Beim Tierschutzverein Dachau reicht das Geld hinten und vorne nicht

Karlsfeld - Silvia Gruber, Vorsitzende des Tierschutzvereins , legte dem Hauptausschuss Karlsfeld eine eindrucksvolle Bilanz vor.

Welche Knochenarbeit der Tierschutzverein Dachau auf ehrenamtlicher Basis leistet – und dabei Pflichtaufgaben der Gemeinde erledigt – das machte Silvia Gruber dem Hauptausschuss klar. So werden jährlich 50000 (!) Stunden von zehn engagierten Helfern geleistet. 130 bis 150 Tiere werden täglich versorgt, in 16 Jahren waren es 21000 Tiere. Außerdem gibt es einen 24-Stunden-Notdienst. „Das macht kein anderer Verein“, so Silvia Gruber.

Allein, das Geld reicht hinten und vorne nicht. Und jetzt wird auch noch dringend ein neues Katzenhaus gebraucht (Kosten: 450 000 Euro). Jedes Jahr übersteigen die Ausgaben die Einnahmen. Der Tierschutzverein kommt auf kalkulierbare Einnahmen in Höhe von 164 000 Euro jährlich, die Ausgaben liegen bei 400 000 Euro. „Und die Ausgaben werden weiter steigen für Tierärzte und Medikamente beispielsweise“, sagte Silvia Gruber, die klar aufzeigte, dass die Unterbringung von Fundtieren gesetzlich klar geregelt ist: als Pflichtaufgabe der Gemeinde.

„Skandalös, dass eine kommunale Aufgabe von einem Verein erledigt werden muss“, kommentierte Eleonore Haberstumpf (Bündnis für Karlsfeld). „Was wäre, wenn sich der Verein auflöst?“, fragte sie. Die Antwort von Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) kam wie aus der Pistole geschossen: „Dann müsste jede Gemeinde selbst für die Tiere sorgen. Und deshalb kann ich auch einige andere Gemeinden, die skeptisch sind, nicht verstehen.“ (ek)

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