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Die 8-Ball-Band brauchte keine große Bühne, um die Zuhörer mitzureißen.

Ein Konzert ohne Grenzen

Keine große Bühne, keine Playlists, keine Absprachen, dafür Spontanität und Improvisation - das ist das Erfolgskonzept der Acoustic Lounge.

Sie ist winzig klein, die Bühne im Café Teufelhart. So klein, dass es keinen Platz gibt für Absprachen oder Playlists. Jeder Zentimeter wird gebraucht: für Improvisationen, für Spontanität, für Rock, Blues, Funk, Soul und Latin, für musikalische Experimente – und sogar für gerissene Gitarrensaiten.

Die 8-Ball-Band hatte eingeladen zu dieser inzwischen dritten Acoustic Guitar Lounge, um wieder einmal „die Grenzen des Reichs der Töne“ auszuloten. Gemeinsam mit der Dachauer Band Just Chanpero und den befreundeten Musikern Georg Birkeneder (Violine) und Martin Off (Gitarre) boten sie ihren Zuhörern ein buntes Feuerwerk an Tönen.

Sie kombinierten Gitarren mit Piano, Violine, Cajon oder Mundharmonika und bedienten sich im Songrepertoire von Calvin Russell, ZZ Top, Lenny Kravitz, Joan Osborne oder den Beatles. Alles passte auf die kleine Bühne, sentimental-traurige Balladen und rockige Gitarrensoli, gefühlvolles Klaviergeklimper, verspielte Reggae-Melodien oder anspruchsvolle Blues- und Soul-Nummern. Leere Wasserkanister wurden zu Rhythmus-Trommeln umfunktioniert, Kanons wie „Bruder Jakob“ experimentell variiert.

Nicht lange hat es gedauert, bis es keine Grenzen mehr gab zwischen Musikern auf der Bühne und Zuhörern. Bis an jedem Tisch mitgeklatscht, mitgesungen oder zumindest mitgewippt wurde. Bis aus einem Konzert eine wahre Session geworden war, an der sich jeder, der wollte, beteiligen konnte.

Das ist das Konzept, das hinter der monatlichen Musik-Lounge steckt: Jeder darf, keiner muss mitmachen. Aber wer will, ist willkommen auf der kleinen Bühne, die bei einigen Songs so groß wurde, wie das ganze Café Teufelhart. Wenn es um Musik geht, gibt es nunmal keine Grenzen. Dann ist alles einen Versuch wert – der Platz dafür muss sein. (kwo)

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