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Seit knapp fünf Jahren in Karlsfeld: Pfarrer Bernhard Rümmler.

Bernhard Rümmler feiert Priesterjubiläum

„Zur Zeit will Gott mich hier haben“

Bernhard Rümmler ist seit 25 Jahren katholischer Pfarrer. Zu seinem Priesterjubiläum blickt der 62-Jährige nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft: Ihn reizt eine neue, ganz andere Herausforderung.

Karlsfeld– Er ist seit 1. September 2012 Pfarrer in Karlsfeld und hatte nicht immer leichte Wege zu gehen. Am kommenden Sonntag feiert Pfarrer Bernhard Rümmler sein 25-jähriges Priesterjubiläum. 

Bernhard Rümmler ist in Anbetracht seines Jubiläums vor allem eines: demütig. „Ich danke dem Herrgott, dass ich schon so lange in seinem Dienst arbeiten konnte. Dafür brauche ich mir nicht auf die Schulter zu klopfen. Das habe ich alles Gott zu verdanken.“

Als Pfarrer fand er wieder Lebensfreude

Rümmler ist ein eher Spätberufener. Im Alter von 29 Jahren wurde er „durch eine neu katechumenale Verkündigung zu Gott gerufen“. Zuvor hatte er als Bürokaufmann gearbeitet, steckte in einer Lebenskrise, hatte sogar Selbstmordgedanken. Doch durch Gott fand er wieder Glaubens- und Lebensfreude. Seitdem widmet der in Pirmasens Geborene sein Leben Gott und den Menschen.

In seiner Zeit als Pfarrer hatte er schon unzählige schöne Erlebnisse. „Beichten, Taufen, Hochzeiten, Gottesdienste,... da kann ich keines herausgreifen.“ Doch es gibt auch die andere, die schwere Seite. „Wenn zum Beispiel ein Kind stirbt, das ist das Schwierigste“, sagt der Karlsfelder Pfarrer.

Ein besonderes Erlebnis in seiner Priesterlaufbahn

Besonders beeindruckt hat Bernhard Rümmler in seiner Laufbahn eine schwerkranke Frau. „Sie konnte nicht mehr sprechen, nicht gehen, nicht greifen, nur schlucken, hören, sehen und Geräusche machen. Ich habe sie 19 Jahre lang begleitet, letztes Jahr haben wir sie beerdigt. Sie war immer gut drauf, hat sich gefreut, wenn ich gekommen bin. Und sie hat immer mich getröstet. Diese Frau zu erleben, das hat mich sehr beeindruckt“, berichtet Rümmler.

In der täglichen Arbeit brachte vor allem die Zusammenlegung der Pfarreien St. Anna und St. Josef im Jahr 2013 einige Schwierigkeiten mit sich. Anfangs zum Beispiel das Neokatechumenat, eine auf das Urchristentum zurückgehende Bewegung, die in der Pfarrei St. Anna stark verbreitet ist. 

In vielen Gemeinden mit Neokatechumenaten gibt es interne Differenzen. Mitglieder von St. Josef hatten sogar einmal aus Protest einen Gottesdienst verlassen. Inzwischen funktioniere das Miteinander allerdings relativ gut, erzählt Rümmler. „Es ist zwar noch keine Einheit, aber man kann sagen, wir sind auf einem guten Weg. 

Rümmler: „Ich stelle mich Gott zur Verfügung und schaue, was er mit mir vorhat“

Es wird immer gewisse Eifersüchteleien geben, Stimmen, die sagen, die eine oder andere Gruppierung werde bevorzugt. Eine Zusammenlegung ist immer ein Prozess, der Zeit braucht.“

Zudem ist das Ende der Fahnenstange wohl noch nicht erreicht. Der Priestermangel zwingt die katholische Kirche zum Handeln. So können im Erzbistum München und Freising beispielsweise künftig auch Laien Gemeinden leiten. 

Des Weiteren sind andere Konsequenzen wie größere Seelsorge-Einheiten möglich. „Ich bin jetzt der Chef von etwa 55 Personen, habe zwei Pfarreien und eine Nebenkirche, ich bin jetzt schon bis zur Oberkante ausgelastet“, sagt Rümmler. „Aber ich stelle mich Gott zur Verfügung und schaue, was er mit mir vorhat.“

Dennoch hat er auch eigene Pläne für seine Zukunft. „Ich verspüre einen gewissen Ruf, in Mission zu gehen.“ Ob Gott und die Kirche das aber für ihn vorgesehen haben, wisse er nicht. „Vielleicht ist die Mission auch ein Hirngespinst von mir.“ 

Fest steht: „Zur Zeit will Gott mich hier haben, und ich bin gerne hier und mache meinen Dienst. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.“ Dazu passen zwei Sprüche, die Rümmler gerne anwendet: „Der Mensch denkt, Gott lenkt. Oder auch: Der Mensch hat gedacht. Gott hat gelacht.“

Die Feier zum Priesterjubiläum

Das Priesterjubiläum wird mit einem Festgottesdienst und einer Feier begangen. Beginn in St. Josef ist am kommenden Sonntag um 10.30 Uhr. Anschließend wird im Pfarrheim St. Anna gefeiert.

Von Conny Kirmaier

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