Ohne Druck wird es nicht gehen, sagt Eduard Meßthaler (SPD). rds

Kampf den Wildparkern

Petershausen - Ab September ist der P&R-Parkplatz in Petershausen kostenpflichtig. Nun sucht die SPD nach gerechten Lösungen für die Anwohner.

Ab September werden die Park & Ride-Parkplätze am Bahnhof Petershausen gebührenpflichtig. Nun haben die Petershauser Angst, dass dann der Parkdruck auf den Ort explodieren könnte - das zeigte sich im Rahmen einer SPD-Veranstaltung beim Schmiedwirt. In einer Art Bestandsaufnahme erläuterte dort Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender Eduard Meßthaler die Situation in der Gegenwart und die Versuche der Gemeinde, dem Chaos der wild parkenden Fahrzeuge Herr zu werden.

Im November 2011 wurden auf den insgesamt 900 regulären Parkplätzen 1100 parkende Autos gezählt. Diese Zahl hat ihm der stellvertretende Gemeindegeschäftsführer Daniel Stadelmann genannt, so Meßthaler. Der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD) berichtete von einem Treffen im Rathaus mit der Park and Ride GmbH. Sie betreut 28 P&R-Plätze im MVV-Bereich. Die GmbH stellte einen Rückgang um 20 Prozent fest, wenn P&R-Plätze gebührenpflichtig würden. Also muss sich die Gemeinde schnell überlegen, wie sie die Pendler dazu bekommt, nicht den Ort voll zu parken.

Die vom Gemeinderat mit 10:7 Stimmen beschlossenen kostenfreien Parkberechtigungsscheine für Petershauser seien nicht wirklich eine Lösung, erklärte Meßthaler: Denn auch Bürger aus den Ortsteilen Kollbach, Asbach, Obermarbach oder Ziegelberg, für die ein Fußweg zu weit wäre, haben keinen Rechtsanspruch auf einen Parkplatz. „Wir sollten das realistisch sehen“, betonte Meßthaler: „Nach 8 Uhr kriegt keiner mehr einen freien Platz.“

Daraufhin schimpfte ein Bürger, Johann Becker: „Man verkauft also etwas, was man gar nicht hat.“ Und Georgina Ehberg-Knoth ergänzte: „Da soll ich 140 Euro im Jahr zahlen und bekomme keinen Parkplatz - ich glaube, ich würde ausrasten.“ Es müsse doch möglich sein, für Dauerparker Plätze zu reservieren.

Klaus Pittner fragte nach der Zahl der Petershausener Bürger aus den umliegenden Ortsteilen, die auf den P&R-Plätzen parken müssen. Meßthaler sprach von 15 bis 20 Prozent Gemeindebürgern. Der große Rest käme von außen. Doch die anderen Gemeinden in den umliegenden Landkreisen haben sich weitgehend taub gestellt, so Meßthaler.

Laut Gemeindegeschäftsführer Stadelmann habe Petershausen bereits jetzt als kleinste MVV-Gemeinde den größten P&R-Platz. Für eine Erweiterung gebe es schon aus ökologischer Sicht keine Mehrheit im Gemeinderat. Im Gespräch ist auch ein Parkdeck an den P&R-Plätzen - doch das ist auch nicht zum Nulltarif zu haben. Außerdem gehen für Auffahrtsrampen 30 bis 40 Parkplätze auf der Grundebene verloren.

Petershauser Geschäftsleute wie der ehemalige Gemeinderat Robert Götz (CSU) haben als Standort den P&R-Platz östlich der Bahn beim Braumiller angeregt, damit sie dort auch Parkplätze mieten könnten. Bis dahin, so Meßthaler, sei man stets von einem Standort westlich der Bahn ausgegangen, damit die Fahrzeuge das Ortszentrum umgehen. Um den Geschäftskunden auch weiterhin das Parken im Ort zu ermöglichen, werde es wohl ohne eine auf zwei Stunden begrenzte Parkscheibenzone im Ort nicht gehen. „Ohne Druck vom Gewerbeverein wird es wohl nicht gehen“, betonte Meßthaler. Aber es bleibe das Problem, wie der Schreiner, der länger in einem Gebäude arbeiten müsse, mit den zwei Stunden zurande kommen soll.

(rds)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gymnasium: Ministerium spricht Machtwort
Das fünfte Gymnasium im Landkreis kommt nach Röhrmoos. Nur dort werden die erforderlichen Schülerzahlen erreicht, teilt das Ministerium mit. Der Kreistag hatte …
Gymnasium: Ministerium spricht Machtwort
Coronavirus im Landkreis Dachau: Fünf Tage in Folge keine weiteren Infektionen
Das Coronavirus hat Bayern fest im Griff, auch den Landkreis Dachau. In diesem Liveticker erfahren Sie alle aktuellen Geschehnisse rund um Covid-19.
Coronavirus im Landkreis Dachau: Fünf Tage in Folge keine weiteren Infektionen
Fast 4 Millionen weniger
Die Corona-Pandemie hat massive wirtschaftliche Auswirkungen – auch für den Haushalt der Stadt Dachau.
Fast 4 Millionen weniger
Karlsfelder Gemeinderäte streiten über Corona-Regeln und machen sich Vorwürfe
Weil Franz Trinkl zur Gruppe der besonders durch Corona gefährdeten Personen zählt, versuchte die SPD-Fraktion in der ersten Sitzung des neu gewählten Karlsfelder Haupt- …
Karlsfelder Gemeinderäte streiten über Corona-Regeln und machen sich Vorwürfe

Kommentare