Wieder eine gemeinsame Ausstellung: Christine Kellerer (links) und Christine Buck. foto: mik

Karlsfelder Kunstkreis

Christine und Christine

Eine Christine, die am Anfang kaum eine Ahnung hat, was am Ende rauskommt, und eine Christine, die zu Beginn schon genau weiß, was es werden soll, stellen gemeinsam beim Karlsfelder Kunstkreis aus.

Karlsfeld – Die beiden Künstlerinnen Christine Buck aus Karlsfeld und Christine Kellerer aus Petzenhausen bei Landsberg gab es bereits mehrfach im Doppelpack zu sehen. Vor vier Jahren im Gut Rothschwaige, danach beim Kunstkreis Karlsfeld, 2017 dann in Olching. Heuer sind die beiden erneut in der Galerie am Drosselanger in Karlsfeld zu Gast. Zu sehen gibt es vielfältige Gemälde und Skulpturen aus verschiedenen Materialien.

Christine Buck ist seit etwa vier Jahren Mitglied im Karlsfelder Kunstkreis. Malen tut sie dagegen schon eine ganze Weile. Sie hat ihr Abitur mit Kunst abgeschlossen, legte aber dann aufgrund von Familie und ihrem Lehrerberuf den Pinsel aus der Hand. Den kramte sie erst wieder nach einer schweren Krankheit hervor. „Ich habe etwas zum Abschalten gebraucht, aber das ist jetzt auch schon wieder 20 Jahre her“, erzählt Buck. Die Ausstellung jetzt sieht sie als eine Art Retroperspektive an, weil sei heuer 70 Jahre alt geworden ist. Dafür hat sie lange und viel im Keller gewühlt und auch alte Gemälde hervorgeholt. „Es war ein bisschen wie eine kleine Zeitreise für mich“, sagt sie.

Wenn die Karlsfelderin malt, weiß sie erst einmal nicht, was sie malen möchte. Sie hat ihre Farben zur Hand und ihre Leinwand vor sich und fängt irgendwo, irgendwie ganz unbewusst an. „Ich male nie ein Bild zu einem bestimmten Thema. Erst im Laufe des Prozesses erkenne ich dann Muster und weiß, wie ich weitermachen muss.“ Das sei ein tolles Gefühl der Freiheit und ein spannender Entstehungsprozess, doch müsse sie sich immer wieder neu auf jedes Bild einlassen.

Und das kann schon einmal dauern. „Manchmal übermal ich einfach wieder alles“, gesteht die Künstlerin, die viel mit Acrylfarben malt und andere Materialien wie Sand, Papier und Netze in ihre Bilder einarbeitet. Beim großformatigen Bild „Glückspilz“ beispielsweise vermutet sie eines ihrer grauen Bilder darunter. Erst während des Malens mit roter und schwarzer Farbe erkannte sie den Pilz darin und arbeitete ihn heraus.

Die Bildhauerin Christine Kellerer weiß dagegen genau, was sie will, bevor sie beginnt das Holz, den Stein oder den Ton zu verarbeiten. „Ich habe etwas Bestimmtes im Kopf und versuche das dann zu übertragen“, erklärt die Landwirtin aus Petzenhausen. Inspiriert wird sie vor allem von Menschen, was ein wenig dem Aktzeichenkurs geschuldet ist, den die Bildhauerin einmal belegt hat. Vor allem Frauenkörper scheinen es ihr angetan zu haben. Eine sitzende Frau im weißen Kleid und langen Haaren, ein graziler Akt aus dunklem Holz oder eine Büste einer Frau mit wilder Hochsteckfrisur stehen in der Karlsfelder Galerie. Es fasziniert sie vor allem, Emotionen auszudrücken. Doch das ist nicht ganz einfach. „Ich habe zwar immer etwas im Kopf, muss mich aber auch an die Maserung und der Beschaffenheit des Holzes orientieren.“

20 Jahre hat sie nur mit der Kettensäge und Holz gearbeitet, doch dann kam der Stein. Nach einem Jahr mit Arbeiten ausschließlich mit Stein entdeckte sie den Ton. „Ich habe viel experimentiert und wollte deshalb ein breites Spektrum meiner Skulpturen zeigen.“

Auch ihre Künstlerkollegin Christl Buck sagt: „Meine Werke haben nicht unbedingt eine gerade Linie, ich habe viel experimentiert.“ Und hier scheint die Gemeinsamkeit der beiden Frauen mit dem gleichen Vornamen zu sein.

Die Ausstellung

der beiden Künstlerinnen Christl Buck und Christine Kellerer in der Galerie am Drosselanger 7 in Karlsfeld eröffnet am Freitag, 7. September, 19 Uhr, und ist an den Wochenenden 8. und 9. September sowie 15. und 16. September jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Miriam Kohr

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