1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau

Ein Kampf mit Hut um die Hutnadel

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Stolz präsentierten die verschiedenen Gruppensieger ihre Seidenfahnen. Der stellvertretende FSG-Schützenmeister Claus Eder (links) und FSG-Chef Franz Xaver Romig (Zweiter von rechts) gratulierten. Foto: Ostermair
Stolz präsentierten die verschiedenen Gruppensieger ihre Seidenfahnen. Der stellvertretende FSG-Schützenmeister Claus Eder (links) und FSG-Chef Franz Xaver Romig (Zweiter von rechts) gratulierten. Foto: Ostermair

Dachau - Das Dachauer Jakobi-Zimmerstutzenschießen ist ein Muss für Traditionsschützen: So sind zu diesem Wettkampf 167 Schützen aus 64 Vereinen in Bayern und Österreich an die Stände ins Schützenheim Drei Rosen gekommen.

Beim Jakobischießen mit dem Zimmerstutzen kommt den Äußerlichkeiten besondere Bedeutung zu. Da muss auf moderne Schießbehelfe wie Federbock, Handschuhe, Schießjacken, Schießhosen und Schießschuhe verzichtet werden. Stattdessen erwartet man die Teilnehmer im Schützenanzug und stets mit Hut. Bei den Damen gehört es zum guten Ton, im Dirndl an den Stand zu gehen.

167 Schützen sind Gäste der schon 1909 gegründeten Königlich Privilegierten Feuerschützengesellschaft Dachau gewesen. Dass heuer immerhin 16 Damen dabei waren und erstmals auch 28 ältere Schützen die Disziplin „Aufgelegt“ gewählt haben, freute FSG-Schützenmeister Franz Xaver Romig besonders. 32 Schützen haben in der Veteranenklasse geschossen und 18 waren zum ersten Mal beim Jakobischießen in Dachau, das zum 27.Mal ausgetragen wurde.

Besonders begehrt waren auch heuer wieder die Seidenfahnen, die in neun verschiedenen Klassen verteilt wurden, und die silbernen Hutnadeln, die in der Königskettenschmiede von Franz Hofstetter in Moosach geschmiedet wurden. „Gerade diejenigen, die sich jahrzehntelang im Schützenwesen eingebracht haben, wollen wir noch stärker in diesen Traditionswettkampf einbinden“, sagte Romig. Deshalb hatte er drei weitere Hutzeichen für die „Oldies“ zur Verfügung gestellt.

Beim Schießen herrschte dann eine Rekordhitze, wie es sie in den vergangenen 26 Jahren beim Jakobischießen nicht gegeben hatte. Bei einem Jungschützen hat diese schweißtreibende Angelegenheit den Kreislauf leicht durcheinander gebracht, ohne dass größere Gefahr für dessen Gesundheit bestand.

Bei den Zimmerstutzen gab sich auch der stellvertretende Bezirksschützenmeister und Dachauer Gauschützenmeister Alfred Reiner die Ehre. Grund zur Freude gab auch die Ergebnisliste, denn Schorsch Aschbichler von der FSG Dachau hat die Jakobischeibe mit einem Super-Blattl, einem 9,0-Teiler, souverän gewonnen.

Die weiteren Platzierungen: 2. Karin Brey, FSG Oberammergau, 20,0; 3. Nikolaus Kratz, SG Saulgrub, 47,0; 4. Markus Amler, SV Tilly Wolkertshofen, 51,0; 5. Max Wieser, Schützengilde Straubing, 54,0; 6. Martin Köbl, Edelweiß Oberstimm, 55,0; 7. Christian Kistler, FSG Kösching, 61,0; 8. Joachim Stehr, Gemütlichkeit Altomünster, 64,0; 9. Hans Stöhr, SV Biberachzell, 65,0; 10. Helmut Medele, FSG Dachau, 71,0. Glücksscheibe: 1. Klaus Junge, SG Bavaria Maisach, 15,0; 2. Hans Eckl, FSG Nabburg, 15,0; 3. Bruno Uka, Eschenforst Traunstein, 16,0; 4. Hans Liedl, FSG Dachau, 28,0; 5. Sepp Giritzer, Berg am Loam Frontenhausen, 40,0.

Sowohl um Blattl als auch um Ringe ging es bei der Meister-/Punktscheibe, die Hans Kollmann von der FSG Pfronten mit 24 Ringen gewann. Josef Heiß von der ZSG Grabenstätt wurde mit einem 34-Teiler Zweiter, vor den beiden Oberammergauern Josef Albl (23 Ringe) und Helmut Eitzenberger (45-Teiler).

Die Meister-/Punktscheibe bei den Aufgelegt-Schützen sicherte sich Martin Kölbl von Edelweiß Oberstimm mit 24 Ringen. Josef Jäger wurde in dieser Wertung mit einem 5-Teiler Zweiter und Sepp Giritzer (Frontenhausen) belegte mit 22 Ringen den dritten Platz. Die Damenscheibe sicherte sich Karin Brey von der FSG Oberammergau mit einem 76-Teiler. Die Dachauerin Heidi Oswald wurde mit einem 100-Teiler Zweite, vor Brigitte Hölscher (269-Teiler), die für den Bund in Allach schießt.

Die Wertung mit alten Zimmerstutzen (Meister-/Punktscheibe) gewann Josef Bachmayr von den Vereinigten Wolnzacher Schützen mit 23 Ringen. Jürgen David von der SG Haunstetten wurde mit einem 43-Teiler Zweiter, vor Konrad Anfang von der FSG Traunstein (21 Ringe). Helmut Erlebach von der FSG Tegernsee wurde mit einem 65-Teiler Vierter. Die Jakobischeibe beim Wettkampf mit Zimmerstutzen alter Bauart sicherte sich Ernst Ziegenaus von Gemütlichkeit Altomünster mit einem 18-Teiler. Reinhard Zins von den Römerstoana-Schützen Straßlach wurde mit einem 60-Teiler Zweiter und Walter Gasteiger aus Kufstein sicherte sich mit einem 67-Teiler Rang 3.

Im Kampf um die Glücksscheibe mit alten Zimmerstutzen war Rainer Schlee von der FSG Dachau mit einem 15-Teiler erfolgreich. Wilhelm Buxeder aus Altomünster und Kurt Schirmer aus Bad Winsheim nahmen in dieser Wertung die beiden nächsten Plätze ein.

Groß war die Auswahl bei den Sachpreisen, die von Geschenkkörben über Reisekoffer bis hin zu Gartenmöbeln reichten. Es gab auch zehn eigene Damenpreise und Geldpreise bis 50 Euro.

(ost)

Auch interessant

Kommentare