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24 Stunden ohne Make-Up: Angelika hat es geschafft.

24 unendliche lange Stunden ohne... Make-Up

Ein Tag komplett ohne Make-Up, geht das? Angelika Kettenbach hat es ausprobiert - und dabei einiges gelernt.

"Nein, das machst du auf keinen Fall!“, war die erste Reaktion meines Freundes, als wir gemeinsam überlegten, auf was man 24 Stunden lang verzichten könnte. Ich hatte gerade in den Raum geworfen, einfach mal einen Tag lang sämtliche Schminkartikel unangetastet zu lassen. Trotz seines Widerspruchs gefiel mir die Idee immer besser.

Die ersten Zweifel

Ich bin eigentlich immer geschminkt und lege sehr viel Wert auf mein Aussehen. Deswegen reizt mich das Experiment besonders. Schnell stand fest: Ich werd die Sache durchzuziehen, ganz egal was andere sagen. Als mein Entschluss steht, reagiert mein Freund aber mit einem Grinsen und meint: „Ich find dich ja auch ohne Schminke schön. Aber dann musst du das Ganze auch wirklich durchhalten!“

Und schon kommen mir erste Zweifel, ob ich das überhaupt schaffen kann! Doch ich überwinde meinen inneren Schweinehund. Klar werde ich diese 24 Stunden durchhalten, ist ja nun wirklich nicht lange – von wegen. Wie lange aber 24 Stunden sein können merkte ich später...

Das Experiment beginnt

Der Tag meines Experiments beginnt, und schon am Morgen zeigt sich ein angenehmer Effekt: Ich kann länger schlafen als sonst! Die Zeit, die ich sonst im Bad verbringe, um meine Gesichtspartien in gutem Licht erscheinen zu lassen, kann ich jetzt in Ruhe in meinem Bett verbringen. Ganz ohne Stress. Wertvolle 20 Minuten! Allerdings kann ich den Schönheitsschlaf auch wirklich brauchen, denn ohne Schminke sehe ich natürlich noch müder aus, als ich sowieso schon bin.

Der erste Blick in den Spiegel

Oh Gott: Der erste Blick in den Spiegel und am liebsten hätte ich gleich wieder weggeschaut. Aber irgendwie muss ich ja wenigstens meine Haare in Ordnung bringen. Hilft ja nichts, ich arrangiere mich mit meinem Spiegelbild. Nach einem letzten skeptischen Blick mache ich mich auf zu meiner Nachhilfeschülerin. Am liebsten hätte ich mich am Anfang hinter meinen Händen oder einer Maske versteckt. Doch nach einiger Zeit denke ich schon gar nicht mehr an mein ungeschminktes Gesicht.

Ich ändere meine Taktik

„Du siehst gar nicht so viel anders aus“, findet meine Schülerin, als ich erzähle, was ich vorhabe. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber muss ich mir echt noch Gedanken machen! Erst halte ich es für eine gute Idee, jeden Spiegel zu meiden, doch mit der Zeit ändere ich meine Taktik. Ich muss ja sicher gehen, dass wenigstens Frisur und Outfit in Ordnung sind.

Und weiter geht’s zum Volleyball. Alle zuvor gehegten Bedenken erweisen sich als völlig grundlos. Nur eine Freundin, die von meinem Experiment wusste, sprach mich an und versicherte mir, dass ich völlig normal aussehe und mir keine Gedanken machen muss.

Nach dem Spiel steht noch gemeinsames Pizzaessen an. Ich beobachte meine Mannschaftskolleginnen dabei, wie sie sich noch in der Kabine angestrengt schminken und stylen und bekomme erste Zweifel, ob sich der ganze Aufwand wirklich lohnt. Es ist teuer, es kostet Zeit und vor allem Nerven!

In der Pizzeria denke ich gar nicht mehr daran, dass ich nicht geschminkt bin und fühle mich wohl, wie immer. Das Experiment ist also doch erfolgreich verlaufen. Und erst im Nachhinein bemerke ich, wie leicht es mir jetzt fällt, ohne Schminke aus dem Haus zu gehen. Denn schlimm anzusehen fand mich kein einziger, die meisten haben nicht mal einen Unterschied bemerkt. Nur eine Person war ständig unzufrieden und auf der Suche nach dem Spiegel. Nämlich ich selbst.

Es entsagte:

 Angelika Kettenbach

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