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Josef Kreppold starb nach einem erfüllten Leben mit 84 Jahren.

Josef Kreppold ist gestorben

Letzter Wunsch wird erfüllt

Odelzhausen - Im Kreise der Lieben zuhause sterben dürfen, wenn die Zeit gekommen ist. Das ein Wunsch, der jetzt für Josef Kreppold in Erfüllung ging. Nach langem Leiden und vielen Krankenhausaufenthalten schloss der beliebte Odelzhausener für immer die Augen.

Das Leben von Josef Kreppold hätte für zwei Menschen gereicht, so viel hat er in seiner Zeit auf Erden erleben dürfen. Nun ist es nach vielen, vielen Krankenhausaufenthalten zu Ende gegangen.

Dabei durfte er all die Liebe von seiner Familie erfahren, die er ihnen Zeit seines Lebens immer großzügig geschenkt hatte. Josef Kreppold durfte zuhause sterben, ganz so wie er es sich gewünscht hatte. Seine Frau Martha holte ihn acht Tage vor seinem Ende aus dem Krankenhaus heim, und die Tochter schlief in den Nächten im Elternhaus, damit immer jemand für ihn da war. Aus Ingolstadt war auch Josefs Bruder, Pater Guido, gekommen um ihm die Krankensalbung zu spenden. „Es war wie ein Wunder“, berichtete der Pater in seiner Predigt bei der Beerdigung, „aber am Ende der im Volksmund genannten ,letzten Ölung’ bedankte sich mein Bruder mit einem Vergelt’s Gott. Und das, obwohl er die letzten Tage gar nicht mehr sprechen hatte können“.

Der sanfte Mann mit den Grübchen und den strahlend blauen Augen wurde als fünftes von insgesamt elf Kindern geboren. Die Mutter aus dem „Schneidermo“-Anwesen in Lukka starb im Kindsbett, als Josef erst zwölf Jahre alt war. Arbeit war für die Kinder aber schon vorher immer ein Thema gewesen. Vielleicht haben es gerade deswegen alle zu etwas gebracht.

Kaum war Sepp volljährig, wanderte er mit zwei Brüdern nach Australien aus. Seine abgeschlossene Lehre als Landmaschinenmechaniker kam ihm da gerade recht. Ein weiterer Bruder folgte dem Ruf in die Wildnis und mit ihm auf dem Schiff die zukünftige Frau von Sepp, Martha. Die hat er dann in Australien 1954 in der Nähe von Perth geehelicht. Die Brüder waren recht erfolgreich dort, doch nach zehn Jahren kehrte Sepp mit Martha und Söhnchen Joseph wegen Heimweh nach Deutschland zurück.

Zwei Jahre später war das neue Haus in Odelzhausen fertig, und die Familie mit Tochter Manuela zu viert. Zeitlebens standen die Familie und seine Geschwister immer an erster Stelle von Sepp Kreppold. Er hat jedem und immer geholfen, auch für die Nachbarn ist er in seiner eh so knappen Freizeit stets eine Hilfe gewesen.

Als seine Enkel, Niklas und Alisia, geboren wurden, ging er als Opa ganz in seiner Rolle auf. Die beiden haben an seinem Grab bittere Tränen vergossen, denn sie liebten ihn über alles. Martha hat ihn in den letzten Jahren mit all ihrer Fürsorge und Liebe das Leben noch so schön wie möglich gemacht.

Und zu großen Anlässen hat Sepp immer wieder seine ganze Kraft zusammen genommen, um noch einmal feiern zu dürfen. Seinen 80. Geburtstag 2012 und im gleichen Jahr die Hochzeit seiner Tochter. Dann zwei Jahre später die Diamantene Hochzeit mit seiner Frau. 2015 schließlich den 80. Geburtstag von Martha, das 50-jährige Priesterjubiläum seines Bruders Guido und die Goldene Hochzeit von Bruder Sigi. Nicht nur für ihn waren das besondere Momente, auch für die Hinterbliebenen mag es nun ein großer Trost sein.

Die Beerdigung von Sepp Kreppold war wie sein Leben. Voll Liebe und Dankbarkeit. Hans Kreppold, ein Cousin, der auch an der Diamantenen Hochzeit die kirchliche Feier musikalisch umrahmt hatte, sang für ihn am Grab die Lieder „s is Feieromd“ und „Leise sinkt der Abend nieder".

mw

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