Das kann dauern

Erdweg - Wenig Neues haben die zahlreichen Zuhörer, davon mehrere Mitglieder der BI „Unser Buchwald“, am Dienstagabend über das Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Windkraftanlagen erfahren. Außer, dass eine Entscheidung des Landratsamts über den Teilflächennutzungsplan unter Umständen bis September dauern kann.

Denn, so Landschaftsarchitekt Hans Brugger aus Aichach, die Behörde müsse sich durch Berge von Unterlagen quälen und dann gebe es noch eine weitere Auslegung.

Nach der ersten öffentlichen Auslegung steht allerdings auch fest: Die Konzentrationsflächen, also Areale, auf denen Windkraftanlagen entstehen könnten, haben sich im gesamten Landkreis von 1800 auf 1400 Hektar reduziert, wie Julia Gotzler vom Büro Brugger dem Gemeinderat Erdweg darlegte. Für Erdweg geht es dabei im Wesentlichen um zwei Flächen: Langengern wurde im Flächennutzungsplan nicht mehr als Außen-, sondern Innenbereich dargestellt. Somit muss ein Abstand von 900 Metern eingehalten werden. Beim Weiler Altstetten soll darüber hinaus eine „umzingelnde Wirkung“ vermieden werden.

Weggefallen sind auch einige Bereiche im Gesamtlandkreis, bei denen Richtfunkstrecken privater Anbieter berücksichtigt werden müssen, Schienenwege, Bundes- und Staatsstraßen. Der Sonderlandeplatz Gröbenried gilt gar als „harte Tabuzone“.

Erdwegs Bürgermeister Michael Reindl betonte, es sei politische Zielsetzung aller elf beteiligten Gemeinden im Landkreis, den Teilflächennutzungsplan zu Ende zu bringen. Ansonsten könne es passieren, dass es auf Gemeindeebene privilegierte Vorhaben gebe. „Damit würden wir zu einer Verspargelung der Landschaft beitragen, weil jeder auf einem geeigneten Grundstück Windräder aufstellen könnte“, so Reindl.

Peter Eisenhofer (Wählergemeinschaft Welshofen) wollte wissen, ob ein Teilflächennutzungsplan eine 10H-Regelung behindern würde. Die künftige Gesetzeslage könne niemand bisher absehen, erklärte Michael Reindl. „Vielleicht weiß das allein der Herr Seehofer.“

Am Ende gab es einen dreiteiligen Beschluss: Sämtliche Anregungen und Bedenken werden ins Verfahren eingearbeitet (einstimmig), das Verfahren wird weitergeführt (einstimmig) und die Stellungnahmen der BI „Unser Buchwald“ sollen vom Landratsamt einer eingehenden Prüfung unterzogen werden (gegen Eisenhofer - er wollte den Antrag der BI im Wortlaut übernommen haben).

Von Sabine Schäfer

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