Hochhaus
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So soll das Gebäude einmal aussehen. Ganz oben das zurückgesetzte Sondergeschoss.

„Bei 36 Metern ist unsere Schmerzgrenze“

Bauausschuss Karlsfeld lehnt Höhenüberschreitung am Ludl-Hochhaus einstimmig ab

Auf dem Ludl-Gelände soll ein Hochaus entstehen. Der Investor wollte auf dem Dach des Gebäudes vier Lüftungsauslässe installieren. Die sind aber zu hoch.

Karlsfeld – Das markante elliptische Gebäude, das im Zuge der Bebauung des Ludl-Geländes an der Münchner Straße gebaut wird, wird 36,65 Meter hoch. Und nicht höher: Einstimmig hat der Bauausschuss des Karlsfelder Gemeinderats am Mittwochabend den Antrag des Investors abgelehnt, auf dem Dach vier Lüftungsauslässe zu installieren. Die zulässige Höhe wäre damit um 1,45 Meter überschritten.

Aus städtebaulicher Sicht wäre das vertretbar, meinte Bauamtsleiter Günter Endres. Aber um diese städtebauliche Sicht ging es den Gemeinderäten im Ausschuss allenfalls nebenbei. Sie sind vielmehr noch immer verstimmt, dass der Investor die von vielen mit Begeisterung aufgenommene Idee von einem schicken Lokal im obersten Sondergeschoss des Gebäudes nicht weiter verfolgt hat. Die Nachricht vom Aus für die Gastronomie in luftiger Höhe kam Mitte Juli. Statt einer tollen Skybar (Himmelsbar) sollen technische Anlagen aufs Dach (wir berichteten).

Um deren Umsetzung ging es jetzt in einem Antrag, über den der Bauausschuss zu entscheiden hatte. Zwei Varianten bot der Antragsteller an. Variante eins war die mit den vier Lüftungsauslässen, in Variante zwei würde die zulässige Gesamthöhe des Gebäudes nicht überschritten, dafür aber die Grundfläche des Sondergeschosses – um satte 70 Prozent.

Zur Realisierung der so sehr gewünschten Himmelsbar hatte die Gemeinde dem Bauherrn schon eine um 45 Prozent größere Grundfläche des Sondergeschosses eingeräumt als ursprünglich im Bebauungsplan festgelegt – und dies später auch für die Technikaufbauten genehmigt. Eine 70-prozentige Überschreitung kam für die Bauausschussmitglieder schlichtweg nicht in Frage.

Ebenso wenig die Überschreitung der Höhenvorgabe. „Bei 36 Metern ist unsere Schmerzgrenze“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe. Gemeinderat Christian Bieberle (CSU) erinnerte daran, dass man damals Überschreitungen zugestimmt habe, weil die Himmelsbar „den Karlsfeldern zur Verfügung“ gestanden hätte, „aber nicht wegen Technikaufbauten“.

Um die vier Lüftungsauslässe auf dem Dach vom Boden aus sehen zu können, müsste der Betrachter ein ganzes Stück weit weg sein vom Gebäude, sagte Bauamtsleiter Endres. Marco Brandstetter (Bündnis für Karlsfeld) gefiel die Vorstellung von vier Kaminen auf einem elliptischen Gebäude trotzdem nicht: „Sieht aus wie ein Dampfer!“

Thomas Leichsenring

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