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Trompeter aus Leidenschaft

Maximilian bläst zum Angriff

Maximilian Wittmann und seine Trompete sind unzertrennlich. Die Liebe zu seinem Instrument hat den 20-jährigen Nachwuchskünstler schon durch diverse Bands und Länder geführt. Und trotzdem packt ihn immer noch das Fernweh.

Das Trompetenspielen ist seine Leidenschaft – das merkte Maximilian Wittmann früh. Schon während seiner Schulzeit absolvierte der Pullhauser zwei Jungstudien zur Jazztrompete (sogenannte Begabtenförderungen) in München und Köln und wirkte in der Dachauer Big Band, den Bands Orange Fizz, Bojitos und bei Schein mit. Nebenbei machte er noch sein Abitur. Doch für seinen Traum als Berufstrompeter gewährt er sich Zeit: Seit zehn Jahren nimmt er Unterricht, übt bis zu fünf Stunden täglich, hat im Schnitt jeden dritten Tag einen Auftritt und studiert Jazz-Trompete an der Musikhochschule.

„Musik wird immer eine zentrale Rolle in meinem Leben spielen“, sagt Maximilian. Dabei ist es ihm egal, mit wem und wie er spielt – Reggae oder Jazz, in einer Band oder Solo: „Ich spiele am liebsten Trompete.“ Er grinst. Der 20-Jährige liebt die Musik und ihre Künstler.

Übungsstunde bei einem Jazz-Star

Völlig fasziniert hat ihn beispielsweise eine Begegnung mit einer New-Yorker Jazzlegende: An einem Abend im Jahre 2008 saß Maximilian in einer Amsterdamer Bar und hörte hingerissen einer Band zu. In einer Spielpause schnappte er sich den Trompeter und sprach ihn kurzerhand an. Was er jedoch nicht erwartete: Der Musiker lud in zu sich zum Essen und privater Übungsstunde ein. Am nächsten Tag fuhr er – immer noch überwältigt von dem großzügigen Angebot – zu dessen Wohnung und bekam einige für ihn sehr wertvolle Tipps. Als sein Blick eine CD von den Harper Brothers streifte, wurde ihm erst klar, was er eigentlich macht und wem er gerade gegenübersteht: Er übt mit dem Jazz-Star Philip Harper von den Harper Brothers, bekommt Abendessen und Profi-Tipps von ihm – in dessen Wohnung noch dazu. „Wenn ich so erzähle, merke ich erst, was ich alles Verrücktes erlebt habe“, lacht er.

Mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten, das ist für Maximilian das Größte. Deshalb versucht er, immer offen und unkonventionell, viele Musiker anzusprechen, um mit ihnen zu üben. „Zusammen mit anderen zu spielen – das ist das, was einen weiter bringt. Nicht das alleine zu Hause Üben“, empfiehlt er. „Man darf in diesem Job keine Berührungsängste haben. Wenn du die nicht hast, ist es das Größte.“

Im Moment ist er vor dem Deutschland-Durchbruch: Mit der Band Jamaram tourte er durch die Republik und hat dieses Jahr insgesamt etwa 130 Auftritte. In die Band kam er durch Zufall: Der frühere Trompeter von Jamaram konnte wegen Medizinstudium und Daumenbruch weniger spielen: Maximilian sprang ein. Bereits nach kurzer Zeit war er auf Deutschlandtour und drehte eine Live-DVD. Doch der Einstieg bei Jamaram bedeutete das Aus bei seiner anderen Band – seiner ersten: Orange Fizz aus Dachau. „Es war wirklich eine sehr schwere Sache für mich. Wir sind total gute Freunde“, erzählt er. „Aber in beiden Bands zu spielen ist unmöglich.“

Die Ideen kommen beim Joggen und Radeln

Nebenbei hilft Maximilian auch noch bei anderen Bands aus, als eine Art Nebenjob. Er nahm schon mehrere CDs mit auf, ging mit verschiedenen Bands auf Tour und stand dabei sogar mit Schandmaul vor 6000 Fans auf der Bühne. Da war Maximilian schon nervös. „Aber normalerweise bin ich nicht mehr so aufgeregt – und wenn, dann nur auf positive Weise, wie Vorfreude.“ Auch komponiert hat Maximilian schon einiges. „Beim Joggen oder Radeln kommt mir oft eine Idee – die spiele ich dann gleich, wenn ich heimkomme oder singe sie auf mein Handy, damit ich sie nicht vergesse“, erklärt er. „Und ich habe Glück, dass ich meine Stücke dann auch vorspielen kann.“

Und zwar mit seiner selbst gegründeten Jazz-Band Storycity, die es seit Anfang des Jahres gibt. Für sein erstes „eigenes Ding“ legte er sich mächtig ins Zeug: Gründung des Sextetts, Proben, Programm und Werbung, alles organisierte Maximilian selbst. „Und es war eine Wahnsinnserfahrung.“ Auch das Publikum ist begeistert. Und genau das ist für Maximilian eines der wichtigsten Dinge: „Musik soll unterhalten und für Band und Zuhörer schön sein.“ Dass er so viel Erfolg und so viel erlebt hat, sieht er jedoch als Zufall: „Bei aller Musik, die ich mache, bin ich irgendwie reingestolpert. Ich bin zwar auch zielstrebig, wurde aber immer von einem Bekannten gefragt oder reingebracht.“

Sein Tipp: Das Leben mit Leichtigkeit nehmen

Sein Erfolgsrezept: Sich selbst nicht unter Druck setzen und das Leben mit Leichtigkeit nehmen. „Bis jetzt lebe ich ganz gut damit, alles auf mich zukommen zu lassen. Aber einen Traum für die Zukunft habe ich: Für längere Zeit in einer amerikanischen Großstadt zu leben und die Atmosphäre, die Kultur, den Puls einer Stadt erleben, die ganz anders ist, als das gewohnte Bayern. Zum Beispiel in Chicago als Musiker zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln – und nicht nur als Tourist dort zu sein. Das wäre mein Wunsch.“

von Simone Pöllner

Maximilian Wittmann spielt mit seiner Band Storycity am Donnerstag, 2. August, um 20 Uhr im den Hinterhof der Buchhandlung Wittmann – laut Maximilian der schönste Veranstaltungsort Dachaus. Mit Jamaram kommt er am Donnerstag, 27. September, um 21 Uhr nach Dachau aufs Amperitiv-Kulturfestival.

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