Idyllische Lage auf einer Waldlichtung: Kapelle Geiselwies. SM

Kapelle Geiselwies verdient Respekt

Odelzhausen - Kirchenverwaltung und Gläubige machen sich Sorgen um die Wallfahrtskapelle Geiselwies. In jüngster Zeit verkommt das Areal um die Kapelle aber immer mehr zum Hundespielplatz und Rauchertreffpunkt.

Das Kirchlein inmitten einer Lichtung am Waldrand zwischen Sittenbach, Sixtnitgern und Langengern gelegen, soll eigentlich ein Ort der Stille und Ehrfurcht sein.

Rund um das Gebäude sind die Spuren sichtbar: Büschelweise Hundehaare, geknickte Äste und unzählige Zigarettenkippen säumen den Bereich. Zum Ärgernis vor allem jener, die sich ehrenamtlich um das Gebäude kümmern, aber auch der Menschen, die dort Ruhe in ihrem Glauben suchen: Sie fühlen sich von der Verwahrlosung gestört. Manche jagen offenbar ihre Hunde rund um die Kapelle. Inzwischen ist eine etwa zehn Zentimeter tiefe und 30 Zentimeter breite, schlammige Spur entstanden. Spielstöckchen für Hunde werden in der Dachrinne gelagert, vermutlich um sie beim nächsten Besuch griffbereit zu haben. Die Dachrinne verstopft, Wasserschäden sind möglich.

Dabei ist der Ort im Wald bestimmt kein Hundespielplatz, das Freilaufenlassen von Hunden ist zum Schutz des Wildes im gesamten Wald verboten. Das scheint einige unbelehrbare Zeitgenossen nicht zu stören. Einige wenige ärgern viele Gläubige und Erholungssuchende.

Die Kirchenverwaltung Sittenbach befürchtet, dass sich die Situation im Sommer noch verschlimmert. Sie bittet darum, an diesem Ort Respekt zu wahren, appelliert aber auch an die Zivilcourage, wenn Fehlverhalten augenscheinlich wird.

Die Kapelle in Geiselwies ist seit 250 Jahren eine der beliebtesten Marienwallfahrtsstätten und zählt zu den meistbesuchten Andachts- und Wallfahrtsstätten im Dachauer Land. Sie liegt am Schnittpunkt der Wege zwischen Sixtnitgern, Langengern und Sittenbach auf einer großen Waldlichtung.

Ob Geiselwies, wie es sein Name nahelegt, früher eine Wallfahrt zum gegeißelten Heiland war, ist umstritten. Der Name kann aber auch „Wiese des Georg Seitz“ aus Sankt Johann bedeuten, dem das Gelände gehörte. Geiselwies war früher eine Bründlwallfahrt, inzwischen ist die Quelle zugeschüttet. (sm)

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