptziel“, betonte Brunner. Fast 25 000 Menschen haben die App bereits heruntergeladen, die es seit etwa zwei Jahren gibt.

Ein zusätzliches Angebot waren die Workshops. Im ersten Block gab es Vorträge zum Thema „Lebens- und Berufswege 3.0“, „Mittlere Reife, Abitur - Was dann?“, „Der große Auftritt: Bewerbung, Vorstellung, Entscheidung“ sowie „Prozess der beruflichen Entscheidungsfindung - wie können Eltern dabei unterstützen?“ Im zweiten Block wurden die Berufssparten Informationstechnik, Sozial- und Laborberufe vorgestellt.

Wichtig war den Organisatoren dabei vor allem der Vortrag für Eltern. Denn: „Eltern sollten bei der Berufswahl ihrer Kinder Unterstützer sein“, sagte Brunner. In Zeiten, in denen die Betreuung der Schulen bei der Berufswahl immer vielfältiger wird und Pflichtpraktika zum Schulalltag gehören, habe sich die Erwartungshaltung geändert. „Wenn ein Kind heute keine Ausbildung bekommt, werden oft die Schulen zur Verantwortung gezogen“, sagt Thomas Hendler, der seit November vergangenen Jahres Vermittler des Arbeitskreises an den Mittelschulen ist.

Oft sei es den Eltern aber nicht möglich, die Kinder bei der Bewerbungsphase zu unterstützen. Denn die meisten Eltern ausländischer Kinder können kein bis wenig Deutsch. „Schüler sind oft Dolmetscher bei Elterngesprächen“, erzählt er.

Ihr noch nicht perfektes Deutsch schreckten zumindest einige Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge nicht davon ab, sich auf der Berufsmesse umzusehen.

Miariam Kohr

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