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Ein gutes Team: Zeeshan Haider aus Pakistan und sein Chef Michael Gold aus Karlsfeld.  

Karlsfelder bildet Flüchtling aus Pakistan aus

Eine Erfolgsgeschichte ohne Happy End

Es ist eigentlich eine Erfolgsgeschichte: Ein Karlsfelder Geschäftsmann kämpft erfolgreich für die Ausbildung eines Flüchtlings aus Pakistan. Und doch hat das Ganze eine Schattenseite: Der Antrag des jungen Mannes auf Asyl wurde abgelehnt.

Karlsfeld– „Eigentlich war das schon lange ein Thema bei uns: Die Karlsfelder Werbegemeinschaft suchte Flüchtlinge, die in örtlichen Firmen mitarbeiten könnten.“ Michael Gold ist Vorsitzender dieser Vereinigung und war als Inhaber des grafischen Betriebs „Outsign“ ebenfalls daran interessiert, einen Asylbewerber einzustellen. Anfragen nach der Gewerbeschau im letzten Frühjahr verliefen zunächst im Sande. Erst im Sommer ergab sich über den Wirtschaftsförderer im Karlsfelder Rathaus, Peter Freis, ein Kontakt zum Helferkreis Karlsfeld und zu Zeeshan Haider aus Pakistan. Er hatte in seinem Heimatland bereits eine Ausbildung zum Grafiker gemacht und wollte sich hier weiter qualifizieren.

Michael Gold bot dem 20-Jährigen einen Ausbildungsplatz an – und musste erfahren, wie die deutschen Behörden Arbeitgeber, die Flüchtlinge bei sich einstellen möchten, „auf Trab halten“, wie Gold sagt. Viele Gespräche beim Jobcenter, im Ausländeramt oder beim Landratsamt waren nötig.

Unterstützung fand Gold im Kampf um „seinen“ Auszubildenden bei der Industrie- und Handelskammer in München sowie bei Petra Binsmaier und Heike Tempel vom Helferkreis, die sich über die Erfolgsgeschichte bei Gold freuen: „Wir erleben Zeeshan als einen freundlichen und engagierten neuen Mitbürger, der sich sehr freut, arbeiten zu dürfen. Respekt ist ihm sehr wichtig. Obwohl es ihm oft nicht leicht fällt, einem komplett deutschen fachbezogenen ganztägigen Unterricht zu folgen, beißt er sich mit viel Fleiß durch. Uns persönlich ist es eine große Freude, zu sehen, dass einer ‚unserer Jungs‘ hier so einen erfolgreichen Einstieg in unsere Arbeitswelt geschafft hat. Wir sind überzeugt, dass Zeeshan sowohl für seinen Betrieb als auch für unsere Gesellschaft eine Bereicherung ist.“

Für Michael Gold ist die Einstellung von Zeeshan in der Tat ein Gewinn. Und er freut sich, dass sich sein Einsatz für ihn gelohnt hat. „Er musste ein bezahltes Praktikum bei mir machen, eine Woche lang. Am zweiten Tag war mir schon klar: der will das unbedingt. Das ist ja schon die halbe Miete.“

Und so haben sich zwei gefunden, die zusammenpassen. „Das ist meine Lieblingsarbeit. Und er ist ein sehr netter Chef“, sagt Zeeshan Haider. Und der Chef lobt ihn: „Er ist sehr begabt und analysiert sich selbst. Das Ziel ist, dass er im dritten Lehrjahr seinen Führerschein macht.“ Heiligabend hat er ihn zu sich nach Hause eingeladen. Es gab Gans.

Über allem schwebt aber die Unsicherheit, wie es weitergehen wird. „Nach einer fünfstündigen Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge war er nur noch der Schatten seiner selbst“, sagt Gold. Der Antrag auf Asyl wurde danach abgelehnt. Widerspruch haben sie eingereicht. Wann die Entscheidung fällt, ist ungewiss.

„Aber ich werde auf jeden Fall bei der Verhandlung dabei sein und klarstellen, wie er sich engagiert und wie er sich so gut bei uns einlebt,“ sagt Gold. Und vielleicht gibt es dann ja ein Freudenfest wie im Film „Willkommen bei den Hartmanns“, als dem Widerspruch stattgegeben wurde und „ihr“ Asylbewerber bleiben durfte.

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