„Ich finde es sehr spannend, diese Dinge auszustellen“: Josef Lochner stellt Werke von Joseph Beuys und Markus Lüpertz im Rübsamen-Tiefgeschoss aus. foto: miriam kohr

Zwei Große im Doppelpack

Joseph Beuys und Markus Lüpertz im Rübsamen-Tiefgeschoss

Zwei große Künstler im Doppelpack können Kunstinteressierte bald im Rübsamen-Tiefgeschoss bewundern. Die Galerie Lochner zeigt Werke von Joseph Beuys (ab 28. Februar) sowie Markus Lüpertz (ab 23. März)

DachauAls der Malerfürst Markus Lüpertz 2015 in Dachau im Tiefgeschoss des Rübsamen-Gebäudes ausstellte und für einen Tag sogar selbst zugegen war, hat das bei vielen Kunstinteressierten für Furore gesorgt. Die positive Resonanz und der Erfolg dieser Ausstellung ermutigte die Galerie Lochner und den Förderverein Dachauer Wasserturm erneut zu einem Großprojekt: Joseph Beuys und Markus Lüpertz im Doppelpack. Kunstinteressierte dürfen sich also erneut auf hohe Kunst freuen.

Miete, Versicherung, Rahmen bestellen, hängen, Werbung schalten, Plakate drucken: all das hat Josef Lochner bereits 2015 hinter sich gebracht. Die stressvolle Organisation einer großen Ausstellung tut er sich erneut an. „Weil es mich einfach reizt, ich finde es sehr spannend, diese Dinge auszustellen“, begründet Lochner, warum er das nochmal durchmacht. Um Geld gehe es ihn dabei nicht. Die Lüpertz-Ausstellung 2015 ging laut dem Galeriebesitzer genau auf eine schwarze Null raus. „Ich fand es erstaunlich, wie gut das geklappt hat“, sagt der Dachauer, der sich schon seit Jahren beim Wasserturm engagiert. Man könnte meinen, Lochner wollte eine noch bessere und größere Ausstellung mit Lüpertz nachlegen. Und wenn er schon mal an Räumlichkeiten kommt, macht er Beuys gleich mit. Doch es ist genau umgekehrt.

„Joseph Beuys hat mich schon seit meiner Schulzeit interessiert“, erzählt Lochner. Vor allem sein damaliger Kunstlehrer habe dazu beigetragen. Als vor zehn Jahren ein Kunde in seine Galerie kam, der sich für Beuys’ Werke interessierte, nahm Lochner Kontakt auf mit dem Verlag, der für Beuys’ Nachlass zuständig ist. Seitdem geht ihm der Gedanke an eine eigene Beuys-Ausstellung im Kopf um. 2018 sollte es soweit sein. Und während die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Rübsamen-Tiefgeschosses liefen, dachte sich Lochner: „Wenn wir den Raum schon haben, können wir gleich nochmal eine Lüpertz-Ausstellung machen.“

In der Beuys-Ausstellung ab 28. Februar werden drei Reihen vollständig zu sehen sein: die späten Druckgrafik-Suiten „Schwurhand“ (entstanden 1980), „Zirkulationszeit (1982) und „Tränen“ (1985). Dazu gibt es mehrere Probedrucke. „Wir haben zu einigen Probedrucken handschriftliche Anweisungen von Beuys, wie ‚anderes Papier’ oder ‚hier Farbe ändern’“, informiert Lochner. So könne der Besucher einen Blick hinter den Entstehungsprozess der Druckgrafiken werfen. Ein Teil dieser Probedrucke wurde noch nie öffentlich gezeigt. Ergänzend werden einige andere seiner Multiples zu sehen sein, die in unterschiedlichen Auflagen erschienen sind. Beispiele hierfür ist das Werk „Das Orwell-Bein – Hose für das 21. Jahrhundert“. Hier war Beuys der Mode voraus, er versah schon 1984 Jeanshosen mit Löchern am Knie.

Was die Lüpertz-Ausstellung ab 23. März angeht, sagt Lochner: „Das Niveau und die Qualität liegen in diesem Jahr natürlich noch höher als 2015“. Immerhin hat der Dachauer Kunstsammler in den vergangenen zwei Jahren über neue Kontakte weitere Werke von Markus Lüpertz in seine Hände bekommen. Kein ausgestelltes Werk werden die Besucher von 2015 kennen. Besonders über die zwei neuen Serien „Toskana“ und „Michael Engel“, die rund 30 Arbeiten erfassen, freut sich Lochner. Neben den Lithografien, Linol- und Holzschnitten sowie Radierungen werden in diesem Jahr mehr Skulpturen zu sehen sein. Dass Markus Lüpertz in diesem Jahr nicht kommen könne, wäre zwar schade, aber aufgrund der Kurzfristigkeit der Planungen verständlich.

Die Ausstellungen

Joseph Beuys: „Blitz und Bienenkönigin“ eröffnet am 28. Februar mit einer Vernissage um 19 Uhr. Anschließend von 1. bis 18. März täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Markus Lüpertz: „Maler Genius“ ebenfalls im Rübsamen Tiefgeschoss ist von 23. März bis 15. April täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist jeweils frei.

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