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Sie starten eine musikalische Revolution: die Band Kandinsky

Per Verstärker durch die Galaxis

Sie tauchen ab in ferne Galaxien, die bisher noch niemand gesehen hat – noch nicht. Ben, Mike, Jamie und Massi sind die Band Kandinsky. Und sie wollen eine musikalische Revolution starten.

Wir schreiben das Jahr 2011. Es ist Samstagabend. Die Straßen in Vierkirchen sind menschenleer. Nur wenige Autos durchbrechen hin und wieder die Stille. Doch die Ruhe täuscht, ist vielleicht auch nur die Ruhe vor dem Sturm. In einem der vielen Einfamilienhäuser ist nämlich Großes im Gang. Dort probt die Band Kandinsky, bestehend aus Ben Meyer alias Ben Davidson, Michi Gässl alias Mike Stoned, Chris Langer, auch Jamie genannt, und Massi Vieregg. Das Ziel der vier Jungs: Mit ihrem alternativen Indierock in musikalische Galaxien vordringen, die das Dachauer Hinterland noch nie zuvor gesehen hat.

„This gonna be a revolution“ – so lautet deshalb passenderweise auch der Refrain von „Revolution“, einem der ältesten Songs der Band. Als dieser entstanden ist, waren nur Ben als Frontman und Gitarrist und Michi als Bassist mit von der Partie. Die beiden lernten sich auf der Realschule kennen und spielten bereits dort zusammen in der Schulband. Nach ihrer Schulzeit wollten sie weiter zusammen Musik machen – und gründeten Kandinsky. Auf einer Party trafen sie irgendwann schließlich Chris, der gleich als zweiter Gitarrist bei der Band mit einstieg. „Wir machten nur akustische Musik. Irgendwann wollten wir aber ein bisschen mehr ins Rockige gehen“, erzählt Ben. Ein Schlagzeuger war also von Nöten – Massi Vieregg, ein Freund von Ben, wurde mit ins Boot geholt. Seit einigen Wochen ist die Band nun komplett.

Wenn sich auch seit ihrer Gründung vieles geändert hat, eines ist immer gleich geblieben: Die Songs der Band stammen komplett aus eigener Feder. Zusammen denken sich die jungen Musiker im Alter von 16 und 17 Jahren sowohl die Melodien, als auch die Texte aus.

„It’s like a declaration of love”, „es ist wie eine Liebeserklärung“ – diese Passage aus dem Song „Insane Soul“ steht exemplarisch für den Inhalt der Songs. Die Jungs singen über Liebe, über Frieden, kurz über den Traum von einer besseren Welt. „Unsere Texte sind einfach unsere Weltanschauung“, macht Chris deutlich. Deshalb dauert es oft auch gar nicht so lange, bis ein Song fertig ist, sagt Chris. „Wenn einem ein Satz einfällt, hat man oft eigentlich schon den gesamten Text“, sagt Michi. Auch bei den Melodien läuft es bei Kandinsky ähnlich: Die 16 und 17 Jahre alten Musiker schnappen sich die Gitarre und fangen an zu spielen, daraus ergibt sich dann oft eine Komposition. Zum Schluss wird schließlich beides zusammengeführt, erklärt Ben: „Irgendwie passt es dann immer zusammen, auch wenn wir vorher nicht darauf geachtet haben.“ Und nicht nur das – auch beim Publikum kommen die Ergebnisse sehr gut an: „Die Zuhörer sind oft voll dabei und singen mit“, berichtete Ben. Alle vier sind sich absolut einig darin, dass es „ein total gutes und euphorisches Gefühl ist, dann auf der Bühne zu stehen“. Ein Gefühl, das Ben, Chris, Michi und Massi noch möglichst oft erleben wollen.

„Leave behind the rest“, wie sie in „Revolution“ singen, ist deshalb auch ihr Ziel für die Zukunft: Kandinsky hat große Pläne. Ein Traum der Band ist es, eigene Alben herauszubringen. „Vielleicht zuerst eines mit akustischer Musik und dann ein rockigeres“, sagt Massi. Die Jungs planen deshalb im Frühling, im Tonstudio von Freunden erste Demoversionen ihrer Songs aufzunehmen und diese dann an verschiedene Plattenfirmen zu verkaufen. Auch wenn der Weg zur eigenen Platte nicht einfach ist, in einem sind sich die Bandmitglieder sicher: Auch bei Schwierigkeiten werden sie genauso handeln, wie sie es in ihrem Song „For all the humans and all the folks“ versprechen: „We never give up till the end”. Sie geben niemals auf – schließlich haben sie ja Großes vor, die vier Jungs aus dem beschaulichen Dachauer Hinterland.

von Claudia Schuri

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