+
Verstarb in der Nacht zu Montag: die langjährige Gem einderätin Anni Kolbinger

Trauer um Anni Kolbinger

Sie war engagiert in jeder Lebenslage

Anni Kolbinger ist tot. Die traurige Nachricht sprach sich am gestrigen Maifeiertag wie ein Lauffeuer in der Gemeinde Karlsfeld herum. Anni Kolbinger wurde erst am Donnerstag 81 Jahre alt.

Karlsfeld – Ihr ganzes Leben lang hat sie sich in unterschiedlichen Bereichen eingebracht, Ämter übernommen und sich Herausforderungen gestellt. Kaum jemand war so engagiert wie Anni Kolbinger. Bei der Einweihung des Bruno-Danzer-Platzes mit anschließendem Maibaumfest in der Neuen Mitte Karlsfeld (siehe auch Bericht auf dieser Seite) am gestrigen Montag trübte die traurige Nachricht natürlich das Geschehen. Denn Anni Kolbinger war eine der Hauptinitiatorinnen des Maibaumfestes, wie Bürgermeister Stefan Kolbe vor vielen Besuchern betonte. Gleichzeitig bat er um eine Schweigeminute für die Verstorbene.

Dabei wollte die Karlsfelderin nie gerne im Mittelpunkt stehen. Sie wollte lieber im Hintergrund bleiben, dort wo es Dinge zu organisieren gab, wo helfende Hände benötigt wurden. Dort war die Karlsfelderin in ihrem Element. Das lernte sie sehr früh.

Schon als junge, vierfache Mutter, als sie neben der Erziehung ihrer Kinder die Buchführung im Transportbetrieb ihres Mannes managte und gleichzeitig Abendkurse belegte, um diese Aufgaben professionell angehen zu können.

Halbe Sachen zu machen, das war nicht ihre Sache. In ihrer Wahlheimat Karlsfeld hatte sich das schnell herumgesprochen. Dort war die gebürtige Sulzemooserin viel gefragt. Im Chor von St. Josef, in Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, bei der Caritas, im Heimatmuseumsverein – und jahrzehntelang lang auch im CSU-Ortsverband. Dass sie im Gemeinderat gelandet ist, hatte Anni Kolbinger am allermeisten gewundert. „Als junge Mutter hatte ich keine Ahnung von Politik“, erinnerte sie sich an ihrem 75. Geburtstag. Doch die Karlsfelder CSU gab nicht auf. Immer wieder klopften die Gemeinderäte bei ihr an die Tür, baten sie, bei der nächsten Wahl zu kandidieren.

1990 sagte Anni Kolbinger Ja, bat aber darum, einen Platz ganz hinten auf der Kandidatenliste zu bekommen. Das half ihr nicht, sie war zu bekannt in der Gemeinde – und landete auf Anhieb im Sitzungssaal. „Und dann wurde ich auch noch sofort Kulturreferentin“, erinnerte sie sich damals mit einem Schmunzeln.

Ende 2016 aber legte sie das Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Bereits 2014 hatte sie eigentlich nicht mehr antreten wollen, hatte aber dem Drängen ihrer Parteifreunde noch einmal nachgegeben. Sie wollte sich nur noch um private Belange und vor allem um ihre fünf Enkel kümmern.

Jetzt trauern nicht nur die große Familie um sie, sondern viele Karlsfelder, denen sie eine liebe Vertraute wurde.  dn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das Ende des MVZ Indersdorf
Immer weniger Ärzte wollen aufs Land. Mit diesem Problem hat auch Indersdorf zu kämpfen. Denn das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) am Amper-Klinikum wird nach …
Das Ende des MVZ Indersdorf
Die Dolmetscher der Opfer
Oft muss ein eskalierter Streit vor Gericht verhandelt werden. Manchmal wird er aber zum Täter-Opfer-Ausgleich weitergereicht. Denn dort darf das Opfer mitreden. …
Die Dolmetscher der Opfer
„Ohne Tiere wären wir ein Varieté“
Er ist dem Zirkus schon sein Leben lang verbunden: Stefan Cordi gastiert derzeit mit seinem Zirkus Althoff in Dachau. Mit dabei sind etliche Akrobaten und viele Tiere. …
„Ohne Tiere wären wir ein Varieté“
Schwierige Rettung nach Überschlag
Ein Überholversuch auf der A8 endet mit mehrfachem Überschlag auf der Straße. Zwei Personen sind dabei schwer verletzt worden. Die Rettung des Fahres war schwierig.
Schwierige Rettung nach Überschlag

Kommentare