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Shauna hat es geschafft: zehn Tage wasserfasten

Wenn sich Marillenknödl in die Träume schleichen

Zehn Tage nichts als Wasser. Shauna Bennis hat es ausprobiert. Statt Hungergefühlen überkamen sie ungeahnte Erkenntnisse...

Update vom 16. Februar 2015: Was ist Fasten eigentlich und wo kommt es her? Wie geht Fasten richtig? Welche Methoden gibt es? Diese und viele andere Fragen rund ums Thema beantworten wir in unserem großen Fasten-Guide (inklusive Anleitungen).

Vorab schon einmal eines: Ja, die Autorin dieses Textes ist dieselbe, die auf Essen verzichtet hat. Ich bin keinen Hungertod gestorben. Die Aufgabe? Zehn Tage Wasserfasten. Zehn Tage kein Essen zu mir nehmen und meine Nahrungsorgien ausschließlich mit stillem Wasser feiern.

Nachdem ich nun (der gängigen Meinung trotzend) doch überlebt habe, berichte ich von meinem Abstieg in die menschliche Psyche. Weshalb menschliche Psyche? Weil man nicht nur sich selbst, sondern alle Beteiligten (Familie, Freunde etc. ) an den Rand des Verzweifelns bringt. Nichts essen. Das Ausmaß dieses Vorhabens wird mir erst richtig bewusst, als ich die nervösen Blicke der engsten Vertrauten sehe und das dritte Gespräch über Verhungern und Magersucht führe.

Das Experiment fällt unglücklicherweise genau auf die Woche, für die ich versprochen hatte, die Küche zu putzen. Leider hatte ich es in meinem Krieg gegen die Küche nicht nur mit bedenklichen Verfallsdaten und frisch eingekauften Lieblingsnahrungsmitteln zu tun (und glaubt mir, nach zwei Tagen gehört fast alles in diese Kategorie), sondern auch mit Schwindel, Schwäche und Unlust auf alles, was nichts mit vegetieren zu tun hat. Um das Ganze noch mit einem leidvollen Höhepunkt zu krönen: Kochen musste ich an diesem Abend auch.

Doch nicht nur quälende Momente des Entzugs (und Kühlschrank-Stalkings) prägten meine zehntägige Erfahrung, ich erlebte auch viel Gutes. Intensive Träume, in denen ich zum Beispiel meine Arbeitskollegen zwang, Marillenknödel für mich zu machen, begleiteten meine Nächte – und interessante Gedanken meine Tage.

Wir leben im Überfluss. Von allem gibt es etwas und davon zur Sicherheit fünf Alternativen. Essen ist ohne Frage überlebensnotwendig, doch erst in diesen Tagen der Abstinenz wird mir bewusst, wie selten ich mich tatsächlich wegen Hunger an den Tisch gesetzt hatte. Viel zu oft habe ich gegessen weil eben Essenszeit war (morgens, mittags, abends und zwischendurch). Weil ich gelernt habe, dass der Teller aufgegessen wird. Oder, weil das Essen eben gerade vor mir stand. Zusätzlich wird mir durch meinen Verzicht klar, wie oft mir Nahrungsmittel als Trost- , Sozialisations- oder Ablenkungsmittel dienen.

Ich stelle fest: Gelegentlich bin ich in eine emotionale Abhängigkeit geraten. In eine Abhängigkeit von der größten Sucht einer wohlhabenden Gesellschaft. Nicht umsonst gibt es den Spruch „Ein Drittel essen wir für den Hunger und zwei Drittel für den Arzt.“

Aber: Das Fasten hat mir eines gezeigt. Es geht auch weniger. Diese Offenbarung habe ich an meinem fünften Fastentag. Es gibt kein Hungergefühl, keine Gelüste und auch keine Träume von übergroßem Essen mehr. Essen, Kochen oder Einkaufen sind keine Optionen mehr, um unangenehme Dinge aufzuschieben. Ich bin dazu gezwungen, der Gruppe der produktiven Menschen beizutreten. Die Fastenzeit hat bereits vieles in meinem Denken, Wahrnehmen und Handeln verändert. Aber jetzt, nach diesem Fastenprojekt erkenne ich erst den tatsächlichen Wert meiner Entsagung. Ich habe ein ausgeprägtes Bedürfnis nach gesunder Ernährung und Bewegung entwickelt, muss nicht mehr alles essen was in meine Umlaufbahn gerät und trinke am liebsten Wasser (keine Sorge, mich wundert das auch).

Fazit: Die zehn Tage haben mir viel gebracht. Selbst meine absoluten Tiefpunkte verbuche ich im Nachhinein als charakterbildend. Prinzipiell ist Essen für mich wieder ein Genuss, dem ich fröhne, wenn ich wirklich Hunger habe. Etwas Süßes ist eine Belohnung, keine Sucht. Möglich, dass ich jetzt im Nachhinein einer neuen Sucht verfallen bin. Der Sucht nach Zwanglosigkeit, einem gesunden Lebenstil und dem befreienden Gefühl des Verzichtens. Denn: Ich werde es wieder tun.

Es entsagte:

Shauna Bennis

Shaunas Blog

Shauna hat all ihre Fasten-Erfahrungen ausführlich auf ihrem Blog beschreiben:

http://creatingabutterfly.blogspot.com

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