Bei der Endrunde von „Jugend musiziert“ in Regensburg: Fabian (l.) und Benjamin Darabi Far aus Dachau. 

Dritter Preis  auf Bundesebene

Dachauer Brüder in der Endrunde bei „Jugend musiziert“

In der Kategorie „Klavier vierhändig an zwei Klavieren“ haben es die Brüder Fabian und Benjamin Darabi Far aus Dachau heuer beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ in die Endrunde auf Bundesebene geschafft. Dort holten sich der 15- und der 12-Jährige einen dritten Preis.

von susanna morper

Dachau– Wer ein Instrument gut spielen möchte, muss in der Regel viel dafür üben, das gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Konzerte und Wettbewerbe sind normalerweise eine große Motivation und Ansporn, stellen sie doch eine Art „Zwischenziel“ und gleichzeitig einen Auftritt in der Öffentlichkeit dar, auf den es sich hinzuüben lohnt. Beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen und sich an ihren Altersgenossen zu orientieren.

Zu den vielen Teilnehmern dieses Jahr gehören auch die Brüder Benjamin und Fabian Darabi Far aus Dachau. Gemeinsam traten der zwölfjährige Benjamin und der fünfzehnjährige Fabian in der Kategorie „Klavier vierhändig an zwei Klavieren“ an und waren damit ziemlich erfolgreich.

Der Wettbewerb „Jugend musiziert“ hat drei Runden und findet auf Regional-, Landes- und Bundesebene statt. In einem dreijährigen Turnus wechseln sich verschiedene Instrumental- und Vokalkategorien in Solo- oder Ensemblewertung ab. Die jungen Musiker erhalten nach ihrem Vortrag eine Punktzahl von maximal 25 Punkten, die ausschlaggebend für die Bewertung bzw. die Weiterleitung in Landes- oder Bundeswettbewerb ist. Beim 55. Bundeswettbewerb, der heuer in Lübeck stattfand, schnitt Bayern in der Statistik der Bundesländer recht gut ab. Von 150 Kindern und Jugendlichen in Solokategorien gingen nur 20 ohne Preis nach Hause, insgesamt stellte Bayern damit knapp ein Achtel der Teilnehmer. Lediglich aus Baden-Württemberg kamen mehr junge Talente. Auch in den Gruppenwertungen steht Bayern an zweiter Stelle, was die Anzahl der Preise und Teilnehmer betrifft.

Benjamin und Fabian Darabi Far waren 2018 die einzigen von 13 teilnehmenden Jugendlichen aus dem Landkreis Dachau, die es bis zur Endrunde schafften. Zum Wettbewerb auf Landesebene in Regensburg waren sechs junge Talente aus dem Landkreis weitergeleitet worden. Das Duo Darabi Far erhielt abschließend einen dritten Preis mit 20 Punkten.

„Ich hatte eigentlich keine Erwartungen an das Ergebnis“ erklärt Fabian, den Brüdern ging es eher um das Spielen als um die Punktzahl. Die Geschwister hatten beide Spaß am gemeinsamen Musizieren, und beim Üben ging es ziemlich harmonisch zu. Großem Stress fühlten sich die beiden nicht ausgesetzt: „Auch vom Konkurrenzdruck her war es okay, weil es ja nicht nur einen Sieger gab“, erzählt Benjamin über die Bewertung und das anschließende Beratungsgespräch mit der Jury.

Die Teilnehmenden beim Wettbewerb müssen mindestens im Schulalter sein, nach oben beträgt die Altersgrenze 21 Jahre, in Gesangskategorien 27 Jahre. „Meine Freunde haben das mitbekommen, weil ich ein paar Mal für ‚Jugend musiziert’ in der Schule befreit war“, erinnert sich Fabian und fährt fort: „Die fanden das aber auch ganz cool.“

Wer sich angemeldet hat, muss ein Programm mit Werken aus unterschiedlichen Epochen vorbereiten, dessen Dauer je nach Alterskategorie und Instrument variiert. Fabian und Benjamin spielten Werke von Francis Poulenc, Sergej Rachmaninoff und Ludwig van Beethoven. „Der Beethoven war unser Lieblingsstück, weil es am schnellsten ist“, berichtet Fabian.

Die Vorbereitung eines solchen Programms ist ein langer und intensiver Arbeitsprozess, der für die beiden Brüder schon im September begann. „Es waren schon sehr lange immer dieselben Stücke“, finden beide. Immerhin mussten sie ihr Repertoire nicht nur beim Regionalwettbewerb im Februar präsentieren, sondern noch bis zum Finale im Mai warm halten und verbessern. „Nach der ersten Runde haben wir erstmal jeder für sich neue Stücke geübt, aber nach drei bis vier Wochen wieder mit dem Wettbewerbsprogramm angefangen“, sagt Fabian.

Die Geschwister sind sich aber gleichzeitig auch sicher, viel gelernt zu haben. „Besonders technisch habe ich jetzt viel mehr Kontrolle“, freut sich Fabian. Die beiden jungen Pianisten beschreiben den Wettbewerb als eine tolle Erfahrung, die viel Spaß gemacht hat. Während sich Fabian aufgrund der langen Zeit mit denselben Stücken nicht sicher ist, ob er noch einmal teilnehmen würde, hat sein kleiner Bruder Blut geleckt: „Ich würde schon gerne wieder mitmachen und kann mir auch gut vorstellen, einzeln statt im Duo anzutreten“, erzählt Benjamin.

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